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Finanzmärkte Nebenbörsen verbuchen deutliche Kursgewinne

24.06.2004 ·  Nach einer Rally im vergangenen Jahr scheinen die Börsen in diesem zu stagnieren. Der Eindruck täuscht. Denn einige weniger beachtete Märkte verbuchen weiterhin deutliche Kursgewinne.

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Nach einem schwachen Start legten die internationalen Börsen im vergangenen Jahr eine phantastische Performance an den Tag. Sah es zu Jahrebeginn zunächst noch so aus, als ob die Rally weitergehen könnte, so kam es relativ rasch zur Ernüchterung. Zumindest die vielbeachteten Börsen stagnieren mit mehr oder weniger starken Kursschwankungen nun schon seit Monaten.

An einzelnen Märkten - vor allem in Thailand, Indien, der Türkei, Argentinien und den an der Börse in Hongkong notierten chinesischen Aktien - kam es sogar zu deutlichen Kursverlusten. Allerdings sollte man sie nicht sofort überbewerten. Immerhin gehörten diese Märkte zu jenen, die im vergangenen Jahre deutlich besser abgeschnitten hatten als die vielbeachteten Indizes der industrialisierten Staaten.

Von wegen Stagnation ...

Da sich der Blick vieler Anleger vor allem auf die Entwicklung der etablierten Börsen richtet - die amerikanischen Märkte dominieren das Geschehen auf Grund ihrer überproportional großen Marktkapitalisierung -, nehmen sie nicht wahr, daß der Eindruck der Stagnation täuscht. Und zwar nicht nur mit Blick auf einzelne Aktien, die trotz allem recht gut laufen können, sondern auch mit Blick auf einzelne Börsen.

So gibt es einige Börsen, die sich auch im laufenden Jahr hervorragend schlagen. Dazu gehören beispielsweise die baltischen Börsen, aber auch Märkte in Kolumbien, Österreich, Ägypten, Peru, Tschechien, Pakistan, Jordanien oder Marokko. Gegen die Kursgewinne an diesen Börsen sehen die restlichen Märkte zumindest bisher „alt“ aus. So hat beispielsweise der kolumbianische IGBC Index bis Ende Juni knapp 38 Prozent zulegt. Dabei zeigt diese Auswertung nicht einmal das Kurshoch, denn im April lag der Index mit einem Plus von etwa 50 Prozent seit Jahrebeginn auf einem Allzeithoch von 3.493,57 Zählern. Der Index befindet sich seit dem Jahr 2001 in einem Aufwärtstrend, der immer noch in Takt ist.

... wenn die Wirtschaft sich entfalten kann

Wer nach Nischen sucht, in welchen sich noch Geld verdienen läßt, der kann sie also durchaus finden. Die Kursentwicklung in diesen Märkten dürfte sich mit unterschiedlichen Überlegungen begründen lassen. So spielt in den baltischen Ländern sicherlich der EU-Beitritt eine Rolle. Die Wirtschaft in diesen Ländern konnte sich nach dem Abwerfen des starren komministisch-bürokratischen Korsetts schon im Vorfeld dynamisch entwickeln und kann nach dem Beitritt ihre Vorteile weiterhin ausspielen. Staaten mit schlanken, kostengünstigen und effizienten Strukturen werden sich sehr wahrscheinlich immer besser schlagen als die überregulierten Dinosaurier wie Deutschland und Frankreich.

Aktienbörsen in Staaten wie Kolumbien, Ägypten, Marokko oder auch Peru dürften trotz aller denkbaren Risiken einen gewissen Nachholbedarf haben. Skeptiker werden argumentieren, sie werden wie viele von der weltweiten Liquiditätsschwemme getrieben, die schließlich in die verzweigtesten Nischen hereintröpfelt. Das muß allerdings nicht sein. Denn viele dieser Staaten könnten rasch und stark wachsen, wenn die notwendige wirtschaftspolitische Freiheit da wäre und die Wirtschaft erst einmal eine gewisse Eigendynamik entwickelt hätte. Längerfristig könnte sogar die zunehmende Nachfrage nach Rohstoffen durchschlagen. Beispielsweise dann, wenn sich der zunehmende Wohlstand in China auf den Kaffeekonsum auswirkt und auf dieser Weise die Konjunktur in den „Kaffeeländern“ anregt.

Sollte die Weltwirtschaft nicht völlig entgleisen, dürften findige Anleger weltweit immer wieder auf Nischen mit interessanten Renditemöglichkeiten stoßen. Es wird nur darauf ankommen, die richtigen Fonds oder Zertifikate zu entdecken, die rechtzeitig darauf setzen.

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