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Fonds Wenn schon Hedge-Fonds, dann marktneutral

08.02.2008 ·  Schlagzeilen wie „Aktien-Hedge-Fonds verzeichnen größten Verlust seit sieben Jahren“ machen sich optisch zwar gut. Allerdings führen sie am Kern vorbei, wenn man einzelne Strategien über einen längeren Zeitraum hinweg betrachtet.

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Anleger sollten Berichte über Hedge-Fonds immer mit einer gewissen Distanz lesen. Denn Schlagzeilen wie „Aktien-Hedge-Fonds verzeichnen größten Verlust seit sieben Jahren“ machen sich optisch zwar gut. Allerdings wird ihre Aussage deutliche revidiert, wenn man den durchschnittlichen Verlust eines Aktien-Hedfe-Fonds mit einem Minus von mehr als 16 Prozent in vielen europäischen Indizes oder von knapp neun Prozent im S&P-500-Index vergleicht.

In diesem Sinne können knackige Überschriften in die Irre führen. Denn entscheidend ist nicht die kurzfristige Wertentwicklung, sondern die, die sich über einen längeren Zeitraum hinweg erzielen lässt. Bei dieser Betrachtung schneiden gerade erprobte, marktneutrale Hedge-Fonds besser ab als der Markt. Das gilt vor allem für jene, die größere Kursverluste in Schwächephasen vermeiden können und die sich in Boomphasen vergleichsweise gut schlagen können.

Ursprüngliche Hedge-Fonds-Idee: Marktneutralität

Genau das entspricht der ursprünglichen Idee der Hedge-Fonds, die heute vor allem durch so genannte marktneutrale oder Long-Short-Strategien verkörpert werden. Tatsächlich zeigt der Vergleich des Greenwich Global Long/Short Equity Group Index mit der Wertentwicklung des S&P 500 oder der des Dax-Index auf vergleichbarer Basis, dass sich der Hedge-Fondsindex aufgrund der robusteren Entwicklung in Baissephasen im Durchschnitt deutlich besser schlug, als der breite Aktienmarkt.

Tatsächlich führte die Hedge-Fondsstrategie zu einer durchschnittlichen Jahresrendite von 15 Prozent, während der amerikanische Markt auf etwas mehr als elf Prozent und der deutsche Aktienmarkt auf rund zwölf Prozent kam.

Alleine schon aus diesem Grund des Blick auf kurzfristige Performancezahlen sinnlos, sofern man vor einem Investment sichergestellt hat, dass der relevante Fondsmanager seriös ist und dass er schon mehrere Jahre eine solide Performance bei begrenztem Risiko abgeliefert hat. Dabei dürfte man als Anleger unterscheiden müssen zwischen der tatsächlichen Managerleistung und dem, was der jeweilige Markt auch ohne „Expertise“ des jeweiligen Fondsmanagers geboten hätte.

Sondertrends dürften sich nicht wiederholen lassen

Angesichts der Sondertrends der vergangenen Jahre und der inzwischen aufgelaufenen Ungleichgewichte dürfte sich bei manchem Schwellenländerfonds fragen müssen, ob sie künftig noch einmal zu gut abschneiden werden wie in der Vergangenheit (siehe auch: Zunehmende Risiken für Anleger in Zentral- und Osteuropa).

Selbst bei einer kurzfristigen Betrachtung ist das Formulieren eines pauschalen Werturteils nicht angemessen. Denn während in den vergangenen Wochen einzelne Strategien zum Teil deutliche Verluste hinnehmen mussten und damit den Durchschnitt nach unten zogen, so konnten andere deutliche Kursgewinne verbuchen. Dazu zählten im Januar jene Fonds, die ausdrücklich auf fallende Kurse gesetzt hatten sowie Makro-Fonds, die unter anderem auf Zinsen, Währungen und Rohstoffe spekulieren. Im Gegensatz zum kurzfristigen Erfolge sind „Short Seller“ längerfristig zumindest im Durchschnitt wenig erfolgreich. Denn die Märkte tendieren im langfristigen Trend aufgrund des wachstumsorientierten Systems nach oben und ziehen dabei immer wieder auch die Aktien schwacher Unternehmen mit nach oben. Denn wenn die „Liquiditätsflut“ kommt, dann steigen auch die angeschlagenen „Boote“.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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