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Veröffentlicht: 04.02.2010, 16:16 Uhr

Fondsbericht Geldanlage in Zeiten niedriger Renditen

Fondskäufer sollten jetzt vor allem auf die Risikokennziffern schauen. Doch auf welche? Üblich sind Volatilität und Sharpe-Ration - trotz ihrer Nachteile. Die aussagekräftigere Sortino-Ratio wird dagegen selten ausgewiesen.

© F.A.Z.

Nur eine Handvoll Mischfonds erzielen derzeit eine Rendite, die einen Kauf dieser Produkte rechtfertigt. Dies zeigt unsere jüngste Rangliste der Mischfonds mit der besten Wertentwicklung, die das Fondsanalysehaus Lipper regelmäßig erstellt. Viele Fonds, die den Sprung in die Liste der Besten geschafft haben, kommen auf eine Rendite von weniger als 5 Prozent - und das kumuliert über drei Jahre.

Immerhin der Spitzenreiter, der Fonds Carmignac Patrimoine der französischen Fondsboutique Carmignac Gestion, erreicht eine Rendite von 29 Prozent über die drei Jahre. Somit liegt das jährliche arithmetische Mittel dieses Fonds bei weniger als 10 Prozent, was derzeit gar nicht so schlecht ist.

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Entscheidend ist das Verhältnis zum Risiko

Die Anleger werten meist anhand der Rendite, ob eine Geldanlage vorteilhaft war oder nicht. Dabei ist nicht die absolute Höhe der Verzinsung allein entscheidend, sondern der Vergleich mit einer risikolosen Geldanlage, beispielsweise mit Tagesgeld oder mit der Rendite einer Bundesanleihe. Denn das Risiko eines Wertverlustes muss ein Fonds, in den der Anleger investiert, zumindest ausgleichen.

Infografik / Tabelle FB 2 040210 © F.A.Z. Vergrößern

Das Risiko messen die meisten Anleger eher nach Gefühl. Finanzmathematiker jedoch haben versucht, das Kursrisiko genauer zu fassen. Die Gefahr eines Kursverlustes messen sie üblicherweise anhand der Schwankungsanfälligkeit, der Volatilität. Dazu verwenden sie die Standardabweichung, die zeigt, wie stark der Wert einer Geldanlage um seinen Mittelwert schwankt. Je höher die Standardabweichung, wie sie in unserer Rangliste ausgewiesen ist, desto höher ist nach dieser Definition das Risiko eines Fonds.

So kommt der Deka Euroland Balance auf eine dreijährige Rendite von 14,4 Prozent und liegt gleichauf mit dem Walser Portfolio German Select, der 14,3 Prozent erreicht. Doch die Standardabweichung des Deka-Produkts liegt bei nur 4,1 und damit deutlich unter der Schwankungsanfälligkeit von 10,9, die der von HSBC Investments gemanagte Walser-Fonds aufweist.

Lieber Sharpe oder besser doch Sortino?

Das Verhältnis von Rendite und Risiko drücken die Ökonomen anhand der Sharpe-Ratio aus. Diese setzt die Überschussrendite, die ein Fonds über die risikolose Rendite beispielsweise einer Bundesanleihe hinaus bietet, ins Verhältnis zur Standardabweichung im Betrachtungszeitraum. Je höher die Sharpe-Ratio, desto besser. Denn dann bezieht der Anleger im Vergleich zur risikolosen Geldanlage eine hohe Überschussrendite bei gleichzeitig niedriger Schwankungsanfälligkeit.

Da die Volatilität zwangsläufig stets positiv ist, weist die Sharpe-Ratio nur dann ein Minuszeichen auf, wenn die Fondsrendite unter der der risikolosen Anlage liegt. Dann hat die Sharpe-Ratio einen Nachteil: Sie verliert ihre Aussagekraft, wenn sie negativ wird, da dann ein höheres Risiko zu einer weniger negativen, das heißt: besseren Sharpe-Ratio führte.

Die Risikomessung anhand der Volatilität wird häufig kritisiert. Denn in der Standardabweichung wird eine Aufwärtsbewegung als genauso riskant eingestuft wie ein Kurssturz. Diesen Mangel der Sharpe-Ratio versuchte der Ökonom Frank Sortino mit der von ihm entwickelten Sortino-Ratio zu beheben: Diese berücksichtigt nur die Volatilität, die von abwärtsgerichteten Bewegungen erzeugt wird. Aufwärtsbewegungen dagegen bewertet er als günstig. So berücksichtigt er nur jene Rendite, die nicht die Rendite der risikolosen Geldanlage übersteigt. So versucht Sortino das Abwärtsrisiko einer Geldanlage zu fassen.

Viele Hedge-Fonds-Manager, die unabhängig von der Marktentwicklung eine positive Rendite anstreben, verwenden die Sortino-Ratio. Ein Nachteil ist diesen Größen gemein: Sie beruhen auf Daten aus der Vergangenheit. Es wird unterstellt, dass die künftigen Werte von den historischen abhängen. Diese Annahme ist jedoch ein Hilfskonstrukt. Nur eines ist sicher: Rendite und Risiko hängen zusammen wie die beiden Gesichter des Janus-Kopfes.

Quelle: F.A.Z.

 

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