01.02.2005 · Geldmarktfonds haben einen großen Vorteil: Verluste kommen bei ihnen so gut wie nie vor. Allerdings sind die Renditen so bescheiden, daß gute Tagesangebote die große Mehrheit der Geldmarktfonds schlagen.
Die Bilanz der Wertentwicklung beweist es: Bei Geldmarktfonds sind Kursverluste die große Ausnahme. Mit Blick auf die vergangenen zwölf Monate liegen alle in Euro-Werte investierenden Produkte ebenso im Plus wie auf Sicht von drei und fünf Jahren. Mithin sind diese Fonds, die meist auf kurz laufende Staatsanleihen oder erstklassige Unternehmensschulden setzen, das richtige für alle Anleger, denen rote Zahlen ein Graus sind.
Die andere Seite der Medaille: Der Regel „je höher das Risiko, desto höher die Renditechance“ folgend, ist der Wertzuwachs bei Geldmarktfonds bescheiden. Fünfjahres-Spitzenwerte von mehr als 20 Prozent hat aktuell nur ein Dutzend Titel aufzuweisen (Wertentwicklung von Euro-Geldmarktfonds). Gut 130 entsprechende Produkte kommen auf knapp elf Prozent bis 19 Prozent. Und mehr als drei Prozent hat binnen Jahresfrist nur eine Handvoll Geldmarktfonds erreicht.
Nur 13 der 137 Vertreter dieser Anlageklasse kommt auf eine Jahresrendite von mehr als 2,5 Prozent. Das heißt: Die meisten Euro-Geldmarkt bleiben hinter guten Tagesgeldangeboten von Banken zurück, wie sie in den Medien beworben werden.
Nur ein Fonds bietet Jahresrendite von mehr als vier Prozent
Der Spitzenreiter ist auf Jahressicht der Spängler Cash Trust A mit einem Zuwachs von 4,34 Prozent vor dem Goldman Sachs €CoreLiq mit einem Plus von 3,7 Prozent und dem Espa Cash Euro-Plus A, der um 3,22 Prozent zugelegt hat. Am Ende der Tabelle stehen der DWS Forex Strategy mit einem hauchdünnen Plus von 0,35 Prozent, der Aberdeen Global EuroRes A mit einem Plus von 0,39 Prozent und der DIT-Renditeplus Euro, der sich um knapp 0,7 Prozent verbessert hat.
Bis auf den Spängler-Fonds schlägt das beste Tagesgeld-Angebot von WPH Driver & Bengsch alle börsennotierte Euro-Geldmarkt-Produkte. Das Zins-Plus-Konto dieses Wettbewerbers bietet einen Zinssatz von 4,06 Prozent. Eine Mindestanlage ist dort ebensowenig nötig wie bei dem Geld-Management-Konto der CC Bank, das 2,78 Prozent bietet, und dem Konto Classic des Bankhauses August Lenz mit 2,76 Prozent. 2,75 Prozent sind beim Top Cash-Konto der Frankfurter Bank 1822direkt zu haben, sofern der Anlagebetrag nicht 50.000 Euro übersteigt. Der Haken: Wer auf einen Schlag mehr als 3.000 Euro abheben will, muß den Zinsvertrag entweder vorher kündigen oder einen Abschlag von einem Viertel der Zinsen bezogen auf 90 Tage hinnehmen.
Wert des Tankgutscheins erhöht Rendite spürbar
Bei dem von Basketballstar Dirk Nowitzki beworbenen Extra-Konto der ING-Tochter Diba gibt es solche Fußangeln nicht. Vom ersten Euro erhält der Sparer 2,5 Prozent Zinsen - und wird für die Eröffnung des Kontos mit einem Tankgutschein über 25 Euro belohnt. Das bedeutet: Wer 1.000 Euro einzahlt, erhält in Form des Tankgutscheins denselben Betrag, der als Jahreszinsen anfällt. Also wirft dieses Konto im ersten Jahr bei einem Sparbetrag von 1.000 Euro eine Rendite von fünf Prozent ab. Bei 5.000 Euro beläuft sich die Rendite nach zwölf Monaten immerhin noch auf überdurchschnittliche drei Prozent, wenn der Wert des Gutscheins eingerechnet wird. Dabei ist das Extra-Konto für den Sparer kostenlos.
Und anders als bei Geldmarktfonds muß sich der Anleger keinerlei Gedanken über etwaige Kursbewegungen machen. Vor diesem Hintergrund scheinen Sparer gut beraten, solange Tagesgeldangebote einem durchschnittlichen Geldmarktfonds vorzuziehen, solange die börsennotierten Produkte nicht deutlich bessere Renditen abwerfen. Denn beim Kauf und Verkauf von Geldmarktfonds-Anteilen werden Gebühren fällig, die an der Rendite nagen. Das muß berücksichtigt werden.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |