09.12.2008 · Die Finanzkrise hat laut einer Studie der Ratingagentur Scope dazu geführt, dass transparente und nachvollziehbare Produkte gefragt sind. Indexfonds erfüllen diese Kriterien und bieten Steuer- und Kostenvorteile.
Von Daniel MohrIndexprodukte haben bei den Anlegern an Beliebtheit gewonnen. Wie aus einer Studie der Ratingagentur Scope Analysis hervorgeht, hat die Finanzkrise dazu geführt, dass die „Überzüchtung der Finanzprodukte an einem Endpunkt angelangt ist“. Gefragt seien Produkte, die transparent und nachvollziehbar sind. Indexfonds (ETFs), Indexzertifikate und Indexfonds auf Rohstoffe (ETCs) erfüllen diese Kriterien, da sie sich genauso entwickeln wie ein Index. Komplizierte Strukturen mit Bonusschwellen, Sicherheitspuffern und bestimmten Hebeln gibt es nicht.
Das Angebot an Indexprodukten ist immens. Quasi alle Aktienindizes können gehandelt werden, aber auch zahlreiche Rohstoffe. Viele Banken stellen zudem eigene Aktienkörbe zu Branchen oder Regionen zusammen, an deren Wertentwicklung der Anleger partizipieren kann. Indexprodukte sind zudem günstiger. Ein Indexfonds zum Beispiel kommt ohne Fondsmanagement aus, da er einfach einen Index nachbildet. Er kann daher sehr viel günstiger angeboten werden als klassische Fonds, bei denen ein Team entscheidet, welche Wertpapiere in den Fonds aufgenommen werden und welche nicht.
Emittenten mit sehr guter Bonität
Gegenüber Indexzertifikaten haben Indexfonds zudem den Vorteil, dass sie im Insolvenzfall des Emittenten als Sondervermögen geschützt sind. Indexzertifikate sind hingegen Schuldverschreibungen und können bei der Insolenz des Emittenten wertlos verfallen. Der größten Indexfonds auf den Dax ist der I-Shares Dax (WKN 593393). Der Fonds besteht seit acht Jahren und verwaltet ein Vermögen von rund 2 Milliarden Euro. Der Anleger hat jährliche Kosten von 0,17 Prozent und partizipiert an der Dax-Entwicklung. Da der Dax ein Performance-Index ist, kommen dem Anleger somit auch die Dividendenzahlungen der 30 Dax-Werte zugute. Aktienfonds mit aktivem Management, die sich am Dax orientieren, verlangen meist eine Verwaltungsgebühr von einem bis 1,5 Prozent. Noch etwas günstiger als der Indexfonds von I-Shares ist der Comstage ETF Dax Total Return der Commerzbank (WKN ETF001). Hier beträgt die jährliche Verwaltungsgebühr nur 0,12 Prozent.
Anleger, die sich noch in diesem Jahr für den Kauf eines ETF entscheiden, entgehen zudem der Abgeltungsteuer, wenn sie den Fonds länger als ein Jahr behalten. Wer also mit dem Gedanken an eine langfristigen Geldanlage spielt, sollte aus steuerlichen Gründen noch in diesem Jahr handeln. Ein Kauf im Januar und später führt zu vollständiger Belastung mit der Abgeltungsteuer, unabhängig davon, wie lange das Produkt im Depot bleibt. Diese ungünstige steuerliche Regelung gilt schon jetzt für Zertifikate. Der Kauf von Indexzertifikaten macht daher aus steuerlicher Sicht derzeit keinen Sinn.
Zertifikate: Auf den Spread und die Bonität der Emittenten achten
Nur für Anleger, die ihr Geld ohnehin kürzer als ein Jahr anlegen wollen, sind Fonds und Zertifikate jetzt schon gleichgestellt. An Indexzertifikaten auf den Dax gibt es rund 30 zur Auswahl. Zentrales Entscheidungskriterium bei der Auswahl sollte ein möglichst niedriger Unterschied zwischen dem An- und dem Verkaufskurs (Spread) der Papiere sein. So können die Dax-Zertifikate der Commerzbank und der Royal Bank of Scotland in derselben logischen Sekunde ge- und verkauft werden, ohne dass es dadurch einen Kursverlust gibt - der Spread beträgt null. Bei einem Dax-Zertifikat der Citigroup liegt der Kaufpreis hingegen mehr als 2 Prozent höher als der Verkaufpreis. Daneben sollte der Anleger vor dem Kauf des Indexzertifikats einen Blick auf die Bonität des Zertifikateemittenten werfen. Um das Ausfallrisiko zu minimieren, sollte er nur Produkte von Emittenten mit sehr guter Bonität kaufen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| DAX | 6.692,96 | −1,41% |
| FAZ-INDEX | 1.495,13 | −1,32% |
| TecDAX | 769,89 | −0,43% |
| MDAX | 10.249,10 | −1,04% |
| SDAX | 4.985,13 | −0,71% |
| REX | 421,06 | −0,02% |
| Eurostoxx 50 | 2.480,76 | −1,65% |
| F.A.Z. EURO INDEX | 80,01 | −1,60% |
| Dow Jones | 12.801,20 | −0,69% |
| Nasdaq 100 | 2.547,32 | −0,65% |
| S&P500 | 1.342,64 | −0,69% |
| Nikkei225 | 8.947,17 | −0,61% |
| EUR/USD | 1,3195 | −0,67% |
| Rohöl Brent Crude | 117,61 $ | −0,91% |
| Gold | 1.711,50 $ | −2,09% |
| Bund Future | 138,62 € | +1,01% |