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Fondsbranche Rohstofffonds sind keine Selbstläufer

 ·  Wegen der niedrigen Zinsen wächst das Interesse der Anleger an Rohstoffen. Viele Betreiber von Fonds tun sich mit attraktiven Renditen schwer.

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John W. Henry gibt auf. Der Gründer der auf Anlagen in Rohstoffen spezialisierten Gesellschaft John W. Henry&Company will zum Jahresende seine verbliebenen Kunden auszahlen und sich auf den Eigenhandel beschränken. Das Volumen der verwalteten Kundengelder hat sich in den vergangenen Jahren von 2,5 Milliarden Dollar (2006) auf 100 Millionen Dollar (2012) reduziert. Henry, der auch als Eigentümer des Baseballteams Boston Red Sox und des Fußballklubs FC Liverpool bekannt ist, zählt zu einer Gruppe in der Branche bekannter Rohstoffspezialisten, die wegen eines Mangels an Fortüne resignieren. Bereits im vergangenen Frühjahr hatten die Gründer des bekannten Ölfonds Blue Gold Capital die Schließung angekündigt.

Derzeit ist eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten: Während immer mehr Geld von Großanlegern in Rohstofffonds fließt, tun sich viele Fonds mit der Erzielung attraktiver Renditen schwer. Dies gilt auch für eine bestimmte Kategorie, die zu den Hedgefonds gezählt werden und als CTA-Fonds („Commodity Trading Advisors“) bezeichnet werden. Die in diesen Fonds investierten Mittel sind in den vergangenen Jahren stark gestiegen und werden derzeit auf rund 300 Milliarden Dollar geschätzt. Zu den wichtigsten Investoren zählen Pensionsfonds und Dachfonds („Fund of Funds“). CTA-Fonds investieren nicht unmittelbar in Rohstoffe, sondern betätigen sich an den Terminmärkten.

Interesse an Anlagen in Rohstoffmärkten hat zugenommen

Viele Fonds nutzen sogenannte Trendfolgemodelle. Hier versuchen die Betreiber mit Hilfe von Computermodellen aus früheren Preisen Muster für den künftigen Verlauf („Trends“) zu erkennen. Das Interesse an Anlagen in Rohstoffmärkten hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen, da viele Anleihen nur noch mäßige Renditen bringen und die hohe Volatilität der Aktienkurse auf zahlreiche Anleger abschreckend wirkt.

Auf lange Sicht haben gute CTA-Fonds ähnlich gut abgeschnitten wie der Aktienmarkt, allerdings bei spürbar geringeren Preisausschlägen. Die Grafik vergleicht den Altegris-40-Index, der 40 CTA-Fonds abbildet, seit dem Jahr 1990 mit dem S&P-Aktienindex für den amerikanischen Aktienmarkt. Seit dem Jahr 2009 allerdings tun sich die Rohstofffonds im Durchschnitt schwer, nicht nur im Vergleich zum Aktienmarkt, sondern auch im Vergleich zu Hedgefonds mit anderen Strategien. Daten amerikanischer Terminbörsen zeigen, dass offenbar immer mehr Hedgefonds in den kommenden Monaten fallende Rohstoffpreise erwarten.

Terminmärkte bieten leichtesten Zugang zu Rohstoffinvestments

Dennoch sind CTA-Fonds nicht nur unter amerikanischen, sondern auch unter europäischen und asiatischen Großanlegern populär. Und natürlich gibt es auch nach wie vor sehr erfolgreiche Fonds auf kurze Frist. Nach einer Untersuchung des amerikanischen Analysehauses Preqin hat der Fonds Clarke Global Magnum Program des amerikanischen Fondsanbieters Clarke Capital Management zwischen Januar und September 2012 eine auf das Gesamtjahr hochgerechnete Rendite von 55,5 Prozent erzielt.

Nach den Angaben von Preqin ist der im Jahre 1997 aufgelegte Winton Diversified Programm - Winton Futures Fund der britischen Gesellschaft Winton Capital Management mit einem Volumen von 10,6 Milliarden Dollar derzeit der größte CTA-Fonds, gefolgt vom Diversified Trend Programm - Enhanced Risk der niederländischen Gesellschaft Transtrend, dessen Volumen mit 9,7 Milliarden Euro angegeben wird.

Terminmärkte bieten für Finanzinvestoren den leichtesten Zugang zu Rohstoffinvestments, aber es finden sich auch Vermögensverwalter, die angesichts des zuletzt durchwachsenden Ergebnisses von an Terminmärkten tätigen Fonds dafür plädieren, stärker am Markt für physische Rohstoffe zu investieren. Mit solchen Geldanlagen sind allerdings in der Regel höhere Nebenkosten verbunden als mit Geschäften an Terminmärkten.

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