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Fondstest Osteuropa endet in Sibirien

27.03.2007 ·  Hohes Risiko, aber auch hohe Renditechancen: Aktienfonds Osteuropa sind für Anleger immer noch interessant. Perspektiven der osteuropäischen Märkte und die besten in Osteuropa anlegenden Aktienfonds im Überblick.

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Hohes Risiko, aber auch hohe Renditechancen: Aktienfonds Osteuropa sind für Anleger immer noch interessant. In den vergangenen fünf Jahren legten gute Fonds dieser Gruppe um mehr als 30 Prozent pro Jahr zu. Und Fondsmanager gehen weiter von einem Wachstum in vielen osteuropäischen Märkten aus. Hauptsächlich investieren die Fonds in Russland, Polen, Tschechien und Ungarn. Aber auch die Türkei - bislang nur EU-Kandidat - ist in vielen Fonds vertreten. Finanztest nennt die besten Aktienfonds Osteuropa und sagt, welche Perspektive der osteuropäische Markt für Anleger hat.

Russland ist der größte Markt

Obwohl Russland außer dem vergleichsweise kleinen Gebiet bis zum Ural nicht zu Europa gehört, ist das Land in den meisten Aktienfonds Osteuropa das Schwergewicht. Das liegt daran, dass Russland nach Ansicht vieler Fondsmanager und Analysten mit Abstand der größte und liquideste Markt ist: Die russischen Papiere werden rege gehandelt. Hohe Umsätze lassen die Kurse nicht nach oben oder unten ausbrechen.

Unter den Top-Ten-Aktien in vielen Osteuropa-Fonds ist der Konzern Gazprom. Er gilt als weltgrößter Gasförderer. Der Börsenwert von Gazprom liegt derzeit bei etwa 77 Milliarden Euro. Auch der Ölriese Lukoil sowie die Sberbank gehören zu den gefragtesten Werten der Fonds. Immerhin: Die hierzulande kaum bekannte Sberbank hat - gemessen an der Marktkapitalisierung - den gleichen Wert wie die Deutsche Bank.

Weiteres Wachstum

Ein Grund für die Wachstumsraten war der enorme Anstieg des Ölpreises. Doch die Fondsmanager gehen davon aus, dass die russische Wirtschaft und damit auch die Aktienkurse weiter zulegen. Selbst wenn der Ölpreis sinken sollte, verdient Russland nach Ansicht vieler Fondsmanager genug Geld - und das kann das Land in andere Projekte investieren. Davon wiederum profitieren Industrien wie die Stahl- und Baubranche, aber auch der Finanzsektor. Dass der Staat so viel verdient, liegt an seinen Beteiligungen in fast allen Schlüsselindustrien. So hält der Staat etwa auch an Gazprom die knappe Mehrheit.

Kursschwankungen in der Türkei

Die Türkei derzeit der billigste, aber auch der volatilste Markt: Die Kurse schwanken stark. Trotzdem sind auch türkische Firmen in osteuropäischen Fonds vertreten. Doch die Fondsmanager müssen hier gutes Gespür beweisen. Ein Wert ist die türkische Sabanci Holding. Sie hält Beteiligungen an anderen Unternehmen. Dazu gehören eine Bank, ein Supermarkt und ein Reifenhersteller.

Knapp 30 Prozent

Die türkische Holding ist etwa im Fonds Raiffeisen-Osteuropa-Aktien vertreten. Er ist seit 1994 am Markt und damit einer der ältesten des Tests. Die Entwicklung kann sich sehen lassen: In den vergangenen fünf Jahren legte der Fonds pro Jahr um 29,8 Prozent zu. Der beste Fonds im Test, der MLIIF Emerging Europe schaffte etwas mehr: Das Wachstum lag hier bei 31 Prozent jährlich. Dennoch: Aktienfonds Osteuropa sind eine riskante Geldanlage. Anleger sollten sie daher nur als Beimischung ins Depot holen. Als Basis gelten breit streuende Aktienfonds Europa oder Welt. Stark überdurchschnittliche Fonds dieser Gruppen, sowie Aktienfonds Osteuropa finden Anleger monatlich aktualisiert in den Fondsanalysen.

Tipps

Information. Im Verkaufsprospekt steht, in welchen Märkten der Fonds investieren darf und wie das Anlagekapital verteilt wird. Informationen zur Fondsstruktur finden Sie in Monatsberichten oder im Internet.

Anlagedauer. Aktienfonds Osteuropa sind spekulativer als Aktienfonds Europa. Daher sollten Sie die Entwicklung der Fonds immer beobachten. Gut gelaufene Fonds können Sie gegebenenfalls schon nach wenigen Jahren verkaufen.

Fondskauf. Bei Fondsshops und Discountbrokern können Sie viele Fonds mit reduziertem Ausgabeaufschlag kaufen. Wenn Sie über die Hausbank kaufen wollen, sollten Sie aber auch dort nach Rabatten fragen. Vor allem bei hohen Anlagesummen sind Nachlässe realistisch. Möglich ist auch der Kauf über die Börse. So können Sie ebenfalls den Ausgabeaufschlag sparen.

Beimischung. Aktienfonds Osteuropa sind spekulativ und bergen ein höheres Verlustrisiko als etwa Aktienfonds Europa oder Welt. Sie sollten Aktienfonds Osteuropa daher nur als Beimischung ins Depot holen.

Fondstest. Sie finden Aktienfonds Osteuropa, Europa und Welt, aber auch andere Fondsarten monatlich aktualisiert in den Fondsanalysen von Finanztest. Damit Ihr Depot kräftig zulegt, sollten Sie sich dort überdurchschnittliche Fonds aussuchen.

Für alle, die langfristig auf Fonds setzen wollen, gibt es ab dem 31. März das neue Finanztest Spezial „Geldanlage mit Investmentfonds“. Das Heft nennt Chancen und Risiken einzelner Anlagestrategien und Fondsgruppen, sagt, was für welchen Anlagertyp geeignet ist und wie jeder seine Renditechancen mit Fonds maximiert, gleichzeitig aber das Verlustrisiko klein hält.

Außerdem: Der große Fondsdauertest auf CD. Leser bekommen damit alle 5 000 Fonds des Tests mit aktuellen Bewertungen. Das Finanztest-SPEZIAL „Geldanlage mit Investmentfonds“ erscheint am 31. März 2007. Es kostet 7,50 Euro. Anleger können es online bestellen.

Der Text und die Tabelle wurden von unserem Kooperationspartner „Stiftung Warentest“ erstellt. Die vollständigen Informationen zum Test sind kostenpflichtig unter www.test.de abzurufen.

Quelle: FAZ.NET
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