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Fonds-Performance Nachhaltigkeitsfonds enttäuschen bisher

26.03.2003 ·  Nachhaltigkeitsfonds, deren Strategie sich an Umwelt- und Sozialkriterien orientiert, haben die Erwartungen nicht erfüllt. Mit einem Mittelaufkommen von 280 Millionen Euro bleiben sie bisher ein Nischenprodukt.

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Nachhaltigkeitsfonds haben die in sie gesteckten Erwartungen bislang nicht erfüllen können. Im vergangenen Jahr verzeichneten diese Produkte, deren Anlagestrategie sich an Umwelt- und Sozialkriterien orientiert, im Gegensatz zu der allgemeinen Geschäftsentwicklung bei Aktienfonds auf dem deutschen Markt zwar leichte Zuflüsse. Mit 280 Millionen Euro erreichten sie jedoch eine Größenordnung, die Nachhaltigkeitsfonds weiterhin nur den Status als Nischenprodukt beschert.

Die von dem Fondsanalysehaus Feri Trust in der Kategorie Ökofonds aufgelisteten 60 Produkte kommen zusammen auf ein verwaltetes Vermögen von insgesamt rund 1,5 Milliarden Euro - gut ein Prozent des gesamten Aktienfondsvolumens, wobei in die Öko-Kategorie von Feri Trust auch Fonds fallen, die sich den Anlagethemen Umwelttechnologie und "Neue Energie" widmen. Auf dem Höhepunkt der Nachhaltigkeitsbegeisterung war teilweise vom Zehnfachen des heutigen Standes die Rede.

Klare Begriffsbestimmung fehlt

Das ausgebliebene sprunghafte Wachstum dieser Fondsgattung ist auf mehrere Faktoren zurückzuführen und hat keinesfalls nur mit der schwierigen Situation an den Finanzmärkten zu tun. So gibt es noch immer keine klare Begriffsbestimmung für nachhaltiges Investment. „Nachhaltigkeit ist ein subjektiver Begriff", bestätigt Christoph Butz von der Schweizer Privatbank Pictet, die seit kurzem einen solchen Fonds anbietet.

Sein Kollege Michael Montag fügt hinzu: „Wenn die Produkte Erfolg haben sollen, muß das klar definiert sein." In der Theorie orientieren sich fast alle Anbieter an einem Satz aus dem Bericht der sogenannten Brundtland-Kommission, veröffentlicht im Jahre 1987: „Nachhaltige Entwicklung ist Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, daß zukünftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können."

Wertentwicklung hebt sich kaum vom Marktdurchschnitt ab

In der Praxis sieht es jedoch meist so aus, daß bei der Portfoliokonstruktion auf das schon bestehende Universum für andere Aktienfonds zurückgegriffen wird und lediglich ein paar Ausschlußkriterien als zusätzlicher Filter eingebaut werden. Üblicherweise fallen dabei Rüstungs-, Atomenergie- und Tabakkonzerne durch das Raster sowie Unternehmen, die mit Pornographie, Kinderarbeit oder genetisch modifizierter Nahrung ihr Geld verdienen. Manchen Fondsanbietern reicht das schon, um schließlich das Etikett "Nachhaltigkeit" auf das Portfolio zu heften.

Ein anderer Faktor für das bislang enttäuschende Abschneiden im Vertrieb ist die Wertentwicklung. Nachhaltigkeitsfonds konnten sich im vergangenen Jahr nicht von der allgemeinen Marktentwicklung abkoppeln. Die größten Fonds, darunter UBS Eco Performance, der Swissca Green Invest und der Credit Suisse Global Sustainability, verloren 2002 über 30 Prozent an Wert. Der Mischfonds Sarasin Oekosar - einer der bekanntesten Nachhaltigkeitsfonds - gab um 16 Prozent nach. Diese Entwicklung schränkt die häufig geäußerte Aussage etwas ein, mit einem Nachhaltigkeitsfonds kaufe man einen substanzwertorientierten Fonds (Value-Fonds) mit zusätzlicher Absicherung.

Hoffen auf den Vertriebsweg Pensionsfonds

Die Hoffnungen der Anbieter in diesem Nischensegment verlagern sich derzeit auf dem deutschen Markt aber ohnehin von der Publikumsfondsseite auf große institutionelle Anbieter wie etwa die neuen Pensionsfonds. Im Zuge der jüngsten Rentenreform wurde festgelegt, daß man bei diesem Durchführungsweg der betrieblichen Altersversorgung darüber berichten muß, wie soziale und ökologische Aspekte bei der Anlage berücksichtigt werden. Dies könnte eine Sensibilisierung für das Thema mit sich bringen, hoffen Anbieter wie Pictet, von denen letztendlich Vermögensverwalter mit einer Spezialisierung auf dem Gebiet der Nachhaltigkeitsanlage profitieren könnten.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.03.2003, Nr. 73 / Seite 26
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