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Fondsbericht : Viele Sternschnuppen am Himmel der Mischfonds

  • -Aktualisiert am

Bild: FAZ

Viele Fondsmanager scheitern daran, dauerhaften Erfolg zu erzielen. Das ist auch Édouard Carmignac nicht gelungen. Manche jedoch etablieren sich auch über längere Zeit in der Spitzengruppe.

          Mischfonds sind die Paradedisziplin in der Vermögensverwaltung. Hier kann der Fondsmanager am besten zeigen, was er kann. Denn meistens darf er recht frei entscheiden, in was er investieren will und ob überhaupt. Mit den Freiheiten eines Mischfonds kommen viele Fondsmanager jedoch schwer zurecht. Viele von ihnen steigen für einen Augenblick an die Spitze und fallen dann ins Mittelfeld zurück.

          Carmignac serviert Durchschnitt

          Ein solcher Fall ist Édouard Carmignac, der Franzose, der in Deutschland den Mischfonds groß gemacht hat. Eine Zeitlang führte er unsere Rangliste der Mischfonds mit der besten Wertentwicklung an - und serviert seinen Anlegern seit geraumer Zeit Durchschnitt.

          In den vergangenen zwei Jahren brachte der Patrimoine laut Carmignac Gestion eine Wertentwicklung von kumuliert 4,1 Prozent. Auf die vergangenen drei Jahre gerechnet, waren es immerhin noch kumuliert 11,9 Prozent. Doch auch dies ist bei weitem zu wenig, um es in unserer Rangliste unter die 30 besten Mischfonds zu schaffen.

          Der BL Global 75 B Cap, der auf dem 30. Rang liegt, hat in den vergangenen drei Jahren eine Wertsteigerung von gut 27 Prozent geschafft. Seit gut einem Jahr ist der Carmignac Patrimoine nicht mehr in unserer Rangliste vertreten, die regelmäßig das Fondsanalysehaus Lipper für diese Zeitung berechnet.

          Zu den Sternschnuppen am Himmel der Mischfonds zählt auch der Ethna Aktiv von Luca Pesarini, der vor zwei Jahren noch auf Rang 15 unserer Bestenliste stand und seitdem ebenfalls in der Masse verschwunden ist.

          Value hat Konjunktur

          Die neuen Stars unter den Mischfonds heißen heute Flossbach von Storch oder auch Gané mit dem Acatis Gané Value Event. Dieser Fonds wird von Uwe Rathausky und Henrik Muhle in Aschaffenburg beraten. Der Fonds wurde zusammen mit der Universal Investment und mit Acatis Investment, deren geschäftsführender Gesellschafter Hendrik Leber ist, aufgelegt. Beide, Gané und Acatis, sind sich auch relativ ähnlich, und zwar dahingehend, dass sowohl Rathausky und Muhle wie auch Leber typische Value-Investoren sind.

          Diesen Anlagestil hat der amerikanische Investor Warren Buffett stark geprägt, und er zeichnet sich durch die systematische Suche nach unterbewerteten Aktien an der Börse aus. „Wir denken immer in Zahlungsströmen“, sagen Rathausky und Muhle. Wichtige Entscheidungsgrößen sind für sie deshalb der freie Cashflow im Verhältnis zum Wert des Unternehmens.

          Warten auf die Gelegenheit

          Bevor die beiden Anlageexperten von Gané investieren, warten sie jedoch gern auf positive Veränderungen im Unternehmen, beispielsweise in der Kapitalstruktur. „Wir achten darauf, was das Management und die Eigentümer machen“, sagen Rathausky und Muhle.

          Sie investieren sowohl in Aktien wie in Anleihen, wobei sie an Anleihen ähnlich herangehen wie an Aktien. Das fällt ihnen insofern leicht, als dass sie keine Staatsanleihen, sondern nur Unternehmensanleihen halten. So ergänzt sich die Analyse von Aktien mit der von Anleihen. Manchmal nehmen sie die Aktie und nicht die Anleihe, wie derzeit im Fall von McDonald’s, oder die Anleihe und nicht die Aktie wie aktuell bei der Commerzbank. Sie zwingen sich jedoch nicht zu investieren: „Wenn wir nichts finden, warten wir ab“, sagen Rathausky und Muhle.

            

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