11.08.2005 · Fondsanleger sollten sich langfristig engagieren, heißt es immer wieder. Das mag stimmen, aber eine gewisse Flexibilität kann nicht schaden. Am einfachsten und günstigsten wäre sie mit Indexfonds erreichbar - zumindest theoretisch.
Geld anzulegen ist nicht einfach. Denn es gibt zwar unglaubliche viele Informationen über das Thema, allerdings sind sie in der Regel nicht konsistent. Nicht selten widersprechen sie sich sogar.
Aus diesem Grund wird der Anleger von Informationen eher erschlagen, als daß sie ihn weiterbrächten. Glaubt man seriösen Umfragen, so kapitulieren viele von vornherein und verlassen sich auf ihren Anlageberater von der Bank oder auf einen sonstigen Berater.
Viele Berater sind nicht sonderlich objektiv
Das Problem: Berater sind in den seltensten Fällen wirklich unabhängig. Sondern sie beraten ihre Kunden nicht selten so, daß sie die höchsten Provisionen kassieren. Das Resultat deckt sich selten mit den Zielen des Anlegers, unter Beachtung des eigenen Risikoappetits den größtmöglichen Ertrag zu erzielen.
Auf diese Weise dürfte sich die starke Neigung der deutschen Anleger zu Kapitallebensversicherungen, Bausparverträgen oder gar Sparbüchern erklären lassen. Das sind scheinbar einfach verständliche Produkte mit begrenzten Risiken. Dabei täuscht dieser Eindruck insbesondere mit Blick auf die Lebensversicherungen. Denn sie sind nicht nur intransparent in ihrer Anlagepolitik, sondern in der Regel auch nicht sonderlich günstig. Im Unterschied zu Fonds müssen sie bisher aber nicht einmal ihre Vertriebs- und Verwaltungskosten offenlegen.
Dabei zeigt sich schon bei den transparenteren Fonds, wie unterschiedlich die Kosten bei recht unterschiedlicher Leistung ausfallen können. Die schlechtesten Fonds sind nicht selten auch noch die teuersten. Wer denkt, auf ein, zwei Prozent Verwaltungskosten pro Jahr käme es nicht an, der täuscht sich. Denn langfristig spielen solche Faktoren eine gewaltige Rolle, immerhin können sie zu deutlichen Unterschieden in den absoluten Erträgen führen.
Dazu kommt die Tatsache, daß die Mehrheit der Fondsmanager und der Portfoliomanager bei Versicherungsgesellschaften und sonstigen Vermögensverwalter nicht in der Lage ist, besser als ein vergleichbarer Index abzuschneiden. Sie sind in diesem Sinne schlicht und einfach überflüssig und schon gar keine überhöhten Verwaltungsgebühren oder unverschämte Ausgabeaufschläge wert.
Indexfonds als günstige Akternnative zu „konventionellen Fonds“
Gott sei dank gibt es Alternativen. Zum Beispiel Indexfonds. Sie haben verschiedene Vorteile: Sie sind nie schlechter als der Markt, sie lassen sich während dem Börsenhandel jederzeit kaufen und verkaufen und sie sind kostengünstiger als jeder andere vergleichbare Fonds. Denn erstens fällt der Ausgabeaufschlag grundsätzlich weg und zweitens sind die Verwaltungskosten deutlich geringer als bei den aktiv verwalteten Pendants.
Das setzt die Anleger in die Lage, flexibel auf Veränderungen an den Finanzmärkten zu reagieren, ohne auf irgendwelche ominöse Tauschbedingungen achten zu müssen. Sie verkaufen einfach einen Indexfonds wie eine Aktie und erwerben im Gegenzug jenen, der besser zu seiner künftigen Strategie paßt.
Das könnte empfehlenswert sein. Denn auch wenn Fondsgesellschaften nicht müde werden, für langfristiges Anlegen zu werben. Es gibt genügend Studien die zeigen, daß es entscheidend ist in der richtigen Phase im richtigen Markt zu sein. Einfacher als mit Indexfonds läßt sich das nicht realisieren. Denn ein Rückblick auf die internationalen Indexfonds zeigt, daß die Wahl der richtigen Börse - zum Beispiel Mumbai über den Sensex Spice - oder der richtigen Branche - zum Beispiel der Energiebranche über den iUnits S&P/TSX Capped Energy Index Fund - zu netten Kursgewinnen geführt hätte.
Es gibt nur ein Problem: Man müßte sich für diese Strategie an vielen verschiedenen Börsen tummeln. In diesem Sinne ist es verwunderlich, daß noch keine Börse oder virtuelle Plattform diese Marktlücke entdeckt und sich auf das Listen möglichst vieler international verfügbarer Indexfonds spezialisiert hat. Denn genau das könnte zu einem netten Erfolg führen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |