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Fonds mit Verbriefungen ABS-Fonds taumeln durch die Finanzkrise

05.08.2008 ·  Für Anleger, die in ABS-Fonds investiert haben, sind die Zeiten nach wie vor schlecht. Die Schließungen dieser Fonds dauern inzwischen ein Jahr, und ein Ende der Abwertungen ist nicht in Sicht. Mittlerweile ziehen die Verwerfungen auch die klassischen Geldmarktfonds in Mitleidenschaft.

Von Steffen Uttich
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Fonds mit einem großen Anteil an forderungsbesicherten Wertpapieren (Asset Backed Securities, ABS) in ihrem Portfolio kämpfen nun schon seit einem Jahr mit kräftigen Abwertungen. Die Hoffnung auf eine rasche Beruhigung des Verbriefungsmarktes hat sich als trügerisch erwiesen. Die Handelsumsätze sind nach wie vor sehr dünn. Die Preise gelten somit als wenig aussagekräftig. „Es finden sich keine Investoren, die mit großen Volumina einsteigen“, sagt DWS-Fondsmanagerin Antje Lechner.

Vor genau einem Jahr wurden die Verwerfungen in dem Marktsegment erstmals sichtbar, als ein ABS-Fonds von Union Investment für institutionelle Großanleger keine Anteile mehr zurücknahm. Ohne die Schließung wäre es zu Zwangsverkäufen von Portfoliopositionen gekommen, deren Erlös weit unter dem angemessenen Wert gelegen hätte, hieß es zur Begründung.

Kettenreaktion in Gang gesetzt

Das ungewöhnliche Vorgehen löste eine Kettenreaktion aus - zahlreiche andere Anbieter schlossen ihre ABS-Fonds. Darunter fand sich auch die französische Bank BNP Paribas, die drei Fonds mit einem Gesamtvolumen von zwei Milliarden Euro vorübergehend aus dem Verkehr zog. Dieses Geschehen verschärfte die schwelende Kreditkrise - kurz danach wurde die Europäische Zentralbank mit einer Liquiditätsspritze von 95 Milliarden Euro für das Finanzsystem aktiv.

An die ABS-Fonds, die trotz der Marktverwerfungen börsentäglich einen Preis stellen, lässt sich die seither andauernde Verunsicherung ablesen. Der Parvest Dynamic ABS - einer der BNP-Paribas-Fonds, die zwischenzeitlich geschlossen waren - verzeichnet über die vergangenen zwölf Monate einen Wertverlust von 18 Prozent. Der DWS ABS Fund, der als einer der wenigen ABS-Fonds auch auf dem Höhepunkt der Krise geöffnet blieb, liegt bei einem Minus von 5 Prozent. Der Unterschied ist auf das unterschiedliche Risiko der ABS-Papiere zurückzuführen. Der DWS-Fonds investiert überwiegend in Titel mit guten Bonitätsnoten. Im Parvest-Portfolio finden sich dagegen auch Titel mit durchschnittlicher Bonität.

Die meisten Fonds sind noch geschlossen

Die meisten ABS-Fonds sind auch ein Jahr nach dem Ausbruch der Finanzkrise noch geschlossen. Union Investment versuchte in der Zwischenzeit, mit zwei Ausschüttungen die rund 200 betroffenen Großkunden bei Laune zu halten. Die letzte Ausschüttung am 12. Juni hatte dabei den stattlichen Umfang von 12 Prozent des vor der Schließung berechneten Fondsvermögens.

Die Fondsgesellschaft der BHF-Bank, Frankfurt-Trust, kündigte vor wenigen Tagen an, ihren FT ABS-Plus im August öffnen zu wollen. Allerdings hatte sie dies schon einmal für Ende Januar und für das zweite Quartal avisiert. In diesem ABS-Fonds sind auch Privatanleger investiert. „Der Anteilspreis bei Öffnung wird - aufgrund der dann zu berücksichtigenden, immer noch sehr hohen Liquiditätsabschläge - wahrscheinlich noch einmal deutlich tiefer notieren als die bislang auf Basis von Bewertungskursen ermittelten indikativen Preise“, bereitet die Fondsgesellschaft die betroffenen Anleger auf eine kräftige Korrektur vor.

Geldmarktfonds leiden auch schon

Die Verwerfungen am Verbriefungsmarkt haben längst auch zahlreiche klassische Geldmarktfonds in Mitleidenschaft gezogen. Dass ihr durchschnittlicher Wertzuwachs trotz kurzfristiger Zinsen von gut 4 Prozent bei 2 Prozent stagniert, wird unter Marktbeobachtern nicht zuletzt auf die sukzessive Abwertung von ABS-Positionen zurückgeführt.

So sollen die Wirtschaftsprüfer nach über einem Jahr Krise auf Wertkorrekturen drängen. Ursprünglich waren Geldmarktfonds auf Anleihen mit kurzen Restlaufzeiten oder variabler Verzinsung (Floater) beschränkt. Nach 2000 wurden die Portfolios jedoch zunehmend für ABS-Titel geöffnet, weil sie mehr Rendite versprachen.

Besonders dramatisch ist die Lage im Euro Geldmarkt Plus der Hypo-Vereinsbank-Fondsgesellschaft Pioneer Investments, der als sicherer Liquiditätsparkplatz verkauft wurde. Trotz der Bezeichnung Geldmarkt im Namen entpuppte sich der Fonds in der Finanzkrise als Portfolio mit einem Schwerpunkt in ABS-Titeln. Über die vergangenen zwölf Monate liegt der Wertverlust bei gut 9 Prozent. Das Fondsvolumen ist von einst knapp 5 Milliarden Euro inzwischen auf rund 400 Millionen Euro zusammengeschmolzen.

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Jahrgang 1970, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für den Immobilienteil.

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