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Baufinanzierung

Fondsbericht Hochrisiko-Anlagen liegen vorne

Aktienanlagen in Gold und in Thailand führen Rangliste der besten Aktienfonds an. Doch wer auf solche Anlagen setzt, muss damit rechnen, dass sich damit nicht rechnen lässt.

© F.A.Z. Vergrößern

Ist es sinnvoll, sein Geld auf die besten Investmentfonds, die der Markt bietet, zu setzen? Vor einigen Jahren noch, bevor die Finanzkrise ausbrach, wäre wohl jeder ausgelacht worden, der überhaupt eine solche Frage zu stellen wagte.

Doch ein Blick auf unsere Rangliste der Aktienfonds mit der besten Wertentwicklung zeigt, warum die erfolgreichsten Fonds nicht zwingend eine sinnvolle Geldanlage sind. Denn Rendite ist nicht alles, sondern sie sollte stets mit dem eingegangenen Risiko verglichen werden.

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Goldgruben

Aktienfonds, die den Fokus auf Goldminen setzen oder auf die Börse Bangkok in Thailand, führen unsere Rangliste in dieser Kategorie an. Mit einer Drei-Jahres-Rendite von 86 Prozent belegt der Falcon Gold Equity Fund die Spitzenposition, wobei das Fondsanalysehaus Lipper, das regelmäßig diese Auswertung erstellt, nicht die jährliche Durchschnittsrendite nennt, sondern die kumulierte Rendite der vergangenen drei Jahre.

Infografik / Tabelle Fondsbericht 1-1 011210 © F.A.Z. Vergrößern

Mit knapp 77 Prozent liegt ein anderer Goldminen-Fonds, der World Gold Expertise der schweizerischen Privatbank Lombard Odier, nur knapp dahinter. Auch die beiden Thailand-Fonds in der Spitzengruppe - der eine kommt von Allianz RCM, der andere von Fidelity - weisen schwindelerregende Renditen von mehr als 70 Prozent aus.

Ungeliebte Schwankungsfreudigkeit

Doch Anleger, die ihr Geld in diese Fonds anlegen, müssen sich vor Augen führen, dass sie mit solchen Investments einen besonders heißen Reifen fahren. Dies zeigt sich darin, dass die Standardabweichung dieser Fonds zum Teil mehr als 40 Prozent beträgt. Sie ist ein gängiges Maß, um das Risiko übermäßig hoher Kursschwankungen zu erfassen.

Landläufig wird immer wieder die Meinung vertreten, nur ein Kursverfall sei eine schlechte Schwankung, ein steiler Anstieg dagegen eine gute. Professionelle Anleger sehen dies meist anders. Sie mögen in der Regel auch keinen überraschenden Kursanstieg, weil ihnen die Berechenbarkeit einer Wertentwicklung wichtig ist.

Für unseren Fondsvergleich misst Lipper, wie stark die täglichen Renditen der vergangenen drei Jahre um ihren Mittelwert schwankten. Eine hohe Standardabweichung zeigt eine starke Streuung - die einzelnen Renditen können kräftig von der Durchschnittsrendite abweichen. Eine niedrige zeigt, dass sich die Rendite beständiger entwickelt hat.

Unberechenbare Renditen

Eine Standardabweichung von 48 Prozent wie beim Falcon Gold Equity zeigt, dass der Fonds besonders heftig um die durchschnittliche Rendite schwankt. Unter der Annahme normal verteilter Renditen lägen die einzelnen Renditen mit einer Wahrscheinlichkeit von 95,4 Prozent im Intervall Durchschnittsrendite plus/minus die doppelte Standardabweichung, im Fall des Falcon-Fonds somit zwischen -8,9 Prozent (86,5-2×47,7) und +181,9 Prozent (86,5+2×47,7). Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95,4 Prozent liegt die Rendite des Fonds somit in einer Bandbreite von -8,9 Prozent und +181,9 Prozent. Das wiederum bedeutet, dass sich die Rendite schlicht im Bereich der Unberechenbarkeit bewegt.

Am anderen Ende der Schwankungsanfälligkeit rangieren normalerweise Rentenfonds mit geringem Verlustrisiko. Hier führte in unserem jüngsten Vergleich (Ein Fonds aus der Provinz setzt sich an die Spitze) der Kepler Vorsorge Rentenfonds mit einer Drei-Jahres-Rendite von 25,2 Prozent und einer Standardabweichung von 3,5 Prozent. Wieder unter der Annahme normal verteilter Renditen bewegt sich die Rendite des Fonds mit einer Wahrscheinlichkeit von 95,4 Prozent in einer Bandbreite zwischen 18,2 Prozent (25,2-2×3,5) und 32,2 Prozent (25,2+2×3,5).

Dieser Vergleich zeigt, dass Risiko nicht eine abstrakte Größe ist, sondern ganz konkrete Auswirkungen auf das Portfolio der Anleger haben kann, die kein Anleger vernachlässigen sollte.

Quelle: F.A.Z.

 
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Veröffentlicht: 02.12.2010, 08:30 Uhr

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