Home
http://www.faz.net/-gvf-t1m8
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fondsmarkt Steuern sparen mit Fonds

04.09.2006 ·  Steuern zahlen wohl die wenigsten gerne. Darum kann es sich lohnen, bei der Wahl eines Fonds auch auf die Besteuerung zu achten. Aktienfonds etwa schneiden in dieser Hinsicht ziemlich gut ab - wenn nicht zuviel Dividende fließt.

Von Hanno Beck
Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Es tut weh, Einkommensteuer zu zahlen. Allerdings, so behaupten manche Zeitgenossen, gibt es etwas, was noch mehr schmerzt - nämlich keine Einkommensteuer zu zahlen. Der deutsche Steuerzahler zumindest hält wohl wenig von diesem Trost - er versucht statt dessen, weniger Steuern zu zahlen, ohne daß es schmerzt.

Für dieses Unterfangen muß man allerdings in der Kunst der Steuervermeidung - korrekterweise müßte man wohl eher Steuersparen sagen - gut bewandert sein. Das fängt bei Fonds schon mit der Auswahl an: Je nach Kategorie, in die man investiert, kann man in unterschiedlichem Maße Steuern sparen.

Nur die Ausschüttung muß versteuert werden

Die Steuersparkanonen unter den Fonds sind bislang noch die Aktienfonds: Da ein Großteil ihrer Erträge aus Kursgewinnen stammt, schaut der Fiskus bei diesen Produkten in die Röhre, sobald der Fonds länger als ein Jahr im Portfolio liegt - nach dem jetzigen Stand der Gesetzgebung sind diese Kursgewinne dann steuerfrei. „Dabei gilt als Faustformel: Je weniger Dividenden die in den Fonds enthaltenen Werte ausschütten, um so geringer ist die Steuerbelastung, da lediglich die Ausschüttungen derzeit versteuert werden müssen“, sagt Michael Porepp von Union Investment.

Wer also statt dem Dividendenfonds zum Technologie- oder Wachstumsfonds greift, kann dem Fiskus ein Schnippchen schlagen. Das kann schon eine recht ordentliche Summe sein: Ein großer, bewährter, weltweit investierender Aktienfonds konnte es in den vergangenen zehn Jahren durchaus auf einen Wertzuwachs von 200 Prozent bringen - Schätzungen von Experten zufolge wären je nach Fondsart von diesen 200 Prozent gerade einmal 7 Prozent Wertzuwachs zu versteuern gewesen.

Die Lust auf steuersparende Fonds

Da grämt sich der sicherheitsorientierte Investor, der auf Rentenfonds setzt - deren Erträge bestehen vor allem aus Zinszahlungen, die voll der Steuerpflicht unterliegen. Aber die Branche weiß um die Steuernöte ihrer Kunden: Wer auf sogenannte steueroptimierte Rentenfonds setzt, kann bis zu 70 Prozent der Erträge steuerfrei einfahren. Der Trick besteht darin, wenig Zinserträge und viele Kursgewinne anzuhäufen.

Angesichts der für das kommende Jahr bevorstehenden Absenkung des Sparerfreibetrages dürfte die Lust der Investoren auf steuersparende Fonds deutlich zunehmen. Was die Reduzierung der Freibeträge ausmachen kann, rechnet Hans-Theo Franken, Vorstandsmitglied der Deutschen Vermögensberatung, vor: „Bei einer angenommenen Verzinsung von 4 Prozent reduziert sich der maximal steuerfreie Anlagebetrag für einen Ledigen von rund 35.000 Euro auf etwas mehr als 18.000 Euro; für Verheiratete sinkt dieser Betrag von etwa 71.000 auf rund 37.000 Euro.“ Das schafft Raum für steuerfreibetragskürzungsimmune Fonds.

Vorteil für offene Immobilienfonds?

Wer den Steuerzahler und die Finanzbranche kennt, weiß, daß das letzte Wort hier noch nicht gesprochen ist - der Staat verkürzt die Steuersparmöglichkeiten, und der Bürger begibt sich fast reflexartig auf die Suche nach neuen sogenannten steueroptimierten Fondsmodellen, wobei es korrekterweise steuerminimierend heißen müßte. Auf den ersten Blick werden dabei die offenen Immobilienfonds zum Gewinner des Hase-Igel-Wettlaufs zwischen Finanzamt und Steuerzahler. Diese Fonds haben nämlich einen charmanten Vorteil, falls sie in Auslandsimmobilien investieren: Die Erträge aus Auslandsimmobilien sind dank Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den anderen Staaten zumeist steuerfrei.

Allerdings steckt der Steuerteufel auch hier wie so oft im Detail: Da die Erträge aus diesen Fonds bereits im Ausland besteuert worden sind, lohnt sich diese Steuersparvariante nur für Anleger, deren persönlicher Grenzsteuersatz über dem Steuersatz liegt, mit dem die Erträge im Ausland versteuert wurden. Zudem sollte der Anleger seinen Steuerfreibetrag bereits ausgeschöpft haben, sonst verzichtet er auf Steuerersparnis im Inland.

Der dritte Steuerpferdefuß nennt sich Progressionsvorbehalt: Die im Ausland erzielten Erträge werden zwar nicht besteuert, aber bei der Berechnung der Höhe des persönlichen Steuersatzes berücksichtigt - mit steigenden Einnahmen aus ausländischen Immobilien steigt dann zwar nicht das zu versteuernde Einkommen, aber zumindest der Steuersatz des Anlegers. Der Steuervorteil reduziert sich damit um ein weiteres Stückchen. Ganz schmerzfrei läßt es sich einfach nicht investieren.

Quelle: F.A.Z., 05.09.2006, Nr. 206 / Seite 21
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
25.05.2012
Tops & Flops Fonds Kurs Prozent

DWS Biotech Typ O

75,52 € +31,82 %

ESPA STOCK BIOTEC (T)

167,62 € +30,20 %

Allianz Biotechnologie A (EUR)

70,37 € +23,40 %

SEB Concept Biotechnology B

41,83 € +23,39 %

M&G Japan Smaller Companies Fund A

12,29 € +22,86 %

Delta Lloyd L New Energy Fund B

3,10 € −42,94 %

Earth Exploration Fund UI (EUR R)

34,20 € −45,89 %

Craton Capital Precious Metal Fund A

180,26 $ −48,05 %

KEPLER Öko Energien (T)

35,95 € −48,35 %

LUXEMBOURG SELECTION FUND - Asian Solar & Wind Fund A1

32,40 € −61,16 %
25.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.339,94 +0,38%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.377,69 −0,11%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
Gold 1.569,50 $ +0,06%