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Fondsprodukte Fondsanbieter entdecken ABS-Markt

17.06.2003 ·  Die deutschen Fondsgesellschaften legen Produkte mit forderungsbesicherten Wertpapieren auf. Eine Bankeninitiative dient dabei als Initialzündung. Als kurzfristiger Geldparkplatz sind diese Fonds aber nicht geeignet.

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Die deutschen Investmentgesellschaften nehmen verstärkt den in Europa noch jungen Markt von forderungsbesicherten Wertpapieren - den sogenannten Asset Backed Securities (ABS) - ins Visier. Die Kapitalanlagegesellschaft der Commerzbank, Cominvest, hat jetzt erstmals in Deutschland die Zulassung für einen entsprechenden Anlagefonds erhalten. Dieser hat die rechtliche Hülle eines Publikumsfonds für institutionelle Anleger, was dem Zielpublikum den Einstieg im Vergleich zu den eigentlich im institutionellen Geschäft üblichen Spezialfonds erleichtert, weil er weniger Restriktionen unterworfen ist. Mit einem ABS-Publikumsfonds für Privatanleger hält sich die Cominvest dagegen noch zurück.

Bislang haben in Deutschland schon die Deka-Bank und der Frankfurt-Trust ABS-Publikumsfonds im Angebot. Allerdings wurden der Deka-Euroflex Plus und der FT ABS-Plus über die jeweilige Tochtergesellschaft in Luxemburg aufgelegt. Somit ist das Cominvest-Produkt der Testballon, wie die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) mit dem Thema umgeht. Die deutsche Aufsichtsbehörde habe sich ausgesprochen kooperativ gezeigt, ist von Seiten der Cominvest zu hören.

Allerdings ließ sie nur das Engagement in sogenannte "True Sales"-Verbriefungen zu, bei denen die Forderung tatsächlich den Besitzer wechselt. Eine Anlage in die auf dem deutschen ABS-Markt verbreiteten synthetischen Verbriefungen, bei denen die Forderung im Besitz der Bank bleibt und nur das Kreditrisiko über Derivate verkauft wird, ist deshalb erst vom kommenden Februar an möglich. Dann tritt eine neue EU-Investmentrichtlinie (OGAW II) in Kraft.

Bankeninitiative als Initialzündung

Die Initialzündung für das Interesse von deutschen Fondsgesellschaften an dem ABS-Markt gab die jüngste Initiative von fünf deutschen Großbanken, gemeinsam mit der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) einen deutschen Markt für Forderungsverbriefungen zu installieren. Dabei werden die Institute aus ihrem Kreditbestand Forderungen an eine Zweckgesellschaft verkaufen, die diese Forderungen bündelt und am Markt plaziert.

Vor allem wegen des zu erwartenden vergleichsweise geringen Risikos in dieser Anlagekategorie versprechen sich die Fondsgesellschaften ein zusätzliches Geschäft. Nach drei Jahren Kursflaute an den Aktienmärkten und niedrigen Renditen an den Rentenmärkte dürften Investoren für jeder höherverzinsliche Anlage dankbar sein, die gleichzeitig ein ansprechendes Risikoprofil bietet, lautet die Erwartungshaltung.

Fonds registrieren Nachfrage

Eine Nachfrage nach Anlagevehikeln in diesem Marktsegment bestehe durchaus, ist aus dem institutionellen Vertrieb der Commerzbank zu hören. Auch Marktführer DWS bekundet ein grundsätzliches Interesse an dem Thema und plant schon einen ähnlichen Fonds wie das Cominvest-Produkt. Ob bald auch Privatanleger in den Genuß neuer ABS-Fonds kommen, ist derzeit nicht absehbar. Berücksichtigen sollten interessierte Anleger allerdings, daß ABS im Gegensatz etwa zum Geldmarkt nicht als kurzfristiger Geldparkplatz geeignet sind, weil die Liquidität auf dem ABS-Sekundärmarkt gering ist.

Bislang werden forderungsbesicherte Wertpapiere von den deutschen Fondsgesellschaften schon als Portfoliobeimischung zu geldmarktnahen Fonds genutzt. Insofern ist diese Anlageklasse für die deutschen Anbieter nicht etwas völlig neues.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 18.06.2003, Nr. 139 / Seite 21
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