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Finanzmärkte Welten zwischen der Wertentwicklung von Dax-Konzernen

05.06.2008 ·  Dax-Werte entwickeln sich stark unterschiedlich. Das zeige, dass die Wahl von Einzelwerten schwierig sei. Aus diesem Grund sei aktives Fondsmanagement sinnvoll, heißt es. Stimmt, aber nur, wenn sich das Ergebnis sehen lassen kann.

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„Ungeachtet aller Volatilität - irgendwo herrscht immer ein Bullenmarkt,“ erklärte jüngst Sam Stovall, Chefstratege von S&P Equity Research Services. So stellt sich nur die Frage, wie und wo er sich finden lässt.

Erfahrene Anleger setzen zunächst auf die Auswahl von Branchen, die eine gewisse Eigendynamik zeigen und die aufgrund spezifischer Faktoren auch in der Zukunft eine positiv Entwicklung erwarten lassen. Dazu zählt gegenwärtig zum Beispiel der Agrarbereich. Gerade Düngemittelhersteller profitieren von der starken Nachfrage nach ihren Produkten. Aus diesem Grund können sie nicht nur die Absatzvolumina steigern, sondern gleichzeitig auch noch die Preise erhöhen. Daran dürfte sich vorerst nur wenig ändern. So wird es kaum verwundern, dass die Aktien von K+S, Yara, Uralkaly und andere im Trend nach oben laufen.

Große Unterschiede bei der Wertentwicklung der Dax-Aktien

Manche Anleger bauen auf die Auswahl von einzelnen Werten. Das ist allerdings nicht so einfach, wie das auf den ersten Blick aussehen mag. Das zeigt sich am Beispiel der Dax-Werte. So haben die besten Unternehmen im Deutschen Aktienindex ihren Wert seit Mai des Jahres 2003 innerhalb von fünf Jahren fast vervierfacht, wie eine Analyse von Fidelity International ergab. An der Spitze liegt die Deutsche Börse mit einem Plus von 290 Prozent. Am Tabellenende steht der Autokonzern BMW, dessen Unternehmenswert in den vergangenen fünf Jahren um knapp 40 Prozent sank.

Außer der Deutschen Börse haben seit dem 30. April 2003 auch der Lkw-Hersteller MAN und der Versicherer Allianz ihren Wert stark gesteigert und damit die Wert- und Punktentwicklung des Dax deutlich hinter sich gelassen. Fünf Gesellschaften dagegen schnitten nicht nur deutlich schlechter ab, sondern sie verbuchten sogar ein Minus. Am deutlichsten haben sich die Unternehmenswerte von BMW, der Deutsche Telekom sowie von Metro verringert.

„Die Gesellschaften im Dax weisen beim Wachstumstempo enorme Unterschiede auf. Anleger können jedoch nur schwer ermitteln, wer für seine Aktionäre kontinuierlich Werte schafft. Deshalb sollten sie die Einzeltitelauswahl Fondsmanagern überlassen, die jedes Unternehmen gründlich analysieren und die chancenreichsten Titel identifizieren“, erklärt Alexandra Hartmann, Fondsmanagerin des Fidelity Funds - Germany Fund.

Die geschickte Wahl von Einzelwerten ist nicht einfach, aber möglich

Selbst wenn Anleger auf Branchen statt auf einzelne Unternehmen setzen, riskierten sie, an die falschen Titel zu geraten. Denn oft entwickelten sich auch die Vertreter ein und derselben Branche unterschiedlich. Ein Beispiel sei die Automobilindustrie: Während MAN zu den Unternehmen mit dem höchsten Wachstumstempo zähle, gehöre BMW zu den Schlusslichtern. Bei den Banken befänden sich die Commerzbank im ersten und die Deutsche Bank im letzten Tabellendrittel.

Solche Argumente mögen sich als Rechtfertigung für ein aktives Fondsmanagement erklären lassen. Sinnvoll sind sie allerdings nur, wenn sie sich auch am Resultat ablesen lassen können. Tatsächlich hat sich der genannte Fonds zumindest in den vergangenen drei Jahren etwas schlechter entwickelt als der Dax. Das mag auch daran liegen, dass die Fondsmanagerin in den vergangenen Monaten unter anderem auch auf Siemens und SAP gesetzt hatte - und deren Papiere gehörten in den vergangenen Jahren nicht gerade zu den Werten, die gut gelaufen sind.

Insgesamt wären Anleger mit der Kernanlage in einen günstigen Indexfonds besser gefahren. Hätten sie diese Position noch ergänzt durch einzelne Werte, die sich gleichzeitig durch eine vernünftige Bewertung und eine technische Eigendynamik auszeichnen, so hätten sie ihr Ergebnis noch verbessern und den vergleichsweise teuren, aktiv verwalteten Fonds noch weiter hinter sich lassen können. Solche Strategien sind sinnvoll in Verbindung mit Absicherungsstrategien. Immerhin gehört die Aktie der Deutschen Börse seit Jahresbesbeginn zu den schlechtesten Werten im Dax.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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