Home
http://www.faz.net/-gvf-11ffw
Mehr Angebote
| Abo|Hilfe
Montag, 13. Februar 2012
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fondsbericht Europaweiter Rückzug aus Fonds

11.12.2008 ·  Europaweit ziehen die Anleger ihr Geld aus Investmentfonds ab. Doch nicht nur das macht den Fondsmanagern zu schaffen. Sie kämpfen darum, nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Artikel Bilder (8) Lesermeinungen (3)

Keine Form der Geldanlage ist so stark vom Abschied der Anleger aus den Kapitalmärkten betroffen wie die Investmentfonds. „Wir haben Milliarden von Euro verloren, die in Richtung Bankeinlagen abgeflossen sind“, kommentiert James Broderick, Europa-Chef der amerikanischen Fondsgesellschaft J. P. Morgan Asset Management die Absatzentwicklung in diesem Jahr.

Die massenhafte Rückgabe von Fondsanteilen und die Sicherstellung des Geldes auf dem Bankkonto ist dabei nicht nur auf einzelne Länder beschränkt, in denen sich die Anleger traditionell als besonders risikoscheu erweisen oder in denen die Regierungen in diesem Herbst eine Staatsgarantie auf private Spareinlagen gegeben haben wie in Deutschland.

Nur Liechtenstein, Rumänien und Slowakei gefragt

In einer kürzlich veröffentlichten Übersicht des europäischen Fondsbranchenverbandes Efama zum Neugeschäft in den ersten drei Quartalen dieses Jahres wiesen lediglich Fonds, die in den Nischenmärkten Liechtenstein, Rumänien und Slowakei beheimatet sind, höhere Zu- als Abflüsse aus.

Ansonsten überwiegen seit Jahresbeginn die Anteilsrückgaben. Besonders hoch sind sie in Italien und Spanien ausgefallen, wo die Anleger 54 beziehungsweise 42 Milliarden Euro abzogen. Die deutsche Fondsbranche steht in der Efama-Statistik mit einem Nettomittelabfluss von 12 Milliarden Euro vor diesem Hintergrund noch vergleichsweise gut da.

Höhepunkt im Oktober

Insgesamt summiert sich die Rückzugsbewegung in den ersten neun Monaten europaweit auf 193 Milliarden Euro. Aktienfonds waren mit 124 Milliarden Euro besonders stark betroffen. Mischfonds, die neben Aktien auch in weniger riskante Anleihen investieren können, hielten sich mit Auszahlungen von 16 Milliarden Euro fast stabil.

Dabei erreichte die Absatzkrise der Fonds erst im Oktober ihren Höhepunkt. Auch wenn genaue Daten für den gesamteuropäischen Markt noch nicht vorliegen – der vom Bundesverband Investment (BVI) für Deutschland gemeldete Rekordabfluss von 41 Milliarden Euro aus Wertpapier-Publikumsfonds gibt bereits einen Vorgeschmack.

Nichts ist sicher

Während die Fondsverkäufer darum kämpfen, die verbliebenen Anleger an Bord zu halten, kämpfen die Fondsmanager darum, in der andauernd schwierigen Gemengelage aus hoher Volatilität und teilweise geringer Liquidität mit ihren Portfoliopositionen nicht auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

Für Mischfonds gilt dies in besonderem Maße. Hier stehen die Portfoliokonstrukteure vor der schwierigen Aufgabe, nicht zu früh oder aber zu spät die Aktienquote wieder hochzufahren.

Außerdem ist die Anleiheseite in dieser Finanzkrise nicht automatisch ein Instrument, um Verluste auf der Aktienseite abzumildern. Genauso können sich mit Zinspapieren die Verluste vergrößern, sobald sich das Fondsmanagement nur ein winziges Stück von sicheren Staatsanleihen entfernt. Selbst Pfandbriefe sind vor Kursverwerfungen nicht mehr sicher.

Der Trendfolger siegt

Selten zuvor war deshalb mit Blick auf die Ein-Jahres-Wertentwicklung die Bandbreite im Wettbewerbsvergleich in den einzelnen Fondskategorien so groß wie in diesen Wochen. Bemerkenswert bei einem Blick auf unsere aktuelle Rangliste ist, dass sich einzelne rational agierende Trendfolgemodelle, nach denen unter mathematischen Gesichtspunkten Anlageentscheidungen getroffen werden, in dem Umfeld irrationaler Kursbewegungen an den Aktien- und Rentenmärkten besser schlagen als viele an der Fundamentalanalyse von Unternehmens- und Wirtschaftsdaten orientierte aktive Fondsmanager.

Dafür genügt es allerdings auch schon, wenn ein Modell in diesem Herbst komplett auf Aktienrückzug geschaltet hat. So war dies bei der Schweizer Portfolio-Beratungsgesellschaft Multi-Invest im Oktober, deren Anlageprodukte unsere Mischfondsrangliste derzeit anführen. Durch die kurzfristige Verlustvermeidung steht nun hinter den vergangenen drei Jahren immer noch ein Wertzuwachs von 20 Prozent.

Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
10.02.2012
Tops & Flops Fonds Kurs Prozent

ESPA STOCK BIOTEC (T)

151,91 € +32,99 %

DWS Biotech Typ O

67,68 € +30,84 %

BNP PARIBAS L1 Equity World Biotechnology C

532,70 € +30,02 %

SEB Concept Biotechnology B

39,02 € +27,08 %

Julius Baer Biotech Fund (USD) B

129,08 $ +26,50 %

Earth Exploration Fund UI (EUR R)

49,09 € −34,97 %

Dexia Equities L Sustainable Green Planet N

36,66 € −35,24 %

Edmond de Rothschild China A

200,32 € −35,65 %

KEPLER Öko Energien (T)

49,41 € −36,16 %

LUXEMBOURG SELECTION FUND - Asian Solar & Wind Fund A1

53,60 € −50,62 %
10.02.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.692,96 −1,41%
 OK
13.02.2012
Name Kurs Prozent
DAX 6.692,96 −1,41%
FAZ-INDEX 1.495,13 −1,32%
TecDAX 769,89 −0,43%
MDAX 10.249,10 −1,04%
SDAX 4.985,13 −0,71%
REX 421,06 −0,02%
Eurostoxx 50 2.480,76 −1,65%
F.A.Z. EURO INDEX 80,01 −1,60%
Dow Jones 12.801,20 −0,69%
Nasdaq 100 2.547,32 −0,65%
S&P500 1.342,64 −0,69%
Nikkei225 9.001,37 +0,61%
EUR/USD 1,3239 +0,01%
Rohöl Brent Crude 118,24 $ +0,29%
Gold 1.711,50 $ −2,09%
Bund Future 138,62 € +1,01%