15.07.2005 · Die Stimmung an den Börsen ist generell gut. Gutes Geld verdiente jedoch, wer die richtigen Märkte - Arabien -, die richtige Branche - Energie - oder das richtige Segment - kleine und mittlere Werte - im Depot hatte.
Die Stimmung an den internationalen Bösen ist gut. Viele Anleger rechnen mit steigenden Kursen. Dabei lassen sie sich gerne von amerikanischen Konjunkturdaten leiten und auch den amerikanischen Börsen.
Dabei haben sich sowohl der Dow Jones Industrial, als auch der S&P 500 als auch der Nasdaq Composite seit Jahresbeginn kaum bewegt. Wenn sich in den Vereinigten Staaten in den ersten Jahreshälfte etwas gut entwickelt hat, so waren das die Aktien von Versorgern und von Öl- und anderen Energiewerten. Auch die Small- und Midcapwerte, also Aktien von Unternehmen mit geringerer Marktkapitalisierung, haben sich zwar etwas besser geschlagen als die bekannten Indizes der Tech- und der Großunternehmen. Allerdings sind Kurszuwächse von 6,3 Prozent im S&P 400 Midcap-Index relativ wenig im Vergleich zu dem, was an anderen Märkten oder in anderen Segmenten zu holen ist.
Arabische Börsen haben in den vergangenen Monaten brilliert
Wer im laufenden Jahr bisher gutes Geld verdienen wollte, mußte an den arabischen Börsen investiert sein. Dort boomen die Börsen schon seit Jahren beinahe unbemerkt. Die Indizes in Ägypten, den Vereinigten Arabischen Emiraten, in Saudi Arabien oder auch in Jordanien haben bis zu knapp 95 Prozent zugelegt. Das mögen enge Märkte sein und der Zugang mag auch nicht sonderlich einfach sein. Aber wo ein Wille ist, da gibt es normalerweise einen Weg zu investieren. Es gibt sogar die eine oder andere ägyptische Aktie, die an deutschen Börsen handelbar ist. Gleichzeitig gibt es auch einzelne Fonds, die in der Region investieren und die an der Börse in London gehandelt werden.
Allerdings sollte man inzwischen aufpassen, denn der eine oder andere Markt ist inzwischen kein Schnäppchen mehr. In diesem Sinne ist es ratsam, vor einem Investment genauer hinzublicken.
Es ist jedoch nicht immer nötig, in exotische Regionen auszuweichen. Sondern auch innerhalb der etablierten Märkte gibt es immer wieder solche, die gut laufen. Manche Nischen schlagen sich sogar hervorragend. So haben die europäischen Börsen in den ersten sechs Monaten im internationalen Vergleich gut abgeschnitten. Vor allem der Markt in Österreich zeigt eine anhaltende Dynamik nach oben. Das dürfte damit zusammenhängen, daß sich das Land stark nach Osten orientiert hat und aus diesem Grund vom Wirtschaftswachstum im Zusammenhang mit dem EU-Beitritt der dortigen Staaten profitiert. Gleichzeitig zeigte sich das Land in den vergangenen Jahren im inneren deutlich reformerischer als die großen Nachbarn im Westen.
Aktien kleinerer und mittlerer Unternehmen schlagen sich an den etablierten Börsen
Aber selbst in Kerneuropa entwickeln sich die Kurse von kleineren und mittleren Unternehmen trotz aller Unkenrufe prächtig. Allen voran der Oslo Stock Exchange Small Cap Index mit einem Plus von mehr als 42 Prozent im laufenden Jahr. Da gibt es Unternehmen bei die PA Resources, die vom Öl- und Gasboom profitieren und deren Aktie seit Jahresbeginn schon mehr als 320 Prozent zugelegt hat auf bis zu 99 schwedischen Kronen. Und selbst auf dieser Basis scheint das Unternehmen noch günstig bewertet zu sein. Die Papiere von Rocksource und International Gold Exploration profitieren ebenfalls vom Rohstoffboom, während Diagenic und Nutri Pharma von der wiederauflebenden Biotechmanie nach oben gezogen zu werden scheinen. Insgesamt gibt es in diesem Index eine ganze Reihe von Werten, die in den vergangenen Monaten deutliche Kursgewinne verzeichnen konnten.
Generell tendieren die Aktien mittlerer und kleinerer Unternehmen in Europa trotz aller Unkenrufe nach wie vor nach oben und können auf Grund ihrer Performance mit vielen anderen Indizes weltweit mithalten. Dagegen sehen die Börsen Asiens nicht sonderlich glänzend aus, die chinesischen Märkte liegen sogar weiterhin unter Wasser.
Insgesamt zeigt es sich, daß es sich an den Börsen beinahe immer gutes Geld verdienen läßt. Entscheidend ist, zur richtigen Zeit im richtigen Markt zu sein und auch rechtzeitig wieder auszusteigen. In diesem Sinne dürfte es ratsam sein, die vorherrschenden Trends zu reiten bis sie brechen. Gleichzeitig sollte man sich aber auch immer nach neu entstehenden Trends umsehen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |