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Fondsperformance Nur eine Minderheit der aktiven Fonds schlägt den Index

25.05.2005 ·  Nur sieben von 89 Europa-Fonds schneiden auf Sicht von zehn Jahren besser als der Vergleichsindex ab, so das Ergebnis einer Analyse von e-fundresearch. Das ist die Konsequenz einer zunehmenden Passivität der Fondsmanager.

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Aktienfonds, die langfristig besser als ihre Vergleichindizeß abschneiden, befinden sich in der Minderheit. Auf Sicht der vergangenen fünf und zehn Jahre schlugen nur knapp ein Fünftel aller untersuchten Fonds die jeweiligen Indizes. Und mit Ausnahme von amerikanischen Aktienfonds hat sich das Bild nach einer Untersuchung von e-fundresearch.com in jüngster Zeit sogar noch weiter eingetrübt.

Eine vierteljährlich durchgeführte Analyse unter allen in Österreich, Deutschland oder der Schweiz zum Vertrieb zugelassenen Investmentfonds kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Auf Sicht der vergangenen zehn Jahre schlugen nur 21 Prozent aller globalen Aktienfonds den MSCI World Index.

Nur sieben von insgesamt 89 Europa-Fonds besser als die Benchmark

Noch viel schlechter sieht es bei Europa-Aktienfonds aus: Nur sieben von insgesamt 89 Fonds mit 10-Jahres-Historie liegen vor dem MSCI Europe. Leicht positiver stellt sich die Lage bei amerikanischen Aktienfonds dar: Immerhin zwölf Prozent der Fonds liegen seit 1995 vor dem S&P 500.

Signifikant besser wird das Bild, wenn man sich weniger effizienten Aktienmärkten zuwender. Mit einer Outperformance-Quote von 47 Prozent schlugen fast die Hälfte aller globalen Schwellenländer-Portfolios den MSCI Emerging Markets Free Index seit 1995. Gemischt sieht das Bild in Japan mit 38 Prozent und in Asien ex Japan mit 30 Prozent aus. Untersucht wurden insgesamt 438 Aktienfonds, die über eine 10-Jahres-Historie verfügen.

Etwas gleichmäßiger verteilt sind die Ergebnisse im Zeitraum zwischen März 2000 bis 2005. Das Spektrum der Outperformance-Quote reicht hier von 15 Prozent bei Europa-Aktien bis 33 Prozent bei globalen Schwellenländer-Aktien. Insgesamt verfügten zum Stichtag 31.3.2005 nach Daten von Lipper genau 1.043 Aktienfonds aus den jeweiligen Anlageklassen über eine Historie von mindestens fünf Jahren.

Dabei gab es in den jüngsten beiden Quartalen sogar noch einige Verschlechterungen. Schlugen Ende September 2004 noch 37 Prozent aller Asien-Fonds über 5 Jahre den Vergleichsindex MSCI AC Asia Pacific Free ex Japan, so sind es aktuell nur noch 20 Prozent. Aber auch globale Schwellenländer-Aktienfonds fielen von 40 auf 33 Prozent zurück. In Europa fiel der Anteil von 21 auf 15 Prozent, in Japan von 29 auf 26 Prozent. Aktienfonds mit Anlageschwerpunkt Amerika und Global blieben dagegen stabil.

Fondsmanager sind „zu passiv“

Hand in Hand mit dem immer schlechteren Abschneiden der Fonds, geht die Passivität vieler Fondsmanager. Denn ein genauerer Blick auf die untersuchten Fonds zeigt eines ganz deutlich: Gutes aktives Fondsmanagement zahlt sich nur dann aus, wenn es auch wirklich aktiv ist. Es ist aber leider ein Faktum, daß nicht nur passive sondern auch sehr viele aktive Fonds ihren Benchmarks so nahe folgen, daß sie den Namen eigentlich nicht verdienen.

Der durchschnittliche Tracking Error, also die Abweichung von der Benchmark - hier MSCI Europe über 5 Jahre, liegt etwa bei Europa-Aktienfonds per Ende März 2005 bei 5,3. Vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 6,9, im Zeitraum 1998 bis 2003 bei 7,6. Im Schnitt werden Europa-Aktienfondsmanager also immer vorsichtiger.

Solange die Fondsmanager jedoch immer indexnäher agieren, darf sich der Anleger nicht über eine Underperformance wundern. Denn theoretisch müßten diese Fonds aufgrund der immer passiveren Ausrichtung günstiger werden. Ein genereller Trend diesbezüglich kann derzeit nicht festgestellt werden, wie einschlägige Studien auch von e-fundresearch selbst ergeben.

Während es aktiven Fondsmanagern in effizienten Märkten wie Amerika oder Europa nur sehr schwer fällt die jeweiligen Benchmarks zu schlagen, dreht sich das Bild bei Randmärkten wie Schwellenländern oder Small Caps um. Ganz wegdenken sollte man sich aktive Fonds in effizienten Märkten aber trotzdem nicht. Niemand geringeres als Nobelpreisträger William Sharpe, selbst ein strikter Fürsprecher der Theorie des effizienten Marktes, plädiert für marktneutrale Anlageformen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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