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Fonds-Skandal Anleger gehen etwas auf Distanz zur Geldanlage in Fonds

07.11.2003 ·  Der Fonds-Skandal zeigt Wirkung: Laut einer Umfrage des Forschungsinstituts Gallup will eine wachsende Zahl amerikanischer Investoren ihr Kapital nicht mehr in Aktienfonds stecken.

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Ein wachsende Zahl amerikanischer Investoren wollen ihr Kapital nicht mehr in Aktienfonds stecken, nachdem New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer betrügerische Machenschaften bei von Fondsgesellschaften untersucht. Das zeigte eine Umfrage des Forschungsinstituts Gallup. Kapitalanlagen in Fonds sind für 26 Prozent der Investoren „weniger wahrscheinlich" geworden.

20 Prozent der Investoren erklärten, sie würden ihr Kapital „mit Sicherheit" abziehen, sobald gegen eine bestimmte Fondsgesellschaft ermittelt würde, berichtete Gallup auf dem Jahrestreffen des Branchenverbands Securities Industry Association in Boca Raton, Florida. 70 Prozent erwägen einen Abzug ihres Kapitals, wenn Vorwürfe gegen die Gesellschaft bekannt würden, in deren Fonds sie investiert haben. Die Umfrage unter 500 Investoren wurde am Mittwoch erstellt.

Kapitalabzug in großem Stil nicht ohne Kursfolgen

Der Chefredakteur von The Gallup Poll, Frank Newport, erklärte: „Wenn 26 Prozent der Investoren aus Fondsanlagen ausstiegen, wäre das schrecklich für die Branche." Seit die fünftgrößte Fondsgesellschaft Putnam Investment am 28. Oktober von Wertpapieraufsichtsbehörden des Betruges beschuldigt wurde, haben amerikanische Pensionsfonds über 5,4 Milliarden Dollar Kapital aus Fondsanlagen abgezogen.

Mit dem Vorstandsvorsitzende von Putnam, Lawrence Lasser, mußte bislang der ranghöchste Fondsmanager seinen Hut nehmen. Insgesamt 95 Millionen Amerikaner haben sieben Billionen Dollar an Ersparnissen und Altersrücklagen in die Produkte der Fondsgesellschaften eingezahlt.

Schaden in Milliardenhöhe

Das Image der Fondsbranche wird „mit Sicherheit einen Schlag erhalten", sagte Barry Barbash in einem Fernsehinterview mit Bloomberg News. „Wir werden alle daran arbeiten müssen, die Reputation der Branche wieder herzustellen. Aus meiner Sicht ist eine stärkere Regulierung dringend nötig", sagte der Geschäftspartner von Shearman & Sterling LLP, der früher bei der Securities und Exchange Commission die Aufsicht der Fondsbranche leitete. Der Rechtsanwalt wurde von Putnam angeheuert, um die Vorwürfe gegen die Fondsverwalter unternehmensintern zu überprüfen.

Der New Yorker Staatsanwalt Eliot Spitzer führt eine Untersuchung gegen Fondsgesellschaften wie Putnam, Bank of America Corp., Janus Capital Group Inc., Bank One Corp. und Strong Capital Management Inc. an, denen vorgeworfen wird, einigen Kunden - insbesondere Hedge Fonds - spezielle Handelsprivilegien gewährt zu haben. Über den kurzfristigen Kauf und Verkauf von Fondsanteilen sind den langfristig orientierten Anlegern der Fondsgesellschaften geschätzte fünf Milliarden Dollar verloren gegangen.

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