08.12.2005 · Philip Mathews, Fondsmanager des Aktien-Hedge-Fonds mit der besten Performance außerhalb der Vereinigten Staaten in den vergangenen drei Jahren, setzt auf Ölwerte, um seine Spitzenposition zu verteidigen.
Philip Mathews, Fondsmanager des Aktien-Hedge Fonds mit der besten Performance außerhalb der Vereinigten Staaten in den vergangenen drei Jahren, setzt auf Ölwerte, um seine Spitzenposition zu verteidigen. Allerdings bekommt er zurzeit den Preisrückgang bei Öl zu spüren.
„Der Löwenanteil unserer Hedge Fondsgelder steckt nach wie vor in Öl“, sagt der 45jährige Mathews in Sydney. „Wenn wir eine überzeugende Idee gefunden haben, setzen wir soviel wie möglich darauf. Das ist unser Anlageansatz.“ Siehe auch „Wir setzen nach wie vor auf Energie und Rohstoffe“.
Überdurchschnittliche Perfomance durch Konzentration
In den vergangenen drei Jahren hat sich das ausgezahlt. Der 293 Millionen australische Dollar oder 186 Millionen Euro schwere Sabre Funds von Mathews Capital hat über 90 Prozent zugelegt, indem er in Ölaktien wie Woodside Petroleum investierte. Zum Vergleich: Der CSFB/Tremont Hedge Fund Index, die Benchmark für Hedge Fonds, kommt in den vergangenen drei Jahren auf einen Wertzuwachs von 30 Prozent.
Sabre ist damit in dem Dreijahreszeitraum der Spitzenreiter unter über 3.500 von Bloomberg beobachteten Aktien-Hedge-Fonds außerhalb der Vereinigten Staaten mit mindestens 10 Mill. Dollar Anlagekapital. Der Hedge Fonds hat in den zwölf Monaten bis 31. August 144 Prozent zugelegt. Seitdem hat sich der 12-Monats-Anstieg auf 56 Prozent abgeschwächt. Sabre ist auf Platz sechs abgerutscht, nachdem der Ölpreis von dem Rekordhoch im August 15 Prozent auf 59,50 Dollar je Barrel gesunken ist.
Mathews geht davon aus, daß der Ölpreis in den nächsten Jahren bis auf 100 Dollar je Barrel klettern wird, so daß bei den Ölwerten die Rally weitergehen werde. Goldman Sachs Group Inc. prognostizierte im März, der Preis für das schwarze Gold werde in den nächsten Jahren wegen der steigenden Nachfrage 105 Dollar erreichen. „Es hat in den letzten 30 Jahren keine riesigen neuen Ölfunde gegeben und die Nachfrage wird nicht sinken“, erläutert Mathews.
Mathews hält Aktien an den acht größten australischen Ölproduzenten gemessen am Marktwert, darunter Santos und Oil Search. Der Aktienkurs von Woodside, der größten Position des Hedge Fonds, ist in den vergangenen zwölf Monaten um 91 Prozent geklettert, nachdem Öl sich in dem Zeitraum 42 Prozent verteuert hat. Santos haben 42 Prozent zugelegt, der Kurs von Oil Search hat sich mehr als verdoppelt.
Mathews sieht weiteres Kurspotential bei Woodside Petroleum
Woodside traut Mathews noch einen weiteren Kursanstieg von 75 Prozent zu. Citigroup hat am 28. November ihr Kursziel für Woodside für die nächsten zwölf Monate um 5,3 Prozent auf 41,70 australische Dollar angehoben, nachdem die Gesellschaft die Produktion gesteigert hat. „Die Produktion kann noch beträchtlich steigen, so daß noch erhebliches Aufwärtspotential vorhanden ist“, erläutert Mathews.
Der Hedge-Fondsmanager setzt außerdem darauf, daß der Goldpreis weiter nach oben geht. Er berichtet, er habe in das Edelmetall und die Aktien einiger kleiner australischer Goldproduzenten investiert. Gold hat dieses Jahr 18 Prozent an Wert gewonnen.
Mathews „hat sich Öl herausgepickt und daran eisern festgehalten. Deswegen hat er so gut abgeschnitten. Aber seine Performance dürfte leiden, wenn Öl seine Erwartungen nicht erfüllt und er nicht sehr rasch umschichtet“, erklärt Paul Xiradis, Fondsmanager bei Ausbil Dexia in Sydney.
Mathews erklärt, er gebe seinen Anlageideen einen Zeithorizont von bis zu fünf Jahren. Sollte er jedoch erkennen, daß er einen Fehler gemacht habe, wäre er bereit, rasch zu verkaufen. Mathews war von 1991 bis 1993 als Aktienstratege bei Bell Securities tätig. Der Sabre Fund, der im April 2002 aufgelegt wurde, ist ein Nachfolgefonds eines Fonds, den Mathew 1992 privat mit Einlagen von Freunden, Familie und Kunden im Volumen von 44.000 australischen Dollar ins Leben rief. Das Ursprungsinvestment ist in den 14 Jahren um über 12.000 Prozent gewachsen.
In seinen 14 Jahren hat der Sabre Fund einen durchschnittlichen Jahresertrag von 38,5 Prozent erzielt. Der legendäre Investor Warren Buffet kommt in 40 Jahren auf einen durchschnittlichen Ertrag von 21,2 Prozent, ist dem Geschäftsbericht 2004 von Berkshire Hathaway zu entnehmen. „Ich habe von Buffett eine Menge Ideen erhalten, als ich anfing“, berichtet Matthews. „Jetzt habe ich meine eigene Strategie, die aber in dem Punkt ähnlich ist: Ich kaufe eine Menge Aktien, wenn ich mich für etwas entschieden habe.“
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |