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Sonntag, 12. Februar 2012
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Fondsauswahl Immer weniger Fonds schlagen den Index

20.04.2007 ·  Das Ergebnis einer Studie ist ernüchternd. Nicht nur, dass es nur einer Minderheit von Fondsmanagern gelingt, den Index zu schlagen, die Gruppe tendiert dazu, kleiner zu werden. Die Manager seien zu passiv, meinen die Analysten von e-fundresearch.

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Es ist sicherlich keine neue Nachricht, dass es zu wenigen Fondsmanagern gelingt, den Vergleichsindex für die Wertentwicklung des von ihnen verwalteten Vermögens, die so genannte Benchmark, dauerhaft zu schlagen.

Ist diese Bilanz schon an sich ernüchternd genug, so versetzt die jüngste Quartalsanalyse der Wiener Fondsanalysten von e-fundresearch.com dem Anleger, der hier die Stirn kraus zieht, einen weiteren Dämpfer.

Europafonds im Hintertreffen

Denn das Bild hat sich weiter verschlechtert. Während Ende Juni 2006 durchschnittlich 30 Prozent aller Aktienfondsmanager ihren Referenzindex über Zeitraum von zehn Jahren zu schlagen vermochten, waren es zum Stichtag 30. März nur noch 28 Prozent. Auf Sicht von fünf Jahren fiel die Quote auf 23 Prozent.

Am schlechtesten schneiden dabei die Manager von Europafonds ab. Nur 13 der insgesamt 114 Fonds mit einer Anlagegeschichte von zehn Jahren hätten einen höheren Ertrag erwirtschaften können als der MSCI-Europe-Index erbrachte. Auch Amerika-Fonds zeigten sich nur wenig besser: Lediglich 18 Prozent gelang es besser abzuschneiden als der S&P-500-Index.

Die größten Verschlechterungen habe es indes bei japanischen Aktienfonds gegeben. Während vor einem Jahr noch 27 Prozent aller Fonds über einen Zeitraum von fünf Jahren gegenüber dem den Topix-Index einen Mehrertrag erwirtschaften konnten, seien es aktuell nur noch 14 Prozent. Auf Sicht von zehn Jahren sei die Quote von hohen 46 auf 35 Prozent gefallen.

Fondsmanager zu passiv

Indes ist nicht alles schlecht. So sind die Manager globaler Aktienfonds erfolgreicher geworden. Auf Sicht der vergangenen fünf Jahre schlägt mit 43 Prozent fast jedes zweite der 577 untersuchten Portfolios den MSCI-World-Index. Vor zwei Jahren lag dieser Wert noch bei 28 Prozent, im Juni 2005 sogar nur noch bei 25 Prozent.

Die Analysten führen dies darauf zurück, dass sich die meisten Fondsmanager zu passiv verhielten. Nicht nur passive, sondern auch sehr viele aktiv gemanagte Fonds folgten ihren Vergleichindizes so eng, dass sie den Namen eigentlich gar nicht verdienten.

Das zeige die Entwicklung des durchschnittlichen „Tracking Error“. Mit dieser Kennziffer wird die Standardabweichung der Differenzen zwischen Portfolio- und Benchmarkrendite gemessen. Ein perfekter Indexfonds hätte einen „Tracking Error“ von Null. Bleibt die Marktvolatilität unverändert, so bedeutet ein niedrigerer „Tracking Error“ eine größere Benchmarknähe.

„Hin und Her macht die Taschen leer“

Diese Kennziffer, so e-fundresearch, sei für Europafonds in Beziehung zum MSCI Europe gemessen über zwei Jahre, auf 3,9 Prozent von 6,8 Prozent im Jahr 2004 und 8,4 Prozent im Jahr 2001 gefallen. Im Schnitt würden die betreffenden Manager also immer vorsichtiger - denn gleichzeitig sei die Volatilität, gemessen an der Entwicklung des VDAX seit März 2001 um 36 Prozent gefallen, wohingegen die Tracking Errors um über 54 Prozent sanken.

Da aber gleichzeitig die Kosten nicht generell gesunken seien, müssen die erwirtschaftete Überrendite im Schnitt abnehmen. Dabei gilt offenbar vor allem auch für Fondsmanager die Regel: „Hin und Her macht die Taschen leer“. Denn während amerikanische Aktienfondsmanager bis in die sechziger Jahre noch mit einem prozentualen Portfolioumschlag von jährlich weniger als 20 Prozent auskamen, so sei heute ein Umschlag von 110 Prozent gutes Mittelfeld. Die steigenden Transaktionskosten gehen zulasten der Fondsrendite, kommen aber der Depotbank zugute. Honny soit qui mal y pense.

Unter den gegebene Umständen erscheinen daher Indexfonds auf einmal noch attraktiver. Und wenn es schon ein aktiv gemanagter Fonds sein soll, dann sollten die Gebühren an dieser Stelle eine geringere Rolle spielen. Auch einen höheren „Tracking Error“ gilt es in Kauf zu nehmen - keine Rendite ohne höheres Risiko.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @mho
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