Home
http://www.faz.net/-gvf-pwym
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Fonds Die Gewinner des Jahres sind Schiffsfonds

27.01.2005 ·  Geschlossene Fonds waren 2004 trotz Gegenwind vom Fiskus überwiegend erfolgreich. Das zeigen die aktuellen Jahreszahlen des Analysehauses Scope, das rund 130 Anbieter geschlossener Fonds befragt hat.

Artikel Bilder (1) Lesermeinungen (0)

Die Anbieter geschlossener Fondsmodelle atmen auf: Trotz einer steuerlich immer unfreundlicheren Großwetterlage für geschlossene Fonds sind sie im vergangenen Jahr äußerst erfolgreich gewesen. Das zeigen die aktuellen Jahreszahlen des Analysehauses Scope, das rund 130 Anbieter geschlossener Fonds befragt hat.

Das Volumen des plazierten Eigenkapitals bei geschlossenen Fonds ist Scope zufolge gegenüber 2003 um rund 22 Prozent auf etwas mehr als 10 Milliarden Euro gestiegen. Allerdings läßt sich daraus nicht ableiten, daß das Steuerargument an Bedeutung verliert, bei genauerer Betrachtung der Zahlen stellt man fest, daß die Branche so reagiert hat, wie man es in der Steuerpolitik gewohnt ist: Stopft der Gesetzgeber Steuerschlupflöcher, so sucht man sich eben neue Steuersparoasen.

„Überbordende“ Nachfrage

Ein gutes Beispiel dafür sind die Fonds, die in gebrauchte Lebensversicherungen investieren: Das mittlerweile viertgrößte Segment im Markt für geschlossene Fonds hat 2004 einen wesentlichen Beitrag zum Wachstum der Branche beigetragen. Unter dem Strich haben diese Produkte im vergangenen Jahr knapp eine Milliarde an Geldern eingesammelt, was einem Marktanteil von rund 10 Prozent entspricht - 2003 belief sich dieser Marktanteil noch auf 3,7 Prozent.

Zugleich zeigen diese Fonds die nach wie vor hohe Anfälligkeit solcher Modelle für Gesetzesänderungen: In den ersten sechs Monaten habe man in diesem Segment eine „überbordende“ Nachfrage gesehen, heißt es bei Scope. Danach kamen juristische Unsicherheiten über den steuerlichen Charakter amerikanischer Lebensversicherungspolicen auf, woraufhin sich das Geschäft abkühlte.

„Famoses“ Jahr für Schiffsfonds

Durchatmen konnten auch die Anbieter von Medienfonds, die den Abwärtstrend des vergangenen Jahres gestoppt haben, dessen Ursache Beobachtern zufolge der neue Medienerlaß der Bundesregierung war. Nachdem es die Branche auch nach Umsetzung des Erlasses geschafft habe, weiterhin hohe Verlustzuweisungen zu generieren, sei die Unsicherheit über die steuerliche Behandlung dieser Produkte beseitigt. Die endgültige Umsetzung dürfte den Initiatoren Planungssicherheit beschert haben - zur Freude des Vertriebs: Insgesamt 1,3 Milliarden Euro hat die Branche 2004 plaziert, das entspricht einem Marktanteil von 12,7 Prozent.

Das attraktivste Segment im vergangenen Jahr waren trotz sinkender steuerlicher Attraktivität allerdings Schiffsfonds, die laut Scope ein „famoses“ Jahr hatten: Das plazierte Eigenkapital sei 2004 von 2,2 auf knapp 2,5 Milliarden Euro gestiegen - somit mache dieses Segment fast ein Viertel des Gesamtmarktes aus. Der Abstand zu den Medienfonds sei mittlerweile so groß, daß man von den „großen zwei“, den Immobilien und den Schiffen, sprechen könne. Allerdings haben die steigenden Charterraten, die wohl viele Anleger in dieses Segment gelockt haben, laut Scope nicht zu einer Steigerung der Renditen dieser Fonds geführt: Denn nicht nur die Charterraten, sondern auch die Preise für die Schiffe haben sich erhöht.

Erbbaurechtsfonds betroffen

Die Strahlkraft des Steuerspararguments zeigt sich Scope zufolge auch im Erfolg der sogenannten Portfolio-Fonds: Hier werden alle möglichen Investments in den Mantel einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gepackt und auf diesem Weg hundertprozentige Verlustzuweisungen generiert - ein reines Steuersparmodell. Aus dem Stand haben diese Produkte einen Marktanteil von 5,84 Prozent erreicht - das entspricht einem Volumen von rund 600 Millionen Euro. Den größten Anteil am Gesamtmarkt halten nach wie vor Immobilienfonds, die ihr plaziertes Eigenkapital von 3,43 auf 3,87 Milliarden Euro steigerten. Der Marktanteil dieser Produkte sank jedoch von 43 auf 37,5 Prozent, da der Gesamtmarkt stärker gewachsen ist als die Nachfrage nach Immobilienfonds.

Innerhalb dieses Segmentes gab es deutliche Verschiebungen: Der Anteil deutscher Immobilienfonds am Gesamtvolumen sank von mehr als fünfzig Prozent auf knapp ein Drittel - dabei dürfte es sich vor allem um die Folge der deutschen Immobilienkrise handeln. Negativ wirkte sich auch die 2004 erfolgte rückwirkende Gesetzesänderung aus, welche das Steuersparmodell der sogenannten Erbbaurechtsfonds aushebelte. „Die Zukunft deutscher geschlossener Immobilienfonds liegt nicht im Steuersparparadies“, faßt Martin Witt, der die Studie für Scope betreut hat, die Folgen der veränderten Gesetzeslage zusammen.

Quelle: hbe. / Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.01.2005, Nr. 23 / Seite 21
Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

  Weitersagen Kommentieren Merken Drucken
Weitersagen
25.05.2012
Tops & Flops Fonds Kurs Prozent

DWS Biotech Typ O

75,52 € +31,82 %

ESPA STOCK BIOTEC (T)

167,62 € +30,20 %

Allianz Biotechnologie A (EUR)

70,37 € +23,40 %

SEB Concept Biotechnology B

41,83 € +23,39 %

M&G Japan Smaller Companies Fund A

12,29 € +22,86 %

Delta Lloyd L New Energy Fund B

3,10 € −42,94 %

Earth Exploration Fund UI (EUR R)

34,20 € −45,89 %

Craton Capital Precious Metal Fund A

180,26 $ −48,05 %

KEPLER Öko Energien (T)

35,95 € −48,35 %

LUXEMBOURG SELECTION FUND - Asian Solar & Wind Fund A1

32,40 € −61,16 %
25.05.2012 17:45 Uhr
  Vortag
Dax 6.339,94 +0,38%
 OK
NameKursProzent
FAZ-INDEX 1.377,69 −0,11%
Dow Jones 12.454,80 −0,60%
EUR/USD 1,2515 −0,14%
Rohöl Brent Crude 106,90 $ +0,14%
Gold 1.569,50 $ +0,06%