Versicherer legen das Geld ihrer Versicherten vor allem in Anleihen an. Diese Aussage wird der Assekuranzbranche oft als Vorwurf vorgehalten mit dem Ziel, sie dazu zu bewegen, stärker in Aktien, Währungen, Rohstoffe oder alternative Investments zu investieren.
In den vergangenen Jahren jedoch warf die Strategie, in Zinstitel anzulegen, respektable Renditen ab, wie die jüngste Auswertung der besten Rentenfonds mit geringem Verlustrisiko zeigt.
Allianz dominiert
Unsere Rangliste, die das Fondsanalysehaus Lipper auf Basis der kumulierten Renditen in den vergangenen drei Jahren erstellt, zeigt auch, dass vor allem Versicherer mit ihren Rentenfonds in der Vergangenheit glänzten. Die Fondsgesellschaft des französischen Versicherungskonzerns Axa ist zweimal vertreten. Der deutsche Konkurrent Allianz hat gleich mit vier Fonds den Sprung in diese Bestenliste geschafft.
Genaugenommen sind es fünf Fonds. Anfang 2009 übernahm Allianz Global Investors von der Commerzbank deren Fondsgesellschaft Cominvest. Nun brachte die Allianz den Cominvest Adirenta, einst ein Flaggschiff unter den deutschen Rentenfonds, auf Rang 8 unserer aktuellen Rangliste.
Heute rangiert der Fonds mit einem Fondsvermögen von knapp 540 Millionen Euro im Mittelfeld. Der Allianz Pimco Rentenfonds beispielsweise, der es auf Rang 10 geschafft hat, ist mit einem Fondsvermögen von gut 1,3 Milliarden Euro ungleich größer.
Genaugenommen könnte auch die Fondsgesellschaft Monega, die sich mit ihrem Fonds Euro Bond für Rang 24 qualifiziert, zu den Versicherern gerechnet werden. Denn zusammen mit den Sparda-Banken und dem Bankhaus Sal. Oppenheim, das heute der Deutschen Bank gehört, sind die DEVK Versicherungen Eigentümer der relativ kleinen, doch agilen Fondsgesellschaft in Köln.
Schwankungsanfälliger Spitzenreiter
Das Segment der Rentenfonds mit geringem Verlustrisiko zeigt sich insgesamt stark: Mit Renditen von knapp 22 Prozent bis mehr als 27 Prozent über die vergangenen drei Jahre und 4 bis 9 Prozent in den vergangenen sechs Monaten fallen die Renditen recht hoch aus. Die Standardabweichung ist mit 3 bis etwas mehr als 5 Prozent vergleichsweise niedrig - nur der Spitzenreiter Threadneedle European Bond fällt mit 10 Prozent aus der Reihe.
Die Standardabweichung wird gerne verwendet, um das Kursrisiko einer Geldanlage zu erfassen. Für unseren Fondsvergleich misst Lipper, wie stark die täglichen Renditen der vergangenen drei Jahre um ihren Mittelwert schwanken. Eine hohe Standardabweichung zeigt eine starke Streuung - die einzelnen Renditen können also stark vom Mittelwert abweichen, was Anleger in der Regel nicht mögen. Eine niedrige zeigt, dass der Fondsmanager beständiger gearbeitet hat.
Das Problem der niedrigen Zinsen
So gut die Ergebnisse der Vergangenheit auch ausfallen, so werden viele Anleger auf den Anleihemärkten doch zunehmend nervös, wenn sie in die Zukunft schauen. Die Rendite für zehnjährige Bundesanleihen ist mit 2,1 Prozent auf einem historischen Tief angelangt. In den Vereinigten Staaten werfen zehnjährige Staatsanleihen mit rund 2,5 Prozent nur geringfügig mehr ab.
Die Niedrigzinsen stellen die Fondsmanager vor besondere Herausforderungen. Die Rendite eines Rentenfonds besteht aus drei großen Komponenten: erstens aus den Zinszahlungen, die sich aus dem Kupon der Anleihen ergeben, zweitens aus etwaigen Kursverlusten oder Kursgewinnen, wenn sich das Zinsniveau ändert, und drittens aus Wechselkursveränderungen, falls der Fondsmanager in Fremdwährungsanleihen investiert.
Bleiben die Zinsen niedrig oder fallen sie gar weiter, werden die niedrigen Kupons von Neuemissionen den Fondsmanagern zunehmend zu schaffen machen. Steigen die Zinsen dagegen, drohen Kursverluste.
Versicherer stark bei Rentenfonds - aber auch beim Kassieren
Pia Bücken (muscat)
- 26.08.2010, 13:33 Uhr