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Finanzwerte Nur die Fed hält amerikanische Banken über Wasser

28.07.2008 ·  Die Immobilien- und Kreditkrise der vergangenen Monate hat die Schwäche der amerikanischen Finanzinstitute offen gelegt. Die Reserven, die nicht auf Kreditaufnahme beruhen, in den vergangenen Monaten dramatisch zurückgegangen.

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Die Immobilien- und Kreditkrise der vergangenen Monate hat die Schwäche der amerikanischen Finanzinstitute offen gelegt. Der Blick auf die Entwicklung ihrer Reserven, wie er von der amerikanischen Zentralbank (Fed) regelmäßig veröffentlicht wird, macht deutlich, wie interessant die Lage ist.

So sind die aggregierten Reserven der Institute, die nicht auf Kreditaufnahme beruhen, in den vergangenen Monaten dramatisch zurückgegangen. Inzwischen sind sie stark negativ. Auf der anderen Seite hat die Refinanzierung über die amerikanische Zentralbank deutlich zugenommen. Das gilt insbesondere für die so genannte Term Auction Facility, die den Banken gegen Verpfändung von Sicherheiten zu Liquiditätszuflüssen verhilft.

Banken greifen immer stärker auf die Liquiditätshilfen der Zentralbank zurück

In den vergangenen Monaten hat das Volumen dieser Sonderrefinanzierungsgeschäfte mit vierwöchiger Laufzeit stetig zugenommen. Es erreichte im Juni einen Rekordwert von 150 Milliarden Dollar. Trotz negativer Realzinsen am Markt scheinen die Finanzinstitute auf diesen Zugang zur Liquidität angewiesen zu sein. Das dürfte damit zusammenhängen, dass die Fed ihr Spektrum an hinterlegbaren Sicherheiten ausweitete und auch risikobehaftete Titel annimmt.

Zudem wurden in den Kreis der wenigen großen Geschäftsbanken, mit denen sie ursprünglich Geldmarktgeschäfte tätigte, einige Investmentbanken aufgenommen. Vorübergehend erhielten selbst die krisengeschüttelten amerikanische Immobilienfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac Zugang zu Zentralbankgeld. Die Dimension ihrer Krise lässt sich einerseits ablesen an den Kursverläufen ihrer Aktien, die in den vergangenen Monaten massive Kursverluste hinnehmen mussten, bevor sie sich zuletzt leicht erholen konnten. Wie weit sie wird tragen können, ist allerdings noch offen.

Der amerikanische Senat hat zwar am Samstag ein Gesetzespaket zur Bekämpfung der Hypothekenkrise verabschiedet und damit den Weg für milliardenschwere Hilfsmaßnahmen freigemacht. Die Beschlüsse umfassen eine Notfinanzierung für die angeschlagenen Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac sowie die Schaffung eines 300-Milliarden-Dollar-Fonds für amerikanische Eigenheimbesitzer. Außerdem sehen sie eine neue, mit mehr Befugnissen ausgestatteten Aufsicht für die Hypotheken-Konzerne vor.

Weitere Maßnahmen im Rahmen des Pakets sind Steuernachlässe, um den Eigenheimerwerb zu fördern, und die Errichtung eines Lizenzierungssystems für Hypotheken-Makler. An die Kommunen sollen Finanzhilfen von vier Milliarden Dollar fließen, mit denen sie in die Zwangsvollstreckung geratene Häuser aufkaufen und instand setzen können. Haushaltsexperten des amerikanischen Kongresses schätzen, dass die Gesetze die Regierung bis zu 25 Milliarden Dollar kosten könnten.

Hilfspaket ist im Vergleich mit der Größe des Marktes klein

Das Repräsentantenhaus hatte dem Paket am vergangenen Mittwoch zugestimmt. Auch Präsident George W. Bush hat seine Zustimmung signalisiert. Angesichts der schweren Krise des amerikanische Häusermarkts hatte sich die amerikanische Legislative ungewöhnlich schnell mit den Maßnahmen befasst, die am 13. Juli vorgeschlagen worden waren.

Angesichts der Größe und des Zustands des Markts ist jedoch eine gewisse Skepsis mit Blick auf die Wirksamkeit der Maßnahmen angebracht. Fannie Mae und Freddie Mac stehen direkt oder indirekt für fast die Hälfte der amerikanischen Hypotheken im Gesamtwert von zwölf Billionen Dollar gerade. Die Schuldverschreibungen in ihren Büchern entsprechen damit mehr als einem Drittel des amerikanischen Bruttosozialprodukts. Dagegen sind selbst 25 Milliarden Dollar nicht sonderlich viel.

Auf der anderen Seite ist der amerikanische Immobilienmarkt angeschlagen. Der Preisverfall dürfte nach verschiedensten Prognosemodellen weitergehen. Das hält potentielle Käufer zurück und führt zu weiteren Verlusten bei Finanzunternehmen, die darauf bezogene Kontrakte in ihren Büchern haben. Der Rückblick auf die Savings and loan crisis der achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts zeigt, dass damals hunderte von Banken in die Pleite gerieten. Wieso sollte es in der aktuellen Krise anders sein? Anleger müssen schon Mut und eine gehörige Risikoneigung haben, um auf die baldige Erholung der Finanzwerte zu setzen.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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