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Fonds Deutsche Fonds sind „volatile Underperformer“

 ·  Deutschland-Aktienfonds können nach einer Analyse der Berliner Ratingagentur Scope wenig begeistern. Gemessen an der Fähigkeit, zum richtigen Zeitpunkt auf die richtigen Aktien und Märkte zu setzen, haben sie sich verschlechtert.

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Deutschland-Aktienfonds können nach einer Analyse der Berliner Ratingagentur Scope wenig begeistern. Obwohl sich der Deutsche Aktienmarkt in den vergangenen drei Jahren mit deutlichen Kursgewinnen von seinen Tiefs erholen konnte, vernichtete ein großer Anteil der Fonds aktivem Management das Geld ihrer Investoren.

Bei einer Untersuchung von 1.714 in Deutschland zugelassenen Aktienfonds mit mehr als drei Jahren Historie weisen überdurchschnittlich viele der größten Fonds Verschlechterungen im Rating auf. „Im vergangenen Quartal legten Aktienfonds durchschnittlich um neun Prozent zu. Es war damit eines der besten Quartalsergebnisse seit drei Jahren. Gleichzeitig falle aber auf, daß überdurchschnittlich viele große Fonds schlechter bewertet würden als zuvor“, erläuterte Scope-Geschäftsführerin Alexandra Merz das Resultat.

Große Fondsvolumina machen aktives Management schwierig

„Die Ergebnisse scheinen zu bestätigen, daß große Fondsvolumen das aktive Management in anziehenden Märkten erschweren, da diese Fonds nicht so schnell auf eine Trendwende reagieren können“, so Merz weiter. Von den zwanzig größten Aktienfonds haben im vergangenen Quartal sechs Fonds einen Stern verloren, während nur ein Fonds um einen Stern heraufgestuft wurde. Es befinden sich ferner zwei der größten zwanzig Aktienfonds auf der Watchlist für eine mögliche Herabstufung, während nur ein Fonds auf die Watchlist für mögliche Heraufstufung gesetzt wurde.

Dabei ist „das aktive Management die Existenzberechtigung der Fondsmanager“, so Tilo Marotz, Senior Analyst bei Scope. Demzufolge werden jedes Quartal die zehn Fonds mit den besten risiko-adjustierten Erträgen aus dem aktiven Management in der Top 10-Liste der „besten Stock Picker“ ausgewiesen. Die Ergebnisse zum 30. September 2005 zeigen fünf neue Fonds in dieser Selektion. „Erfreulicherweise verbessert sich eine beachtliche Anzahl von Fondsmanagern in ihrer aktiven Leistung. So finden sich zum ersten Mal auch zwei ausschließlich in Deutschland anlegende Investmentfonds in der Liste“, kommentiert Marotz die Aktualisierung. Die Anzahl der Fonds, die in beiden von Scope vergebenen Ratings die Bestnoten erhielten, verringerte sich dagegen deutlich.

Die Krönung: Fonds die in allen Ertragskomponenten vorne liegen

Während das Sterne-Rating die aktiven Management-Fähigkeiten des Fondsmanagers bewertet, werden bei der Buchstaben-Kombination auch die gewählten Zielmärkte und die Erfolge im Market Timing berücksichtigt. Die Kombination aus AAA- und einem Fünf-Sterne-Rating gibt somit Auskunft über die Fonds, die in allen Ertragskomponenten erfolgreich waren. Im aktuellen Quartal konnten sich nur 28 Fonds dafür klassifizieren, wohingegen im ersten Quartal 2005 genau 42 Fonds und im zweiten Quartal 38 Fonds die Bestnoten erhielten. „Entgegem diesem Trend haben zwei Fonds, die aufgrund ihrer jungen Historie zum ersten Mal bewertet wurden, auf Anhieb den Sprung in diese Gruppe geschafft“, erklärt Tilo Marotz. „Daß es sich dabei um Fonds mit dem Hauptzielmarkt Schwellenländer handelt, ist weniger erstaunlich, da diese Gruppe in den vergangenen drei Jahren mit gut 70 Prozent durchschnittlichem Wertzuwachs aufwarten konnte.“

Das im April des Jahres 2005 eingeführte Rating der Scope Group von Aktienfonds macht das differenzierte Messen und Vergleichen der Fähigkeiten des Fondsmanagers hinsichtlich Asset Allocation, Market Timing und aktivem Management oder dem so genannten Stock Picking möglich. Es basiert auf den mathematisch-statistischen Berechnungen, die die wöchentlichen Anteilswerte der Aktienfonds entschlüsseln und bewerten.

Das Scope-Rating für Aktienfonds ist reine Mathematik. Darin besteht sein Charme für Anleger, aber auch seine Angreifbarkeit. In einem ersten Schritt werden die Struktur des deutschen Aktienfondsmarktes analysiert und Fonds in Gruppen eingeteilt. Der zweite Schritt basiert auf den wöchentlichen Anteilswerten. Die Grundidee: Fonds in einer Gruppe sind sich ähnlich, Fonds in unterschiedlichen Gruppen unterscheiden sich recht stark. Die Gesamtrendite des Fonds werden in vier Bestandteile zerlegt: die Gesamtmarktrendite, den Ertrag aus der Aufteilung der Vermögenswerte und der rechtzeitigen Reaktion auf Marktbewegungen sowie die Rendite aus aktivem Management - das Stockpicking. Fünf Sterne erhält ein Fonds, der besonders gut Aktien aussucht. Buchstabenratings umfassen dagegen alle drei Ertragskomponenten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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