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Veröffentlicht: 10.08.2017, 07:28 Uhr

Blackstone investiert Angelsachsen kaufen Südeuropa auf

Die Fondsgesellschaft Blackstone übernimmt für 10 Milliarden Dollar Immobilien und Kredite in Spanien. Gleichzeitig wächst das Interesse an Anlagen in einem anderen Land im Süden.

von , Madrid und
© Getty Die Immobilienhändler haben in Spanien – hier in Madrid – alle Hände voll zu tun.

Die Konjunkturerholung in der Eurozone lässt das Interesse von Großanlegern aus der englischsprachigen Welt an Kapitalanlagen in Südeuropa deutlich zunehmen. Zur Wochenmitte wurde ein spektakuläres Geschäft aus Spanien bekannt. Denn weniger als 24 Stunden, nachdem die EU-Kommission die Übernahme endgültig genehmigt hatte, hat sich die spanische Großbank Santander von einem Großteil der Altlasten des einstigen Rivalen Banco Popular getrennt.

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Santander verkaufte 51 Prozent des Immobilienbestandes und fauler Kredite von Banco Popular für insgesamt 10 Milliarden Euro an den amerikanischen Investmentfonds Blackstone. Das Portfolio stand ursprünglich mit 30 Milliarden Dollar in den Büchern, hatte jedoch wegen der Immobilien- und Finanzkrise seit dem Jahr 2008 deutlich an Wert verloren. Dazu kamen problematische Beteiligungen an Immobiliengesellschaften, die Banco Popular mit einer Gesamtbelastung von insgesamt 37 Milliarden Euro in eine existenzbedrohende Schieflage gebracht hatten.

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Santander hatte Anfang Juni die sechstgrößte spanische Bank für einen symbolischen Euro übernommen. Dabei kamen zum ersten Mal die seit Anfang des Jahres 2016 gültigen EU-Bankenabwicklungsregeln zur Anwendung. Sie schreiben vor, dass ein nicht mehr überlebensfähiges Institut geschlossen oder verkauft werden muss, ohne dass dafür die Steuerzahler aufkommen müssen. Gegen diese Übernahme erhob die EU-Kommission am Dienstag in ihrem endgültigen Bescheid keine wettbewerbsrechtlichen Bedenken.

Das größte Immobiliengeschäft des Landes

Laut spanischen Presseberichten handelt es sich um das größte Immobiliengeschäft dieser Art in der Geschichte des Landes. Der amerikanische Investor, der sich angeblich gegen die Konkurrenz von Apollo und Lone Star durchsetzen konnte, wird demnach zur größten Immobiliengesellschaft Spaniens. Blackstone verfügt nach diesen Angaben über einen umfangreicheren Bestand als die im Jahr 2012 in Folge der großen Krise gegründete Auffanggesellschaft, die „Bad Bank“ Sareb, die Aktiva aus der Bankenrestrukturierung verwaltet. Der amerikanische Fonds wird auch die restlichen Immobilien für Santander verwalten sowie die Immobiliengesellschaft Aliseda übernehmen, die früher Banco Popular gehörte.

Der übernommenen Bank gehörten Grundstücke im Wert von mehr als 12 Milliarden Euro, 25000 Wohnungen sowie Hotels für rund 800 Millionen Euro in ganz Spanien. Die Hälfte davon soll sich in Andalusien und Valencia befinden. Der neue Eigentümer hofft nun offenbar darauf, dass sich der spanische Immobilienmarkt weiter erholt: Im Juni wurden laut den jüngsten Zahlen der nationalen Statistikbehörde 44135 Immobilien verkauft. Wenn sich diese Entwicklung bis zum Jahresende fortsetzt, könnte Spanien wieder das Vorkrisenniveau erreichen.

Santander hat mit dem zügigen Verkauf das erste seiner zwei ehrgeizigen Ziele schneller erreicht als angekündigt: Innerhalb von eineinhalb Jahren sollte ursprünglich die Hälfte der faulen Popular-Kredite und -Immobilien veräußert werden; innerhalb von drei Jahren dann das gesamte Portfolio. Santander gelang es zudem, frühere Popular-Kunden zurückzugewinnen. Während der Krise hatten sie Einlagen von rund 20 Milliarden Euro abgezogen. Davon kehrten inzwischen wieder 6,5 Milliarden Euro zurück. Um die Folgen der Übernahme zu finanzieren, war eine Kapitalerhöhung von gut sieben Milliarden Euro nötig. Santander will zudem freiwillig Kleinkunden von Banco Popular entschädigen, die bei der Übernahme ihre Investitionen verloren haben. Diese Anleger hatten im vergangenen Jahr Aktien gekauft, um das angeschlagene Geldinstitut zu stabilisieren. Kleine und mittelständische Unternehmen gehörten zu den wichtigsten Stammkunden von Popular, die auch Santander nicht verlieren will.

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