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Veröffentlicht: 27.01.2011, 16:15 Uhr

Fondsbericht Flossbach von Storch erklimmt aus dem Nichts die Spitze

Der Flaggschiff-Fonds der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch ist der neue Spitzenreiter unter den Mischfonds mit der besten Wertentwicklung. Das liegt daran, dass er jetzt erst für die Rangliste berücksichtigt wird.

© F.A.Z.

Unsere Rangliste der Mischfonds mit der besten Wertentwicklung hat einen neuen Spitzenreiter. Es ist der FvS Strategie Sicav - Multiple Opportunities der Kölner Vermögensverwaltung Flossbach von Storch. Der Fonds kommt sozusagen aus dem Nichts. Bisher tauchte er nie in unserer Ranglisten auf und plaziert sich nun aus dem Stand heraus vor dem einstigen Star unter den Mischfonds, dem Carmignac Patrimoine, der auf Rang 14 liegt. Doch diese Geschichte ist nicht die Geschichte vom Überraschungsaufsteiger, wie sie der Fußballverein 1. FC Kaiserslautern darbot, als er 1998 aus der 2. Liga aufstieg und sofort die deutsche Meisterschaft gewann.

Frisch qualifiziert

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Der Grund für den raschen Aufstieg des FvS-Produkts liegt in den Methoden, die das Fondsanalysehaus Lipper dieser Fondsauswahl zugrunde legt: Grundlage unserer Rangliste ist die Rendite in den vergangenen drei Jahren, womit schon einmal viele Fonds von vornherein ausgeschlossen sind, die nicht auf eine dreijährige Historie zurückblicken können. Die Idee dahinter ist, dass der Fonds den Anlegern auch eine gewisse Beständigkeit in seiner Leistungsfähigkeit bewiesen haben sollte. Damit war der FvS-Fonds lange von vornherein nicht qualifiziert, da er erst Ende Oktober 2007 aufgelegt wurde.

Infografik / Tabelle Fondsbericht 1-1 270111 © F.A.Z. Vergrößern

Auch dann hatte der Flossbach-Fonds noch nicht alle Hürden genommen. Denn des Weiteren muss ein Fonds, damit er in unserem Fondsbericht berücksichtigt wird, in der Tranche für Privatanleger auf ein Fondsvolumen von mindestens 50 Millionen Euro kommen. Diese Hürde nahm FvS erst Anfang Januar, obwohl das gesamte Vermögen des Fonds bei rund 177 Millionen Euro liegt.

Immer wieder beklagen sich Fondsgesellschaften, dass sie zwar erstklassige Fonds anbieten, Lipper sie aber nicht berücksichtigt. Das liegt häufig an der 50-Millionen-Hürde. Diese soll sicher stellen, dass der Fonds eine gewisse Sichtbarkeit und ein Mindestmaß an Bedeutung für Privatanleger haben sollte. Dadurch werden nicht nur Fonds ausgeschlossen, die sich ausschließlich an professionelle Großinvestoren richten, sondern auch Investmentansätze, die noch ihren Erfolg im Vertrieb beweisen müssen.

Freihändiges Management

Mit einem ganz individuellen Ansatz hat es Fondsmanager Bert Flossbach nun an die Spitze gebracht. Beim Multiple Opportunities kann er völlig frei entscheiden, wie stark er in Aktien, Anleihen, Wandelanleihen oder Edelmetalle investieren will. „Ich muss auf keinerlei Anlage-Untergrenzen achten“, sagt Flossbach.

Solche Untergrenzen finden sich in den Fondsbeschreibungen mit Formulierungen wie: „Der Fonds ist stets zu mindestens 40 Prozent in Aktien investiert.“ Historisch betrachtet jedoch ist der Fonds auf Aktien ausgerichtet. 40 bis 80 Prozent betrug ihr Anteil in der Vergangenheit. Laut der jüngsten Mitteilung von FvS waren es zuletzt 71 Prozent.

Auch soll der Fonds dem Anleger eine absolute Rendite bringen. „Wir orientieren uns bei diesem Fonds an keinerlei Referenzindizes“, sagt Flossbach. Optionen und Terminkontrakte, wie sie in anderen Absolute-Return-Strategien gern verwendet werden, spielen in diesem Fonds eine untergeordnete Rolle. „Derivate setzen wir nur ein, wenn sie Sinn machen“, sagt Flossbach. „Das ist zurzeit nicht der Fall, weil die Volatilität zu gering ist.“

Lediglich 2 Prozent des Fondsvolumens hat er aufgewendet, um langfristige Kaufoptionen auf die Aktienindizes S&P 500, Nikkei und Dax zu kaufen. Die liegen derzeit jedoch weit aus dem Geld. Damit waren sie günstig zu haben, bieten laut Flossbach jedoch die Chance auf hohe Kurssteigerungen. Flossbachs Kalkül: „Wenn die Inflation tatsächlich anzieht, werden auch die Aktienkurse steigen.“

Franken-Bonus verloren

Der bisherige Spitzenreiter, der Swisscanto (LU) Capital Protect 2014, ist auf Rang 9 zurückgefallen. Das hat nichts mit einem Leistungssturz der Fondsmanager zu tun. Vielmehr ist die Heimatwährung des Fonds der Schweizer Franken. In unserer Rangliste jedoch werden Renditen stets in Euro ausgewiesen.

So hatte der Swisscanto-Fonds lange vom Höhenflug des Schweizer Franken profitiert. Anfang 2008 mussten für einen Euro mehr als 1,60 Franken gezahlt werden. Vor einem Monat waren es nur noch 1,24 Franken. In der Zwischenzeit hat der Franken wieder gegenüber dem Euro an Boden verloren. Derzeit kostet ein Euro rund 1,30 Franken. Diese jüngste Wechselkurs-Bewegung schmälert nun die Rendite.

Quelle: F.A.Z.

 

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