07.01.2009 · Die Turbulenzen der vergangenen Monate hinterließen im Fondsmarkt ihre Spuren. Sie zeigten sich in Form massiver Mittelabflüssen aus Aktien- und Rentenfonds. Geldmarktfonds wurden von der hereinschwappenden Liquidität überschwemmt.
Die Turbulenzen der vergangenen Monate hinterließen im Fondsmarkt ihre Spuren. Sie zeigten sich in Form massiver Mittelabflüssen aus Aktien- und Rentenfonds, während Geldmarktfonds förmlich von der hereinschwappenden Liquidität überschwemmt wurden.
Eine Untersuchung von EPFR Global zeigt, dass den Geldmarktprodukten im Jahr 2008 netto Mittel in Höhe von 455 Milliarden Dollar zuflossen. Dagegen entzogen Anleger den Aktienfonds netto eine Summe in Höhe von 232 Milliarden Dollar und Rentenfonds in Höhe von 61 Milliarden Dollar.
Beachtliche Umschichtungen
Diese Umschichtungen sind beachtlich. Allerdings überdecken sie in ihrer Dimension kurzfristige Veränderungen in der Mittelallokation, die in den letzten Wochen des vergangenen Jahres stattfanden. Denn die Analyse der Wochendaten zeigt, dass gegen Ende des Jahres 2008 der Risikoappetit der internationalen Anleger auflebte.
Denn sie legten sich in den letzten fünf Wochen immer mehr Fonds ins Depot, die in Hochzinsanleihen investieren. Schwellenländer-Aktienfonds verzeichneten im Dezember Mittelzuflüsse in Höhe von 1,6 Milliarden Dollar. Amerika-Aktienfonds verzeichneten im letzen Monat des Jahres so starke Liquiditätszuflüsse, dass sich so die kumulativen Nettoabflüsse des gesamten Jahres halbierten. Auch europäische Aktienfonds waren in 12 der letzen 13 Wochen des Jahres 2008 gefragt. Anleger scheinen auf das Zinsenkungspotenzial zu wetten, das sich in Europa im Gegensatz zu den Vereinigten Staaten und Japan noch bietet.
Hatten Japan-Aktienfonds in der Mitte des Jahres aufgrund der Erwartung, steigende Preise könnten japanische Sparer zum Konsum verleiten, Zuflüsse verzeichnen können, so drehte sich die Entwicklung gegen das Jahresende hin ins Gegenteil, nachdem die Rohstoffpreise immer weiter korrigierten und da der Yen in dieser Phase aufwertete und auf diese Weise die Gewinnaussichten und die Wettbewerbspositionen der japanischen Exportunternehmen beschnitt.
Rentenfonds dienter zur Liquiditätsschöpfung - Geldmarktfonds zum Parken
Auf Branchenebene zeigt die Analyse, dass Fonds, die im Finanzsektor investieren, gegen Ende des vergangenen Jahres Zuflüsse in Höhe von 14 Milliarden Dollar verzeichnen konnten, obwohl die schlechten Nachrichten aus dem Sektor nicht abnehmen. Da die meisten Mittel auf börsengehandelte Indexfonds entfielen, liege angesichts der tiefen Zinsen, der Konsolidierung in diesem Bereich, der Kostensenkungsmaßnahmen und nicht zuletzt aufgrund der staatlichen Garantien die Vermutung nahe, langfristig orientierte Anleger könnten langsam interessiert sein, erklären die Analysten von EPFR Global.
Dagegen wurden die Rohstofffonds von den fallenden Preisen und nicht zuletzt auch vom aufwertenden Dollar getroffen. Leichte Mittelzuflüsse verzeichneten Fonds, die im Konsumgüterbereich sowie im Gesundheitswesen investieren.
Rentenfonds spürten trotz der allgemeinen Flucht in die Sicherheit von Staatsanleihen in ihrer Gesamtheit starke Mittelabflüsse in Höhe von insgesamt 61 Milliarden Dollar. Anleger griffen auf diese Anlageklasse zurück, um Liquidität für die Erfüllung von Sicherheitsforderungen zu schöpfen. Mit Blick auf die Schwellenländer reduzierten sie die Risiken, die aus der ausgeprägten Korrektur der Rohstoffpreise erwuchsen.
Der starke Zufluss in die Geldmarktfonds lässt sich einfach erklären: Flucht in die hoch liquide Sicherheit. Die starken Zuflüsse wecken die Hoffnung der Optimisten. Denn diese Mittel könnten im Sinne der Optimisten der Treibstoff sein, der die Börsen nach oben treiben könnte. Fragt sich nur, ob er sich wird nachhaltig entzünden lassen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |