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Fonds Asiens zweite Garde

20.02.2006 ·  Asien ist mehr als China und Indien. Anleger sollten die „zweite Reihe“ - Malaysia, Indonesien und Thailand - nicht aus den Augen verlieren. Entsprechende Länderfonds sind eine interessante Beimischung im Depot.

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Wer bisher am Asien-Boom profitieren wollte, dachte wahrscheinlich vor allem an China, Indien, Japan oder Südkorea.

Doch auch die „zweite Reihe“ verdient einen Blick: Mit verschiedenen Fonds (siehe FAZ.NET-Tabelle und Charts) läßt sich auf die Börsen in Malaysia, Indonesien und Thailand wetten. Mit Kurs-Gewinn-Verhältnissen von zehn bis 14 scheint noch reichlich Luft nach oben, schließlich sind die Wachstumsaussichten gut.

Malaysia: Nach Indien der Wachstumsstar

Geht es nach der Deutschen Bank, ist Malaysia nach Indien der asiatische Wachstumsstar: Für die Jahre 2006 bis 2020 trauen die Volkswirte Malaysia ein Wirtschaftwachstum von fünf bis sechs Prozent im Jahr zu. Die Inflationsrate hält sich im Rahmen, sie wird in diesem Jahr bei etwa 4,5 Prozent gesehen.

Für das Land sprechen vergleichsweise stabile politische Verhältnisse, die großen Erdgas- und Erdölvorkommen und die florierende Elektronikindustrie. Im Vergleich zur indonesischen und thailändischen Börse kam der Aktienmarkt in Malaysia in den vergangenen Jahren allerdings nicht recht vom Fleck.

Indonesien: Investoren schöpfen Hoffnung

In Indonesien stand das Wachstum wegen politisch instabiler Verhältnisse lange auf wackeligen Beinen, jetzt schöpfen Beobachter Hoffnung. Das liegt nicht nur am neuen Wirtschaftsminister Budiono, der bei Investoren hohe Glaubwürdigkeit genießt. Wichtig ist vor allem, daß es der Regierung im Herbst gelungen ist, die Subventionen für Treibstoff zurückzunehmen, die ein Drittel des Staatshaushaltes zu verschlingen drohten. Die befürchteten gewalttätigen Ausschreitungen auf der Straße blieben aus.

Doch schon die Schätzungen über die Inflationsrate in diesem Jahr zeigen, daß sich Beobachter noch nicht einig sind, wohin das Land steuert: Zwischen sechs und 13 Prozent Inflation scheint alles möglich. Die Deutsche Bank rechnet in den kommenden 15 Jahren mit einem Wirtschaftswachstum von drei bis vier Prozent im Jahr.

Thailand: Marc Fabers Liebling

Thailand ist in Sachen Liberalisierung am weitesten. Die Regierung investiert Milliarden in Infrastrukturprojekte, außerdem kehren nach dem Tsunami die Touristen zurück, die wichtigsten Devisenbringer. Vier bis fünf Prozent Wachstum sollten 2006 bis 2020 im jährlich drin sein, so die Deutsche Bank. Die Inflation sehen Experten in diesem Jahr bei nur 2,6 Prozent.

Thailand ist auch der Liebling des Vermögensverwalters Marc Faber. „China, Taiwan, Malaysia, Vietnam und Thailand sind für mich die regionalen Favoriten. Wobei in Thailand die die Bewertungen der Aktien am tiefsten liegen“, sagte Faber dem Schweizer Wirtschaftsmagazin „Bilanz“.

Wert in fünf Jahren mehr als verdoppelt

Die in der FAZ.NET-Tabelle aufgeführten Fonds investieren in Unternehmen, die in dem genannten Land beheimatet sind oder zumindest stark vom dortigen Markt profitieren. Die beiden Malaysia-Fonds schnitten am schlechtesten ab, alle anderen Fonds konnten den Wert ihrer Anteile auf Sicht von fünf Jahren mehr als verdoppeln.

Bei der Performance-Berechnung muß allerdings berücksichtigt werden, daß nur die beiden DIT-Fonds (Indonesien und Thailand) in Euro rechnen. Die Performance der anderen Fonds fiel, in Euro gerechnet, im Fünf-Jahres-Vergleich nicht ganz so erfreulich wie aus wie in Dollar.

Spekulative Beimischung

Die Chancen stehen gut, daß Indonesien, Malaysia und Thailand in den kommenden Jahren nicht hinter den großen asiatischen Wachstumsmärkten zurückbleiben. Davon sollten auch die Börsen profitieren - und mit ihnen die genannten Fonds.

Dem Anleger muß aber klar sein, daß die hohen Chancen mit dem entsprechenden Risiko erkauft werden. Das zeigen schon die hohen Kursschwankungen in der Vergangenheit. Darum können die Asienfonds nur als spekulative Beimischung im Depot empfohlen werden.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @bemi
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