23.06.2005 · Die britische Aufsichtsbehörde Financial Services Authority (FSA) dürfte der Hedge-Fondsbranche stärker auf die Finger schauen. Sie befürchtet Pleiten und daß einige Hedge-Fondsmanager "die Grenzen akzeptablen Verhaltens“ testen.
Die britische Aufsichtsbehörde Financial Services Authority dürfte der Hedge Fondsbranche, die eine Billion Dollar verwaltet, stärker auf die Finger schauen. Sie befürchte, daß einige Hedge-Fondsmanager "die Grenzen akzeptablen Verhaltens im Hinblick auf Insiderhandel und Marktmanipulation testen," teilte die FSA in einer Erklärung mit.
"Die FSA weist auf einige ernsthafte Besorgnisse hin, die sie bei Hedge Fonds hat", erklärte Angela Knight, Leiterin der Association of Private Client Investment Managers and Stockbrokers in London. "Das ist mehr als nur ein vorübergehendes Interesse."
Test der „Grenzen akzeptablen Verhaltens“
Im Mai hatte die Aufsicht angekündigt, sie werde untersuchen, wie Hedge Fonds funktionieren. Im vergangenen Jahr haben in Großbritannien 125 Hedge- Fondsgesellschaften neu aufgemacht, berichtet das Beratungsunternehmen Sigma Partnership. Weltweit hat sich die Zahl der kaum regulierten Investmentpools für institutionelle und vermögende Privatanleger in den letzten fünf Jahren mehr als verdoppelt auf 8.000.
Als ersten Schritt für die Einführung neuer Vorschriften will die Behörde zunächst Kommentare aus der Investmentbranche zu den Risiken der Hedge Fonds einholen. In den Vereinigten Staaten hat die Wertpapieraufsicht SEC im vergangenen Jahr beschlossen, ihre Aufsicht über Hedge Fonds zu verstärken. SEC-Chef William Donaldson kündigte im Januar gezielte Inspektionen der Hedge Fonds an.
Luxemburg, wo rund 300 Hedge Fonds domiziliert sind, gab im Mai bekannt, es erwäge, die Vorschriften im Laufe des nächsten Jahres zu verschärfen. Dagegen erklärte die Schweizerische Nationalbank in der vergangenen Woche, Hedge Fonds sollten nicht reguliert werden, weil sie kein Risiko für das Finanzsystem darstellten. "Wir sind uns der Gefahr bewußt, die unterschiedliche Regulierungssysteme darstellen.
Schweiz hat keine „Regulierungsabsicht“
Wir haben nicht die Absicht, die Hedge Fondsbranche zu veranlassen, aufgrund aufsichtsrechtlicher Entscheidungen in weniger regulierte Offshore-Zentren abzuwandern", schrieb Hector Sants, geschäftsführender Direktor Institutionen bei der FSA, in der Erklärung der Behörde.
Die FSA erwägt, schärfere Offenlegungspflichten für Transaktionen bei Hedge Fonds einzuführen und einzelne Manager zu zwingen, sich als Handelnde bei Transaktionen einzutragen und nicht nur die Fonds. Außerdem ist die Aufsicht über möglichen Betrug bei Hedge Fonds beunruhigt und bezeichnet dies als eines der größten Risiken der Branche.
Sorgen machen den Behörden die Verluste bei Hedge Fonds, die sich in den ersten Monaten dieses Jahres auf bis zu 28 Prozent beliefen. Die FSA befürchtet, daß ein größerer Hedge Fonds, oder, was wahrscheinlicher ist, mehrere mittelgroße, zusammenbrechen, und dies zu einem Vertrauensverlust bei den Investoren führt. Am 17. Juni teilte der Bailey Coates Cromwell Fund mit, daß er schließt, nachdem er in diesem Jahr 20 Prozent seines Wertes eingebüßt hat. Zu Spitzenzeiten hatte der Fonds 1,1 Milliarden Dollar verwaltet. Es war der dritte Hedge Fonds, der innerhalb einer Woche die Pforten schloß.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |