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Fonds Teure Fonds sind oft die schlechteren

29.09.2004 ·  Welche Zusammenhänge bestehen zwischen Kosten und Performance bei Fonds? Sind gute Fonds teurer als schlechte? Das Ergebnis einer Studie von e-fundresearch zeigt einige überraschende Entwicklungen.

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Fondsanleger haben in einem sehr unübersichtlichen Markt bei der Auswahl des richtigen Anlagevehikels nicht leicht. Sie sollten nicht nur auf die Wertentwicklung in der Vergangenheit schauen, denn sie ist keine Garantie für die Zukunft. Sondern auch auf die Kosten des gewählten Fonds. Eins Studie zeigt unerwartete Zusammenhänge.

Seit Februar diesen Jahres müssen Fondsanbieter erstmals sogenannte “vereinfachte Prospekte“ veröffentlichen. Diese beinhalten neben Angaben zum Anlageziel und dem Risikoprofil des Fonds auch wichtige Informationen zur Kostenstruktur: Die Angabe der „Total Expense Ratio“ (TER) und „Portfolio Turnover Ratio“ (PTR) ist ein wichtiger Schritt in Richtung Transparenz und sollte - das zeigt eine aktuelle Studie von e-fundresearch -auch in die Anlageentscheidung mit einfließen.

Kleine Fonds teurer als große&

Bei den 611 untersuchten österreichischen Fonds lag die durchschnittliche TER bei 1,44 Prozent. Die Bandbreite erstreckt sich jedoch von 0,09 Prozent beim ESPA Select Cash bis hin zu stolzen 4,53 Prozent beim C-Quadrat Galaxy. Immerhin haben aber 75 Prozent der Fonds eine TER von unter 2 Prozent. Kleine Fonds waren dabei im Allgemeinen geringfügig „teurer“ als ihre großen Konkurrenten.

& und teurere schlechter als günstige

e-fundresearch untersuchte die Frage, ob die TER eines Fonds Rückschlüsse auf dessen Performance zuläßt. Dies ist tatsächlich der Fall, allerdings leisten „teurere“ Fonds nicht unbedingt mehr für ihr Geld: Sowohl über den 3-Jahres Horizont als auch über 5 Jahre erbrachten Fonds mit höherer TER im Schnitt deutlich schlechtere Ergebnisse als ihre „schlankeren“ Kollegen - da es sich bei der angegebenen Performance um die Netto-Werte handelt, das heißt die angefallenen Kosten wurden bereits von den Erträgen abgezogen, ist dieses Ergebnis auch intuitiv einsichtig.

Überraschend ist hingegen, daß dieses Resultat auch bei Betrachtung einer rechnerischen Bruttoperformance - also vor Abzug der Kosten - hält: Insbesondere bei Anleihenfonds liegt das schlechtere Endergebnis für den Anleger also nicht nur daran, daß die höheren Kosten seinen Gewinn schmälern: Tatsächlich scheint es so, als würden gerade die schlecht verwalteten Fonds auch besonders viel für ebendiese Verwaltung ausgeben. Positive Ausnahmen wie der Raiffeisen Osteuropa Aktien Fonds mit 67 Prozent Gewinn über die vergangenen drei Jahre bei einer TER von 2,17 Prozent oder der Constantia Global Property mit 12,83 Prozent Ertrag bei einer TER von 2,29 Prozent bestätigen aber auch hier die Regel.

Kosten bei großen Fonds steigen

Aktuelle Entwicklungen in Deutschland zeigen überdies, daß die Kosten für Fonds weiter ansteigen: „Unter dem Strich kosten Fonds den meisten Anleger mehr Geld. Ein Blick auf die betreffenden Fonds, bei denen die Gebühren im Zuge der Harmonisierung angehoben beziehungsweise gesenkt wurden, zeigt, daß vor allem bei den Fonds mit großem Volumen die Kosten gestiegen sind, während sie vor allem bei kleinen Fonds gesunken sind“, so die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 28.9.2004 (siehe: Die Kosten für Fonds steigen weiter)

Häufiger Wechsel im Portfolio muß nicht immer schlecht sein

Eine weitere wichtige Kennzahl ist die „Portfolio Turnover Ratio“ (PTR): Sie ist ein Maß für das Transaktionsvolumen eines Fonds. Bei den untersuchten Fonds konnte allerdings praktisch kein Zusammenhang zwischen der PTR und der Performance eines Fonds festgestellt werden. Einzige Ausnahme: In der Klasse der Aktienfonds konnten Fonds mit hoher PTR in den vergangenen drei Jahren geringfügig besser abschneiden. Eine mögliche Erklärung liegt in der schwierigen Börsenlage zwischen den Jahren 2000 und 2003. Denn Fonds mit hohem Transaktionsvolumen konnten die nötigen Umschichtungen möglicherweise schneller realisieren und höhere Verluste vermeiden. Von aktiven Fondsmanagern kann das auch verlangt werden. Die Ergebnisse der Studie zeigen, daß die Performance eines Fonds also nicht direkt vom Transaktionsvolumen abhängt. Dennoch muß der Anleger sorgfältig Kosten und Nutzen einer überdurchschnittlich hohen PTR abwägen.

Berechtigte Skepsis bei hoher TER

PTR und TER können natürlich nicht die alleinige Entscheidungsgrundlage bei der Fondsauswahl sein. Dennoch ist allgemein Skepsis gegenüber Fonds mit ungerechtfertigt hoher TER angebracht, denn unterm Strich schmälert jedes Prozent an höheren Gebühren den Gesamtertrag des Investors. Mit der Veröffentlichung der „vereinfachten Prospekte“ ist ein erster Schritt in Richtung Transparenz getan. Die Kernaussagen gelten nach Aussagen von e-fundresearch nicht nur für österreichische Fonds, sondern auch für jene in Deutschland und der Schweiz.

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