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Finanzmärkte Kritischer Blick auf amerikanische Finanzwerte

10.03.2005 ·  In den vergangenen Tagen wurden die Zins- und Rentenmärkte wieder einmal verunsichert. Sollten sie weiter in die Defensive geraten, dürften vor allem die amerikanische Konsum- und Hypothekenwerte kritisch betrachtet werden müssen.

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Liefen die Rentenmärkte noch bis vor Kurzem scheinbar unbeirrbar nach oben, so scheinen sie in den vergangenen Tagen verunsichert worden zu sein. Zuletzt unter anderem vom so genannten Beige Book, in dem die amerikanische Zentralbank regelmäßig ihre Einschätzung der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes wiedergibt.

Dort heißt es zwar, die Wirtschaft scheine weiterhin bei geringem Inflationsdruck zu wachsen. Und „die Preise bei den Einzelhändlern blieben alles in allem praktisch unverändert oder stiegen nur leicht.“ Dann kommt allerdings der kritische Teil: „Allerdings seien die Unternehmen zunehmend besser in der Lage, Preiserhöhungen weiterzugeben.“ Genau das werteten einige Marktteilnehmer als Hinweis auf drohende Preissteigerungen, was die Kurse an den internationalen Rentenmärkten weiter unter Druck brachte.

Schlüssel liegt in der Zinsentwicklung

Analysten erwarten zwar nach wie vor nahezu einhellig eine erneute moderate Leitzinsanhebung um 25 Basispunkte auf dann 2,75 Prozent in Amerika beim nächsten Treffen des zinsentscheidenden Gremiums der amerikanischen Zentralbank am 22. März. Sollte sich aber herauskristallisieren, daß die Unternehmen zunehmend in der Lage sind, die deutlich steigenden Produzentenpreise auf die Verbraucher umzulegen, dürfte sich die Stimmung an den Rentenmärkten weiter eintrüben. Denn dann müßt die Zentralbank die Zinszügel unter Umständen schneller und deutlicher anziehen als bisher erwartet.

Steigende Zinsen in Amerika würden sich weltweit bemerkbar machen. Denn in den vergangenen Jahren hat das Land die Welt mit billigem Geld förmlich überschwemmt. Die Wirkung dürfte sich allerdings in den Vereinigten Staaten am deutlichsten zeigen. Denn dort hat vor allem der Hausbau von den günstigen Bedingungen profitiert. Das ließ sich unter anderem bei den Finanzunternehmen - sprich Hypotheken- und Konsumkreditbanken - ablesen. Sie machten in den vergangenen Jahre phantastische Geschäfte und konnten die Gewinne deutlich steigern. Die Aktien stiegen entsprechend.

Hypothekenbanken in der Defensive

Aber damit scheint es vielfach vorbei zu sein. Zumindest die großen amerikanischen Hypothekenbanken mußten in den vergangenen Monaten zum Teil deutliche Kurseinbußen hinnehmen. Dafür dürften nicht nur die Bilanzierungsschwierigkeiten bei Fannie Mae und auch Freddie Mac oder der überraschende Wechsel im Management bei Washington Mutual verantwortlich gewesen sein, sondern auch der Zinsausblick. Denn das Geschäft dürfte nicht nur nicht mehr wachsen, da die Zinsen nicht mehr weiter sinken. Sondern es dürfte bei steigenden Zinsen sogar zurückgehen oder zumindest zu zunehmenden Risiken führen. Damit dürften die Aktie der Branche kritisch betrachtet werden müssen.

Aber nicht nur sie. Sondern auch die Entwicklung der Bauunternehmen des Landes dürfte ablesen zusammen mit den Spreads der Unternehmensanleihen über die Renditen der Staatsanleihen des Landes dürften ablesen lassen, ob und wann der amerikanische Konsument in Schwierigkeiten gerät. In diesem Sinne können die entsprechenden Charts - siehe Graphik - als Frühindiktoren gelten. Sollten entsprechende Signale zu beobachten sein, dürfte es ratsam sein, auch die Trends an den Börsen und Rentemärkten genauer zu betrachten. Denn vieles hängt an den bisher künstlich „genährten“ amerikanischen Konsumenten.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder

Quelle: @cri
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