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Finanzmärkte Rentenfonds sichern nicht die gesetzliche Rente!

03.07.2007 ·  Die Deutschen und ihr Wissen über die Geldanlage - das ist ein Thema für sich. Viele deutsche Anleger wissen nach eigener Einschätzung sehr gut über Finanzangelegenheiten Bescheid. Ein Umfrage zeigt aber auch das Gegenteil.

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Die Deutschen und ihr Wissen über die Geldanlage - das ist ein Thema für sich. Denn während die Hälfte der befragten deutschen Anleger nach einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage der AXA Investment Managers nach eigener Einschätzung sehr gut über Finanzangelegenheiten Bescheid weiß, so führen fiktive Fragen zu zum Teil erschreckenden Ergebnissen.

„Geldmarktfonds investieren in erster Linie in unterschiedliche Währungen, um Gewinn zu erzielen“; lautete beispielsweise eine erfundene Behauptung. Und satte 600 der 1.000 telefonisch befragten Deutschen stimmte dieser Aussage zu. Dabei ist sie grundfalsch. Denn Geldmarktfonds machen in der Regel keine Carry Trades.

Immobilienfonds kaufen in der Regel keine baufälligen Gebäude

„Immobilienfonds kaufen baufällige Gebäude und renovieren diese, um sie dann zu einem höheren Preis wieder zu verkaufen“, lautete eine andere fiktive Aussage. 48 Prozent der Befragten hielten sie für richtig. Jedoch auch diese Aussage ist zum größten Teil falsch. Es gibt zwar einzelne kleinere Immobilienunternehmen wie etwa die Franconofurt AG, die diese Strategie wenigstens in Teilen verfolgt. Allerdings ist das Unternehmen alles andere nur kein Fonds, der in bestehende oder neue Immobilien im großen Stil investiert.

Auch mit dem Wissen über die Altersvorsorge kann es nicht weit her sein. Denn sonst würden nicht 46 Prozent der Deutschen der These zustimmen, nach welcher „Rentenfonds Rentenfonds heißen, da sie für die Absicherung der gesetzlichen Rente sorgen.“ Dabei investieren Rentenfonds in Rentenpapiere, die auch Anleihen, festverzinsliche Papiere oder auch neudeutsch Bonds genannt werden. Sie liefern regelmäßige Einkommen in Form von Kupons und bringen am Ende der Laufzeit das eingesetzte Kapital zurück, sofern man auf eine solide Körperschaft oder ein solides Unternehmen mit guter Bonität gesetzt hat. In diesem Sinne sind Rentenpapiere eine Basisanlage, sofern das Risiko, bei steigenden Zinsen vorzeitig verkaufen zu müssen, überschaubar bleibt.

Honorar-Beratung als Ausweg

Immerhin scheinen die Befragten davon gehört zu haben, dass mit der öffentlichen Rentenversicherung - dem Umlageverfahren, nach dem die heute eingenommenen Beiträge ohne größerer Verzögerung an die heutigen Rentner ausgezahlt werden - künftig aufgrund der demographischen Entwicklung immer weniger Staat zu machen ist. Denn wenn wegen der schrumpfenden Bevölkerung immer weniger Beitragszahlern immer mehr Empfänger gegenüberstehen, so müssen entweder die Beiträge steigen oder die Renten fallen. Diese Tatsache drängt zu einer gewissen Eigenvorsorge.

Genau hier beißt sich die Katze wieder in den Schwanz. Denn eine vernünftige Ersparnisbildung ist nur dann möglich, wenn sich die Sparer entweder gut auskennen oder sich richtig beraten lassen. Ein großer Teil der Privatanleger scheint auf die Beratung angewiesen zu sein. Sie sollten dabei vor allem auf deren Unabhängigkeit achten und darauf, wie die Berater entlohnt werden. Erhalten diese Provisionen, so dürften sie dazu neigen, die provisionsträchtigsten Finanzprodukte zu verkaufen und nicht jene, die sich für die Anleger am besten eignen. Aus diesem Grund dürfte die Beratung gegen Honorar nicht der schlechteste Weg sein, um Interessenkonflikte zu vermeiden. Das Honorar macht sich in der Regel rasch bezahlt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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