27.12.2006 · Die Fonds von Vermögensverwaltern schlagen die Flaggschiffe der großen Investmenthäuser um Längen. Der Erfolg hat seinen Preis: ein hohes Risiko.
Mit Fondstabellen ist es ein bißchen wie mit Bikinis: Sie bieten einen interessanten Einblick - ohne daß sie das ganze Bild enthüllen. Natürlich spricht es für einen Fonds, wenn er in einem Ranking ganz oben steht. Eine hohe Rendite hat eben ihren Reiz, aber sie birgt auch Gefahren.
Doch der Reihe nach. Wer auf der Suche nach dem besten weltweit investierenden Aktienfonds ist, kommt nicht umhin, die Statistiken zu studieren. Das Analysehaus Feri Rating & Research listet allein in dieser Kategorie knapp 400 Fonds. Werden sie nach der jährlichen Wertentwicklung über fünf Jahre sortiert, fällt vor allem eines auf: Ganz oben stehen viele Fonds von kleinen Anbietern und unabhängigen Vermögensverwaltern. Die dicken Flaggschiffe der etablierten Banken, also jene Fonds, in denen das meiste Geld steckt, bewegen sich im Mittelfeld.
„Vermögensverwalter-Fonds“ haben die Konkurrenz klar distanziert
Aber sind Wolfgang Mayr (WM Aktien Global), Frank Lingohr (Lingohr Systematic), Peter Huber (Star Plus Starpoint) oder Hendrik Leber (Acatis Aktien Global) wirklich die besseren Investoren? Ihre internationalen Aktienfonds haben die Konkurrenz jedenfalls klar distanziert. Mit jährlichen Renditen zwischen sieben und 14 Prozent in den vergangenen fünf Jahren stehen sie an der Spitze. Der milliardenschwere Templeton Growth Fund brachte seinen Besitzern dagegen nur gut vier Prozent. Die Anlageklassiker DWS Vermögensbildungsfonds I und Uni Global schafften rund drei Prozent.
Im laufenden Jahr zeigt sich ein ähnliches Bild: Während Anleger mit einem Portfolio aus zehn Vermögensverwalter-Fonds gut elf Prozent verdient hätten, wären es beim Kauf der fünf volumenstärksten internationalen Aktienfonds nur gut sechs Prozent gewesen. Immerhin gelang es den Managern der großen Fonds in diesem Jahr, den MSCI Aktienindex Welt zu schlagen; daran messen sie ihren Erfolg. Auf mittlere Sicht fahren die Flaggschiffe aber kaum schneller als der Aktienmarkt, also der Index, der ihnen als Benchmark dient.
Der Preis: Höheres Risiko
Warum agieren kleine Anbieter erfolgreicher an der Börse als große? Feri-Analyst Christian Michel hat eine einfache Antwort: "Die Vermögensverwalter genießen bei der Geldanlage eine größere Freiheit, sie kleben nicht so sehr an der Benchmark und gehen auch mal eine extreme Wette ein, wenn sie eine gute Idee haben." Sie fokussieren stärker auf einzelne Aktien oder Märkte wie etwa Deutschland. Das bringt die Fonds nach vorn, wenn der Manager richtig liegt, katapultiert sie aber auch nach hinten, wenn er danebenliegt. Das spiegelt sich in einem höheren Risiko wider: Der Preis der Vermögensverwalter-Fonds schwankt stärker, der maximale Verlust, auf den Anleger gefaßt sein sollten, ist höher als bei den Flaggschiffen. Ihre Fondsmanager können sich es nicht erlauben, weit vom Kurs der Benchmark abzuweichen; dafür liegen die Fonds auch stabiler im Wasser.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |