Nachhaltige Geldanlagen kosten Rendite, lautet ein häufig zu hörender Glaubenssatz. Ein Fondsmanager, lautet die Begründung, nimmt sich zwangsläufig Renditechancen, wenn er sein Anlagespektrum einschränkt.
Dem halten die Verfechter nachhaltiger Geldanlagen entgegen, dass Unternehmen, die verantwortungsbewusst mit Ressourcen - Umwelt, Mitarbeitern, Kunden oder Eigentümern - umgehen, dauerhaft erfolgreicher wirtschaften.
Risikoscheue, nachhaltige Kirchen
Ungeachtet dieser Debatte hält sich der Fonds KCD-Union Nachhaltig Mix nun seit mehr als einem Jahr in unserer Rangliste der 30 besten Mischfonds mit geringem Verlustrisiko, die regelmäßig das Analysehaus Lipper erstellt. Verwaltet wird der Fonds seit 1990 von der Union Investment, der Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken. Vertrieben wird er besonders in kirchlichen Kreisen, beispielsweise von der Evangelischen Kreditgenossenschaft oder der Bank im Bistum Essen, die stark im Bereich nachhaltige Geldanlage engagiert sind.
Leider trägt dieser Fonds nicht zur endgültigen Klärung der Frage bei, ob nachhaltige Geldanlagen auf lange Sicht eine höhere Rendite abwerfen oder nicht. Denn der Fonds ist vor allem als defensive Geldanlage positioniert, also als Fonds, der nicht in erster Linie eine hohe Rendite anstrebt, sondern möglichst geringe Risiken eingeht. Die KCD-Union-Nachhaltig-Fonds gibt es in drei Ausgestaltungen: als Aktienfonds, als Rentenfonds und als Mischfonds, der unter der Bezeichnung „Mix“ an Anleger verkauft wird.
Auch nur „Best-in-class“
Die Fondsmanager der Union Investment investieren bei diesem Mischfonds in Euro-Anleihen und Aktien, wobei sie nach negativen Ausschlusskriterien vorgehen. Unternehmen, die Rüstungsgüter, Alkohol und Tabak herstellen oder Glücksspiele anbieten, sind ausgeschlossen. Dasselbe gilt auf der Anleiheseite für Staaten, die systematisch Menschenrechte verletzen oder die Todesstrafe anwenden. Dies reduziert das Anlagespektrum erheblich.
Dann wird in einem zweiten Schritt jenen Unternehmen in jeder Branche der Vorzug gegeben, die in puncto Nachhaltigkeit besonders fortschrittlich sind. Dieser „Best-in-Class“ genannte Ansatz ist zuletzt in die Kritik geraten, weil BP beispielsweise als besonders nachhaltiges Unternehmen der Ölbranche Eingang in viele Aktienportefeuilles gefunden hat.