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Finanzmarktkrise Finanzmarktkrise lähmt M&A-Aktivitäten

29.10.2008 ·  Die Verwerfungen an den globalen Finanzmärkten haben im dritten Quartal 2008 die weltweiten Aktivität im Bereich von Fusionen und Übernahmen beeinträchtigt. Banken stellten kaum mehr Kredite für die Finanzierung von Transaktionen zur Verfügung, heißt es.

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Die Verwerfungen an den globalen Finanzmärkten haben im dritten Quartal 2008 die Aktivität im Bereich von Fusionen und Übernahmen (M&A) weltweit erheblich beeinträchtigt. Der ZEW-ZEPHYR M&A-Index fiel im September 2008 auf 113 Punkte. Dies ist der tiefste Stand seit mehr als vier Jahren.

Damit befindet sich der Index derzeit zwar noch über seinem Startniveau von 100 Punkten im Januar 2000. Allerdings liegt er deutlich und zum zweiten Mal in Folge unter seinem langjährigen Mittelwert von 125 Punkten.

Kaum Kredite für die Finanzierung

Die Kreditkrise hinterlässt deutliche Spuren. Denn die Banken stellen kaum mehr Kredite für die Finanzierung von Fusionen oder Übernahmen zur Verfügung, heißt es. Der Markt werde in diesem Bereich zudem von den schwachen Aktienkursen belastet, die Unternehmensaktien als Akquisitionswährung unattraktiv machten.

In den kommenden Monaten sei mit einem weiteren Rückgang der M&A-Aktivitäten zu rechnen, zumal die Branche mit dem Ausfall einst bedeutender Investmentbanken wichtige Marktteilnehmer verloren habe. Auf der anderen Seite biete die aktuelle Situation allerdings auch Chancen für risikobereite Käufer, die ein derzeit unterbewertetes Zielunternehmen günstig erwerben können.

Dieser Ansicht ist beispielsweise Stephen Schwarzman, Vorstandschef der Blackstone Group. „Dieses Umfeld ist ideal, um im Private-Equity-Geschäft Vermögen zu schaffen,“ sagte er vor wenigen Tagen anlässlich einer Zusammenkunft der Branche im kanadischen Quebec. Man könne in diesem Umfeld Unternehmensanteile kaufen, die bei einer wirtschaftlichen Erholung deutliche Wertzuwächse verzeichnen könnten.

Die rückläufige Entwicklung der Branche spiegelt sich auch in einer Untersuchung des europäischen Buy-out-Spezialisten Candover wider. Danach fiel das Volumen der europäischen Private-Equity-Transaktionen im dritten Quartal des Jahres 2008 im Vergleich mit der Vorjahresperiode um mehr als 35 Prozent auf unter 20 Milliarden Euro. Im Vorquartal waren es noch 31 Milliarden Euro gewesen. Dies ist der niedrigste Wert seit dem ersten Quartal des Jahres 2004.

Volumen europäischer Private-Equity-Transaktionen minus 35 Prozent

Die einzelnen Transaktionen wurden kleiner, da die Anzahl der Geschäfte nur um zehn Prozent auf 403 zurückging. Das sei auf Liquiditätsengpässe zurückzuführen. Während es schwierig sei, große Transaktionen mit einem Wert von 1,7 Milliarden Euro und mehr zu finanzieren, so seien darunter eine intakte Investment-Tätigkeit zu beobachten, heißt es.

Das Buy-out-Segment verzeichnete nach einem kurzen Aufschwung im zweiten Quartal im dritten Quartal einen bezeichnenden Rückgang. In allen Größenordnungen gab es Rückgänge sowohl hinsichtlich der Anzahl der Transaktionen als auch des Gesamtvolumens.

„Derzeit sehen wir die dramatischen Auswirkungen der globalen Finanzkrise auf den Buy-out-Markt in Europa. Wir erleben gerade zweifellos schwierige Zeiten. Unsere wichtigste Aufgabe ist es im Moment, unsere Portfoliounternehmen zu unterstützen und sicher durch die Krise zu lenken. Gleichzeitig jedoch gilt es, neue Möglichkeiten zu ergreifen, sobald sich die Rahmenbedingungen der Kapitalmärkte wieder verbessern. Der derzeitige Einbruch bringt Schwierigkeiten, aber auch Chancen für diejenigen, die schon früher durch schwierige Phasen gegangen sind und wissen, wann und wie man gute Möglichkeiten zum Kauf nutzt,“ erklärte Boris Hentze, Leiter von Candover Deutschland.

Chancen dürften zweifellos vorhanden sein. Allerdings werden sie sich künftig nicht mehr so einfach finanzieren lassen wie in der Vergangenheit. Denn der Risikoappetit der Finanzierer hat doch deutlich abgenommen.

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