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Finanzmärkte Ägyptische Börse setzt ihren Höhenflug fort

02.02.2005 ·  Die ägyptische Börse war nicht nur der beste Markt des vergangenen Jahres, sondern im Januar hat sie wieder 50 Prozent zugelegt. Der Trend zeigt weiterhin nach oben. Die erreichte Bewertung macht aber deutliches Wachstum nötig.

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Angesichts der Kursentwicklungen an den Börsen, Renten, Devisen- und Rohstoffmärkten ist man leicht geneigt, von einer trendlosen Entwicklung zu reden. Allerdings dürfte man damit eher ein Gefühl wiedergeben, als das Resultat einer genaueren Analyse.

Ein genauerer Blick macht nämlich deutlich, daß sich einige der im vergangenen Jahr zu beobachtenden Trends nicht nur fortsetzen, sondern sogar noch an Dynamik gewonnen zu scheinen haben. Diese Formulierung gilt insbesondere für die Entwicklung an der ägyptischen Börse.

Rasante Aufwärtsbewegung an der ägyptischen Börse...

Sie war im Jahr 2004 mit einem Plus von mehr als 100 Prozent die beste Börse und setzte im Januar ihren Höhenflug mit atemberaubender Geschwindigkeit fort. Allein im Januar hat der Case 30-Index in Euro gerechnet weitere 50 Prozent zugelegt und ein neues Allzeithoch generiert. Der Trend zeigt weiterhin eindrucksvoll nach oben. Alleine am Mittwoch legt der Index um knapp drei Prozent zu.

Die ägyptische Börse mag vom angeschlagenen Dollar profitieren, dem hohen Ölpreis und möglicherweise auch von der amerikanischen Politik im Nahen Osten und dem Irak. Denn es gibt Vermutungen, nach welchen die arabischen Ölförderländer ihre Einnahmen nicht mehr so stark in Amerika anlegen und statt dessen verstärkt in anderen Regionen, unter anderem auch in der eigenen Hemisphäre, investieren. Dafür dürfte auch das starke Wachstum in manchen Bereichen sprechen. Beispielsweise in der regionalen Bauwirtschaft oder bei den Telekommunikationsunternehmen.

Aber der Boom dürfte nicht nur von den gut gefüllten Staatskassen in den Ölfördergebieten profitieren, sondern auch von Wirtschaftsreformen und Marktderegulierungen. An den arabischen Aktienmärkten seien vor allem lokale Investoren aktiv, die ein gutes Gespür für das politische und makroökonomische Umfeld hätten, sagte kürzlich ein lokal ansässiger Experte in einem Interview.

... allerdings ist sie längst nicht mehr sonderlich günstig

Der Sturz von Saddam Hussein werde teilweise als Wegfall eines Risikos gewertet und habe zusammen mit den hohen Öleinnahmen eine Investitionswelle ausgelöst. Zusätzlich hätte sich im Immobilien- und Finanzsektor eine enorme Nachfrage angestaut, weil die arabischen Volkswirtschaften in den Neunzigerjahren weitgehend stagnierten. Um so größer sei nun der Nachholbedarf.

Anleger könnten sich nun auf Industrien konzentrieren, die von der steigenden Kaufkraft der Bevölkerung und von der Liberalisierung der Hypothekenmärkte profitierten. Beachtung verdiene unter anderem der saudi-arabische Petrochemiekonzern Sabic. Denn er könne extrem günstig arbeiten, weil die Produktionsstätten in unmittelbarer Nähe zu Erdölfeldern lägen. Kurspotential böten auch Transportunternehmen, die vom zunehmenden Warenaustausch profitieren. Daneben dürfte sicherlich auch der Telekommunikationsmarkt weiter wachsen können.

Solche Argumente und auch der anhaltende Trend könnten rasch zu einer gewissen Euphorie verleiten. Das könnte allerdings gefährlich werden. Denn mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25 ist beispielsweise der Case 30 sicherlich nicht mehr sonderlich günstig. Die Aktien dürften mit ihren Kursgewinnen schon deutliches Wirtschaftswachstum vorweggenommen haben. Aus diesem Grund dürfte es ratsam sein, Einzelaktien und Fonds sorgfältig auszuwählen. Absicherungsstrategien können sicherlich nicht schaden, auch wenn Trends oft dazu neigen, länger zu laufen als man denkt.

Die in dem Beitrag geäußerte Einschätzung gibt die Meinung des Autors und nicht die der F.A.Z.-Redaktion wieder.

Quelle: @cri
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