02.06.2009 · Indexfonds bilden den Dax und andere Indizes ab. Dafür bieten Direktbanken immer mehr Sparpläne an. Doch diese lohnen sich erst ab Sparraten von 100 Euro.
Von Nadine OberhuberSelbermachen spart nicht immer Geld. Bei Fonds jedenfalls raten Finanzexperten inzwischen von allzu viel Eigeninitiative und vom Aktionismus durch Umschichten ab und empfehlen lieber passive Indexfonds (ETF). Die bilden einen Aktienindex wie den Dax oder MSCI World nach und schlagen fast jeden Fondsmanager. Wer aber regelmäßig und langfristig mit ETFs sparen wollte, der musste häufig aktiv werden. Sparpläne auf ETFs waren nämlich noch rar.
Das ändert sich gerade: Immer mehr Direktbanken bieten neben den üblichen Fondssparplänen auch Sparpläne auf Indexfonds an. Darauf haben viele Anleger gewartet, schließlich propagieren Finanzexperten nicht umsonst, dass die passiven ETFs im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds die bessere Alternative seien.
„Ohne ETF-Sparpläne geht nichts mehr“
Der Vorteil der Indexfonds: Sie sind transparenter, bei ihnen weiß der Anleger genau, welche Papiere mit welcher Gewichtung drinstecken. Er muss ja nur in den jeweiligen Aktienindex schauen. Und ETFs sind billiger. Es fallen keine Kosten fürs Fondsmanagement, Lizenzen und Wirtschaftsprüfung an sowie keine Ausgabeaufschläge. Lediglich Verwaltungsgebühren werden fällig. Doch die sind mit jährlich 0,15 bis 0,5 Prozent des Depotwertes geringer als normale Fonds mit 1,5 Prozent im Schnitt.
Das war auch der Grund, weswegen sich die Branche mit ETF-Sparplänen zurückhielt: weil sie daran nichts verdiente. Inzwischen aber hat sie erkannt: Normale Fondssparpläne sind kaum noch gefragt.
„Ohne ETF-Sparpläne geht nichts mehr“, sagt Dirk Althoff von Cortal Consors. Deswegen haben etliche Banken sie jetzt im Programm und eine Lösung gefunden, wie sie doch etwas dran verdienen. Deshalb heißt es für Sparer: die Gebührenmodelle vergleichen.
Plötzlich Ordergebühren
Den Einstieg machen fast alle Banken leicht: Schon ab 25 Euro können Kontobesitzer bei Comdirect und Cortal Consors einen Sparplan einrichten. Bei DAB Bank, ING-Diba, Maxblue und S-Broker liegt die Hürde ein bisschen höher, bei 50 Euro. Aber den Betrag muss der Sparer nicht einmal monatlich übrig haben. Es reicht oft sogar, wenn er die Summe dreimonatlich oder gar halbjährlich abbuchen lässt.
In der Praxis ist das allerdings wenig sinnvoll. Denn während der einmalige Kauf von ETFs auf eigene Faust nichts kostet, verlangen fast alle Banken bei ihren ETF-Sparplänen eine Ordergebühr. Nur die ING-Diba ist hier momentan die Ausnahme. Sie verlangt nichts extra, abgesehen von der üblichen jährlichen Verwaltungsgebühr.
Bei Cortal Consors beträgt die Order-Gebühr pauschal zwei Prozent, beim Sparkassenbroker 2,5 Prozent. Belastet mit diesen Kosten sind die Indexfonds dann aber nur noch unwesentlich billiger als normale Fonds mit reduzierten Ausgabeaufschlägen, die oft bei 2,56 Prozent liegen.
Selbst gemacht kann billiger werden
Comdirect, DAB Bank und Maxblue verlangen eine Pauschalgebühr von 2,50 Euro pro Kauf und dazu noch eine geringe variable Gebühr. Das klingt wenig und lässt die Kostenquote bei Sparraten von 100 oder 200 Euro sinken. Doch gerade bei kleinen Beträgen schnellen die Gebühren so auf über fünf Prozent. Wer 25 Euro einzahlt, zahlt sogar mindestens 10 Prozent. Das muss ein Fonds erst einmal wieder einspielen.
Wer ein kleines Budget hat, sollte also lieber in großen Intervallen sparen und lieber einmal im Jahr für 250 Euro ETFs kaufen als jeden Monat für 25 Euro.
Oder er kann sich seinen Sparplan selbst machen und mit Terminvermerk oder per Dauerauftrag vom Girokonto ordern. Dabei spart er jegliche Kosten und ist auch nicht von angebotenen Sparplänen abhängig.
ETF's kostenlos ordern? Wo?
Tobias Geisen (zaktb42)
- 02.06.2009, 16:57 Uhr
Kosten der Geldanlage
Michael Meier (never1)
- 02.06.2009, 17:45 Uhr
Frage zur Grafik
Michael Meier (never1)
- 02.06.2009, 17:48 Uhr
Index-ETFs
Kurt Michler (Kurt.Michler)
- 02.06.2009, 20:58 Uhr
ETF Ordergebühr und ARERO
Kurt Michler (Kurt.Michler)
- 02.06.2009, 21:41 Uhr
Nadine Oberhuber Jahrgang 1973, freie Autorin in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |