16.08.2010 · Fonds nicht direkt zu kaufen, sondern über Zertifikate zu zeichnen, ist ein Modell, das derzeit viele Nachahmer findet. Doch nicht nur bei der Absicherung sind die Anleger schlechter gestellt.
Von Christian von HillerDer Verkaufserfolg des französischen Investmentfonds Carmignac Patrimoine zieht jede Menge Nachahmer an. Nun hat auch die Landesbank Berlin (LBB) ein Produkt auf den Fonds der Pariser Fondsboutique Carmignac Gestion emittiert, das die Anleger noch unter der Wertpapierkennnummer (WKN) LBB5HZ bis zum 27. August zeichnen können. In diesem Fall handelt es sich um eine Anleihe auf den Carmignac Patrimoine (Isin: FR0010135103).
Es ist jedoch fraglich, ob sich diese Anleihe aus Anlegersicht mehr lohnt als die zahlreichen Zertifikate auf den Carmignac Patrimoine, die meist eine geringere Rendite abwerfen als der Fonds selbst. Dabei ist es durchaus verständlich, sich an den Erfolg des Fonds dranhängen zu wollen, hatte er doch in den Jahren 2008 und 2009 hohe Renditen erzielt. Der Erfolg drückt sich auch darin aus, dass der Fonds mittlerweile ein Fondsvermögen von mehr als 20 Milliarden Euro eingesammelt hat. Im laufenden Jahr dagegen liegt die Wertentwicklung mit einem Plus von rund 4 Prozent eher im Mittelfeld.
Anleger auch bei der Absicherung schlechter gestellt
„Das ist kein geeignetes Modell für private Investoren“, sagt Gerd Bennewirtz, geschäftsführender Gesellschafter der Vermögensverwaltung SJB Fondsskyline in Korschenbroich bei Düsseldorf, und rät vom Kauf der LBB-Anleihe ab. Die Käufer der Anleihe sollen teilweise an der Wertentwicklung des Patrimoine teilhaben und am Ende der Laufzeit im September 2015 ihren Einsatz zu mindestens 100 Prozent zurückerhalten. Dazu wird die Wertentwicklung des Patrimoine an vier Stichtagen im Jahr festgehalten, somit an insgesamt 20 Bewertungstagen. Bennewirtz stützt seine negative Einschätzung auf den Blick zurück: Wie hätten Käufer der LBB-Anleihe abgeschnitten, wenn sie vor fünf Jahren in solch ein Produkt hätten investieren können?
Wäre ein Anleger per 27. Mai dieses Jahres seit fünf Jahren kontinuierlich im Patrimoine investiert gewesen, hätte er eine Wertentwicklung von insgesamt 69 Prozent erzielt. Mit einer Anleihe zu den LBB-Konditionen wären es kumuliert 33 Prozent gewesen – also weniger als die Hälfte. Dieses Geschäft bringt der Bank in den Augen Bennewirtz’ eine ansehnliche Rendite. Und dabei sei der Anleger auch im Hinblick auf die Absicherung schlechter gestellt. Käufer des Carmignac Patrimoine profitieren im Insolvenzfall der Fondsgesellschaft vom Status des Fonds als gesetzlich geschütztes Sondervermögen. Käufer der LBB-Anleihe dagegen tragen voll das Emittentenrisiko.
Den Ausgabeaufschlag umgehen
Offenbar fällt es den Zertifikate-Anbietern schwer, Anleger zu überzeugen, Zertifikate auf Investmentfonds zu kaufen. Knapp 20 Zertifikate gibt es zurzeit auf den Patrimoine von der DZ Bank, der Commerzbank, der West LB und der Hypo-Vereinsbank. So hat die Commerzbank beispielsweise ein Partizipationszertifikat (WKN: CB89VM) auf den Carmignac Patrimoine begeben, das im September 2015 fällig wird. Die Wertentwicklung jedoch bleibt deutlich hinter der des Fonds zurück (siehe Grafik).
Die Carmignac-Fonds sind auch nicht die einzigen Produkte, die Zertifikatekonstrukteure kreativ werden ließen. So emittierte die Landesbank Berlin beispielsweise ein Basketzertifikat (WKN: LBB1Y0) auf den Magna Africa Fund (Isin: IE00B0TB5201) mit Fälligkeit 2017. Das Zertifikat verbrieft den Afrika-Fonds der Londoner Fondsgesellschaft Charlemagne Capital.
Ein Absatzerfolg waren diese Produkte offenbar nicht. Zertifikate auf Fonds spielen nach Auskunft der Ratingagentur Scope nur noch eine untergeordnete Rolle auf dem Markt für alternative Investments. So hatte die Commerzbank wohl schon signalisiert, dass sie kein großes Interesse daran hat, weitere Produkte dieser Art zu bringen. Auch die BNP Paribas war eine Zeitlang in diesem Segment aktiv und hat sich nun zurückgezogen. Ohnehin sind Fonds meistens frei käuflich. Anleger, die den Ausgabeaufschlag umgehen wollen, können viele Fonds beispielsweise über die Börse Hamburg kaufen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3233 | −0,04% |
| Rohöl Brent Crude | 118,04 $ | +0,12% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |