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Fonds Rekordzuflüsse in Schwellenländerfonds

23.12.2005 ·  Die Börsen verbuchten deutliche Kursgewinne, insbesondere in den Schwellenländern. Bei dieser Performance dürfte kaum verwundern, daß Schwellenländer- und international diversifizierenden Fonds die Gelder der Anleger nur so zuflossen.

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Abgesehen von einigen wenigen Langweilermärkten, zum Beispiel dem amerikanischen, war der Börsenjahrgang 2005 bisher exzellent bis superb. Ließen sich mit den Standardwerten Europas in lokaler Währung Kursgewinne von bis zu knapp 32 Prozent im schweizerischen SMI oder in Japan bis zu knapp 39 Prozent erzielen, so fielen diese in den Schwellenländern noch deutlich besser aus.

Die Spitzenbörsen mit Zugewinnen von bis zu 186 Prozent seit Jahresbeginn lassen sich in den arabischen Staaten finden, allen voran in Ägypten und in den Vereinigten Arabischen Emiraten. Deutliche Kurssteigerungen gab es aber auch an der russischen Börse mit einem Plus von bisher 111 Prozent, in Island, der Türkei, Südkorea, Karatschi und nicht zuletzt in Brasilien, Mexiko, der Ukraine, Indien und in den baltischen Tigerstaaten.

Anleger investieren zunehmend in den Schwellenländern

Bei dieser Performance dürfte kaum verwundern, daß Schwellenländerfonds und international diversifizierenden Fonds die Gelder der Anleger nur so zuflossen. Während das Jahr noch eine Woche dauern wird, geht das Analysehaus Emerging Portfolio Fund Research (EPFR) davon aus, daß sich die Mittelflüsse in diese Art von Anlageinstrumenten im laufenden Jahr auf mehr als 60 Milliarden Dollar belaufen werden. Das wäre dann das zweitbeste Jahr seit zehn Jahren. Nur im vergangenen Jahr lag die Zahl mit 57,3 Milliarden Dollar noch höher.

Die Anleger waren im laufenden Jahr insbesondere an Aktienfonds interessiert, die in Schwellenländern investieren. Diese Fonds verwalten inzwischen etwa 250 Milliarden Dollar. Im Jahr 2005 verbuchten sie zuvor nie gesehene Zuflüsse in Höhe von 16,1 Milliarden Dollar bis Mitte Dezember. Diese Zahl ist absolut betrachtet nicht nur fünfmal so hoch wie im vergangenen Jahr und deutlich höher als im bisherigen Rekordjahr, dem Jahr 2003. Das hält prozentual immer noch die Rekordmarke.

Dabei setzten die Anleger vor allem auf die Schwellenländer in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und Lateinamerika. Auch die asiatischen Börsen ex Japan konnten Gelder anziehen, allerdings nicht in so ausgeprägtem Maße. Allerdings änderte sich im Jahr 2005 das Verhalten der Anleger etwas. Sie setzten eher auf spezifische Länderfonds, denn auf breiter diversifizierende. Spezielle der Appetit nach Indienfonds schien unersättlich zu sein, in den vergangenen Wochen war auch die Nachfrage nach Taiwan- und Koreafonds stark. Brad Durham, Managing Director von EPFR, rechnet auch in den kommenden Monaten mit einer anhaltend starken Nachfrage.

... sowohl in Aktien- als auch in Rentenfonds

Ein ähnliches Bild bietet sich bei den Rentenfonds. Mit einem Mittelzufluß von 9,5 Milliarden Dollar wurden in diesem Bereich die bisherigen Rekordmarken regelrecht atomisiert. Die Dynamik war zum Jahresbeginn besonders ausgeprägt und hat gegen das Jahresende etwas nachgegeben. Denn einerseits ist der Renditevorsprung gegenüber den etablierten Märkten zurückgegangen, andererseits gab es ein gewisses Überangebot an Papieren, da die Schwellenländer die günstigen Konditionen nutzen wollten und viele Verbindlichkeiten schont für das kommende vorfinanzierten. Es gab und gibt auch gewisse Bedenken bezüglich der weiteren Zinspolitik in den Vereinigten Staaten.

Regional betrachtet verbuchten auch japanische Fonds deutliche Zuflüsse, während die entsprechenden Anlageinstrumente in Amerika und auch in Europa netto Abflüsse verbuchen mußten. In Europa scheint sich im laufenden Jahr die Erholung des zuvor schwachen Dollars bemerkbar gemacht zu haben.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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