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Fonds Reine Performance-Zahlen erklären Fonds-Qualitität nur bedingt

21.01.2011 ·  Anleger achten bei der Beurteilung der Leistung eines Fonds vor allem auf die prozentuale Wertentwicklung. Doch aussagekräftiger wäre es, auch das mit einem Fonds verbundene Risiko und den historische Verlauf der Performance zu berücksichtigen.

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Jedes Jahr nach dem Ultimo ist es immer wieder auf ein Neues ein beliebtes Spiel: Es wird berechnet, welche Fonds im abgelaufenen Jahr die höchsten Gewinne und die stärksten Verluste eingefahren haben. Die Beurteilung erfolgt dabei zumeist auf der Basis der prozentualen Wertentwicklung.

Diese Vorliebe für diese Kennziffer dürfte nicht zuletzt mit ihrer einfachen Verständlichkeit zu erklären sein. Doch wer ein genaueres Ergebnis bekommen will, der greift statt auf eine eindimensionale Performancemessung, die sich nur auf die absolute Höhe der erzielten Rendite bezieht, besser auf andere Maßstäbe zurück. Schließlich kommt es auch auf das eingegangene Risiko und die aufgetretenen Kursschwankungen an.

Grafik verdeutlicht die Problematik

Weshalb die Frage, wie eine Performance erreicht wurde, im Hinblick auf eine mögliche Entwicklung in der Zukunft entscheidend sein kann, erklären die Analysten von Scope Analysis mit Hilfe der angehängten Grafik: Zwei Fonds haben darin am Ende der Berichtsperiode die gleiche Outperformance gegenüber ihrer Benchmark erzielt. Der jeweilige Graf zeigt die historische Entwicklung der erzielten Outperformance. Obwohl beide Fonds eine Outperformance von etwa 90 Prozent abgeliefert haben, ist ersichtlich, dass Fonds B die Überschussrendite mit deutlich weniger Schwankungen realisiert hat. Dies bedeutet, dass er möglicherweise eine bessere Managementleistung vorweisen kann.

Bei Fonds A hingegen ist zu erkennen, dass das Management offensichtlich durch einen „Glücksgriff“ Ende 2007 nahezu seine gesamte Outperformance erreicht hat. Die übrigen Zeiträume hingegen stehen weitestgehend für Erfolglosigkeit. Idealerweise würde ein Fonds exakt auf der Geraden liegen. Dies würde einer perfekten Stetigkeit entsprechen und ist insofern in der Realität kaum zu finden. Diese Betrachtung zeigt also die Nachhaltigkeit, mit der die Fonds-Outperformance gegenüber dem Vergleichsindex erzielt wurde. Berechnen lässt sich die Stetigkeit über die Schwankungsbreite der realisierten monatlichen Outperformance.

Verschiedene Performancemaße

Schon die Anwendung einer zweidimensionale Performancemessung berücksichtigt neben der Rendite entweder noch das Gesamtrisiko in Form einer Standardabweichung (Volatilität) oder das systematische Risiko, ausgedrückt durch den Betafaktor.

Je nach Auswahl des Risikomaßes ergeben sich dabei laut den Analysten von Scope Research verschiedenen Performancekennzahlen. Eine der bekanntesten davon ist die Sharpe Ratio, die vom gleichnamigen Wissenschaftler William F. Sharpe erfunden wurde. Diese setzt die durchschnittliche Rendite eines Fonds dessen Volatilität entgegen und gibt daher an, wie viel Renditeeinheiten für jede zusätzlich eingegangene Risikoeinheit erwirtschaftet wird.

Je höher die Volatilität, umso kleiner das Sharpe Ratio, umso schlechter der Fonds. Die Volatilität gibt dabei an, wie stetig die Gesamtperformance zustande gekommen ist, indem sie die Abweichungen der Monatsrendite von deren Mittelwert misst.

Rückgriff auf die Sharpe Ratio wäre schon ein Fortschritt

Lässt man die positiven Monatsrenditen außen vor und berechnet die Volatilität nur auf Basis der negativen Monatsrendite, erhält man ein neues Risikomaß, die Downside Deviation. Ersetzt man in der Formel die Volatilität mit der Downside Deviation, bekommt man das Sortino Ratio - ein alternatives Performancemaß, welches auch eine solide Vergleichsbasis darstellt.

Zu den alternativen Methoden der Performancemessung gehören für Scope Research außerdem noch die risikoadjustierte Performance (RAP) von Modigliani/Modigliani, die Differenzrendite,Calmar Ratio und normiertes Jensen Alpha.

Allerdings führt das für Privatanleger dann vielleicht doch etwas zu weit. Aber es wäre schon etwas gewonnen, wenn Fondssparer künftig wenigstens stärker als bisher auf die Sharpe Ratio achten würden. Denn damit wird wie erläutert neben der reinen Wertentwicklung eines Fonds auch die Volatilität oder einfacher ausgedrückt die Schwankungsbreite berücksichtigt und diese beiden Variablen ins Verhältnis zueinander gesetzt. Die so ermittelte Rendite beinhaltet auch das Risiko und es dürfte leicht einsichtig sein, dass das Risiko bei der Geldanlage nicht vernachlässigt werden darf.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors wieder.

Quelle: @JüB
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