21.12.2006 · Viele Deutsche investieren regelmäßig in Fonds. Dabei bezahlen sie zum Teil hohe Gebühren, die Vermittler und Anbieter in ihre Tasche stecken. Clevere Anleger setzen auf Indexfonds. Sie sind günstig und bieten weitere Vorteile.
Fondsgesellschaften und Anbieter von strukturierten Produkten umwerben die Anleger an allen Fronten. Denn sie sind am Verkauf ihrer Produkte interessiert, da sie auf diese Weise gutes Geld verdienen. Je mehr ihrer Produkte sie verkaufen, desto höher ist ihr Gewinn.
Aus diesem Grund lassen sie ihre „Marketingmaschinen“ auf Hochtouren laufen: Kongresse, Präsentationen, Werbung in Funk und Fernsehen, in Printmedien und online und sie zahlen daneben vielfach relativ hohe Abschluß- und Bestandsprovisionen an die Vermittler solcher Produkte. Davon leben diese bisher ziemlich gut.
Zinseszinseffekt macht geringe jährliche Renditeunterschiede langfristig zu riesigen Beträgen
Auf der anderen Seite steht der Anleger, der auf der Suche nach einer sinnvollen Geldanlagemöglichkeit den Wald vor lauter Bäumen längst nicht mehr sehen kann, so unübersichtlich ist die Angebotsvielfalt inzwischen geworden. Beinahe jeder Anbieter verspricht ihm jedoch das Blaue vom Himmel.
Dabei ist klar, daß der riesige Verwaltungs- und Werbeaufwand nicht billig ist und daß die dadurch entstehenden Kosten auf die Käufer der Produkte übergewälzt werden - zu Lasten der Rendite. Angesichts der Performance der Börsen in den vergangenen Monaten mag es zunächst lächerlich erscheinen, auf wenigen Prozentpunkten herumzureiten. Allerdings ändert sich das, sobald man die Situation langfristig betrachtet. Denn auf lange Sicht erzielen Aktien eine Durchschnittsrendite von etwa sieben Prozent.
Auf dieser Basis ist es ein riesiger Unterschied, ob der Vertriebsapparat der Finanzindustrie davon ein oder gar zwei Prozentpunkte verschwendet oder nicht: Ein Renditeunterschied von zwei Prozentpunkten pro Jahr entscheidet aufgrund der Zinseszinseffektes darüber, ob ein Anleger nach 25 Jahren 60 Prozent mehr oder weniger auf dem Konto hat oder auch nicht (siehe auch:Kosten beim Fondskauf unbedingt berücksichtigen). Aus diesem Grund ist es keinesfalls eine Lappalie, auf Fonds- und andere Anlagekosten zu achten und teuere Produkte links liegen zu lassen. Je stärker der dadurch entstehende Effizienzdruck auf die Anbieter ist, desto besser ist es.
Unter Kostenaspekten gibt es eine immer vielfältiger werdende Anlagekategorie, die zumindest bisher unschlagbar ist: Indexfonds. Sie bilden ein Segment der Finanzmärkte einfach mechanisch nach und lassen sich aus diesem Grund kostengünstig anbieten. Das wichtigstes Argument für die Indexfonds sind denn auch die geringen Kosten: Die Verwaltungsgebühren sind relativ gering und es gibt es keinen Ausgabeaufschlag. Da die Anteile jederzeit wie eine Aktie an der Börse gehandelt werden können, fallen lediglich die bei Wertpapieren üblichen Transaktionskosten und die aus dem Marktgeschehen resultierende Spanne zwischen Ankaufs- und Verkaufspreis an.
Anleger sollten auch bei Indexfonds auf die günstigsten Anbieter setzen
Der Börsenhandel verbessert ebenfalls die Transparenz: Ein Blick auf eine Kurstafel genügt, um sich über den Wert seines Anteils zu informieren. Indexfonds bieten zudem den Vorteil, breit gestreut und damit relativ „risikolos“ zu sein, zumindest im Vergleich mit einzelnen Aktien oder Anleihen. Für Absicherungsstrategien lassen sich sogar Stop-Loss-Aufträge plazieren.
Empirische Untersuchungen zeigen zudem, daß die Auswahl der richtigen Wertpapiermärkte zum richtigen Zeitpunkt für die Performance eines Depots entscheidender ist als die Selektion von Einzeltiteln. So kann denn auch die so genannte „Core-Satellite-Strategie“ interessant werden: Man investiere den Hauptteil seines Vermögens über Indexfonds in jene Märkte oder Segmente, die man positiv bewertet und lege sich daneben noch einige vielversprechende Einzelwerte ins Depot. Sie können auf diese Weise das breit diversifizierte Portfolio aufpeppen, ohne gleich das Risiko dramatisch zu erhöhen.
Der Blick auf die Entwicklung der in Deutschland zum Vertrieb zugelassenen Produkte macht zudem deutlich, daß solche Strategien durchaus erfolgreich sein können: Wer in den vergangenen Monaten auf chinesische Unternehmen setzte, konnte Kursgewinne von bis zu 63 Prozent in heimischer Währung verbuchen. Der Dax dagegen verzeichnete im gleichen Zeitraum bisher einen Gesamtertrag von gerade einmal knapp 22 Prozent.
Aus diesem Grund werden die Produkte immer beliebter. Das führt inzwischen allerdings dazu, daß sich immer mehr Anbieter auf diesem Markt tummeln, die sich dabei teilweise vom Ursprungskonzept entfernen. Der Trend gehe zu spezielleren, damit kostspieligeren und risikoreicheren Produkten, die nicht selten für den schnellen Handel geschaffen würden, heißt es. Dabei waren und sind die Produkte vor allem für langfristig orientierte Anleger gedacht. Diesem Trend können sich die Anleger widersetzen, indem sie auch hier den teuren Anbietern einfach die rote Karte zeigen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |