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Finanzkrise Schon acht Immobilienfonds vorläufig geschlossen

30.10.2008 ·  Offene Immobilienfonds geraten zunehmend in den Strudel der Finanzmarktkrise. Nach massiven Mittelabflüssen haben seit Montag acht Fonds vorläufig dicht gemacht. Fachleute fürchten, dass das Phänomen „ansteckend“ werden könnte. Der BVI rät Privatanlegern: „Ruhe bewahren und drin bleiben“.

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Auch Immobilienfonds geraten zunehmend in den Strudel der Finanzmarktkrise. Nach massiven Mittelabflüssen haben seit Montag acht offene Immobilienfonds die Rücknahme ihrer Anteile gestoppt. Wie der Bundesverband Investment und Asset Management (BVI) am Freitag in Frankfurt am Main auf Anfrage bestätigte, geht es um ein Volumen von etwa 15 Milliarden Euro.

Ob weitere Schließungen bevorstehen, sei schwer zu sagen, erklärte Sprecher Andreas Fink. „Es kann ansteckend werden, je nach dem wie nervös die Anleger werden“, sagte er. Nach Angaben der betroffenen Fondsgesellschaften und des BVI sind es bisher allerdings nicht etwa Scharen von Kleinanlegern, die unter dem Eindruck der Finanzmarktturbulenzen aus den Immobilienfonds fliehen. Vielmehr zögen halbinstitutionelle Anleger wie Dachfonds und Vermögensverwaltungen Gelder in großen Einzelbeträgen ab, weil sie selbst flüssige Mittel benötigten.

Befristete Schließung: Fonds nehmen vorerst keine Anteile mehr zurück

Die in den meisten Fällen auf drei Monate befristete Schließung bedeutet, dass die Fonds nicht mehr Anteile von den Käufern zurücknehmen und dafür das angelegte Kapital und eine eventuelle Wertsteigerung der zugrundeliegenden Immobilien zurückzahlen. Die Anteile können allerdings weiterhin an der Börse gehandelt werden - sofern sich Käufer finden. Anleger müssen in diesem Fall freilich damit rechnen, dass sie Abschläge auf den festgestellten Wert hinnehmen müssen.

Vorübergehend geschlossen sind nach den Angaben des BVI inzwischen die Fonds Kan-Am US-Grundinvest, Kan-Am Grundinvest, Axa Immoselect, TMW Immobilien Weltfonds, SEB Immoinvest, Morgan Stanley P2 Value, UBS Euroinvest und UBS 3 Kontinente. In allen Fällen hatten Anleger in den vergangenen Tagen so viele Mittel abgezogen, dass die Liquidität für die „ordnungsgemäße Bewirtschaftung“, wie es die AXA ausdrückte, nicht mehr ausreicht. Bei Morgan Stanley sank die Liquidität auf die gesetzliche Mindestgrenze von 5 Prozent, wie die Gesellschaft mitteilte. Ende September habe P2 Value noch über einen Liquiditätspuffer von 35 Prozent verfügt.

BVI: „Ruhe bewahren und drin bleiben“

Der Verband wies darauf hin, dass auch bei den jetzt geschlossenen Fonds die Einnahmen beispielsweise aus Mieten weiter flössen. Auch würden weiterhin täglich die Anteilspreise ermittelt, zu denen normalerweise die Anlagen von der Fondsgesellschaft zurückgenommen werden. Die Aussetzung erfolge nicht aufgrund von Mietausfällen oder ähnlichen Problemen, sondern um die Anleger zu schützen. Andernfalls könnten Fonds gezwungen sein, wegen Knappheit an flüssigen Mitteln Immobilien zu ungünstigen Preisen zu verkaufen.

„Alle Anleger, die nicht in den nächsten Wochen Geld brauchen, sollten die Ruhe bewahren und drin bleiben“, riet BVI-Sprecher Fink. Das habe sich auch 2005 bewährt, als erstmals offene Immobilienfonds geschlossen worden waren. Experten wiesen zudem darauf hin, dass die Entwicklung sich schnell beruhigen könnte, außer wenn eine Panik bei den Kleinanlegern aufkäme. „Die Fonds, in die große Gesellschaften investieren, sind eigentlich schon durch“, sagte ein Fachmann.

Erstmals in der Geschichte der Bundesrepublik war ein offener Immobilienfonds im Jahr 2005 geschlossen worden. Damals hatte die Deutsche Bank die Rücknahme von Anteilen am Fonds grundbesitz-invest zeitweise ausgesetzt. In der Folge gerieten zahlreiche offene Immobilienfonds unter Druck, weil die Anleger massiv Geld abzogen. Kan-Am schloss damals zwei Fonds vorübergehend.

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