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Fonds Anleger zeigen Aktienfonds die kalte Schulter

28.08.2006 ·  Deutsche Anleger zeigen Aktien- und Rentenfonds die kalte Schulter: Im vergangenen Quartal sind insgesamt fast 4 Milliarden Euro aus Publikumsfonds deutscher und ausländischer Fondsanbieter abgezogen worden.

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Deutsche Anleger zeigen Aktien- und Rentenfonds die kalte Schulter: Laut der Gesamtstatistik des Branchenverbandes BVI haben deutsche Anleger im vergangenen Quartal insgesamt fast 4 Milliarden Euro aus Publikumsfonds deutscher und ausländischer Fondsanbieter abgezogen.

Diese Statistik beinhaltet im Unterschied zu der herkömmlichen Absatzstatistik des BVI bis auf wenige Ausnahmen auch die Ergebnisse ausländischer Fondsgesellschaften, so daß diese Summe ein realistisches Bild aller Fondskäufe und -verkäufe der deutschen Anleger wiedergibt. Bis auf die beiden Gesellschaften JP Morgan Asset Management und Merrill Lynch Asset Managers sind in der Statistik die für Deutschland wichtigsten und größten ausländischen Fondsgesellschaften enthalten.

Aktienfonds von ausländischen Fondsanbietern

Besonders schlimm erwischt hat es Aktienfonds: Ganze 7 Milliarden Euro wurden im zweiten Quartal aus Aktienfonds abgezogen, nachdem die Branche im ersten Quartal noch Zuflüsse in Höhe von 3,5 Milliarden Euro verbucht hatte. Bemerkenswert dabei ist, daß auch die ausländischen Anbieter bei Aktienfonds unter dem Strich Federn gelassen haben: Abzüglich der 5,2 Milliarden Euro, die deutsche Fondsgesellschaften im zweiten Quartal im Aktienfondsgeschäft verloren haben, bleiben rund 2 Milliarden Euro Nettomittelabflüsse aus Aktienfonds bei den ausländischen Gesellschaften.

Diese Zahlen deuten an, daß die Unterschiede im Anlegerverhalten bezüglich der Nationalität der Fondsgesellschaften nicht so groß sind, wie in der Branche des öfteren kolportiert wird. Deutsche Anleger, so heißt es immer wieder, verkaufen vor allem Aktienfonds der deutschen Gesellschaften, kaufen aber immer noch Aktienfonds bei ausländischen Fondsanbietern, weil diese von besserer Qualität seien. Zumindest die aktuellen Zahlen des BVI stützen diese Hypothese nicht.

3,3 Milliarden in Wertsicherungsprodukte

Die BVI-Zahlen zeigen einmal mehr das prozyklische Verhalten der Anleger: Mit dem Kurseinbruch an den Aktien- und Rentenmärkten im Mai dieses Jahres brechen auch die bis dahin recht ordentlichen Mittelzuflußzahlen in Aktien- und Rentenfonds ein. Noch im ersten Quartal des Jahres sind netto 3,5 Milliarden Euro in Aktienfonds und 6 Milliarden Euro in Rentenfonds geflossen - mit dem Kursrückgang an den Kapitalmärkten im zweiten Quartal kehrten sich diese Mittelflüsse wieder um.

Allerdings waren die Kursgewinne des Jahres 2005 vielen Anlegern offenbar nicht geheuer: Bereits im ersten Quartal des Jahres sind rund 2 Milliarden Euro in Garantieprodukte geflossen - im zweiten Quartal kamen dann noch einmal 1,3 Milliarden Euro hinzu, so daß im laufenden Jahr per saldo 3,3 Milliarden Euro in Wertsicherungsprodukte geflossen sind. Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr haben die deutschen Anbieter im ersten Halbjahr gerade einmal 300 Millionen Euro an Zuflüssen in diese Produkte verbucht. Hedge-Fonds haben 2006 bisher rund 425 Millionen Euro eingesammelt.

Ausländischen Anbieter drängen vor

Betrachtet man die Zahlen zu den Renten- und Geldmarktfonds, so zeigt sich, daß hier der Einfluß der ausländischen Gesellschaften deutlich geringer ist: Zwischen den Zuflußzahlen der deutschen Gesellschaften ohne und den Zahlen inklusive der ausländischen Anbieter gibt es kaum Unterschiede - die ausländischen Gesellschaften sind im Geschäft mit den Zinsprodukten in Deutschland nicht sehr stark vertreten.

Dennoch nimmt das Gewicht der ausländischen Anbieter im deutschen Fondsgeschäft zu. Mit verwalteten Mitteln von jeweils rund 14,5 Milliarden Euro liegen die Fondsgesellschaften Fidelity und Franklin Templeton auf den Plätzen sieben und acht im deutschen Fondsgeschäft; der nächstgrößere Anbieter, die Cominvest, verwaltet rund 23 Milliarden Euro. Betrachtet man statt der Bestände die Mittelzuflüsse, so gewinnen ausländische Gesellschaften noch mehr an Gewicht. So liegen mit der UBS (600 Millionen Nettomittelzuflüsse) und dem Fondsanbieter M & G (450 Millionen Nettomittelzuflüsse) zwei ausländische Gesellschaften unter den Top ten der deutschen Fondsbranche, noch vor so großen Gesellschaften wie der Union oder dem Dit.

Quelle: hbe. / F.A.Z., 29.08.2006, Nr. 200 / Seite 19
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