29.09.2010 · Das Jahrzehnt nach der Jahrtausendwende war nicht für alle Anleger verloren. Aktien und Aktienfonds haben in dieser Zeit zwar meist Verlust gebracht. Wer auf Aktien mit hoher Dividendenrendite setzte, konnte jedoch Gewinn machen.
Eine Untersuchung von Finanztest zeigt: Dividendenstarke Aktien brachten im Durchschnitt deutlich mehr als der breite Markt. So hätte der DivDax, der die 15 dividendenstärksten Aktien aus dem deutschen Aktienindex Dax vereint, bei Rückrechnung bis ins Jahr 2000 3,4 Prozent pro Jahr gebracht. Der Dax hat im gleichen Zeitraum 1,2 Prozent pro Jahr verloren.
In anderen Aktienmärkten waren die Unterschiede zwischen Dividenden- und Basisindizes sogar noch größer (vgl. Infografik). Das können sich Anleger zunutze machen, indem sie auf Dividendenindizes setzen. Diese wählen aus einem größeren Index die besten Dividendentitel aus. Damit ersparen sie Anlegern Arbeit und bieten ihnen auch eine breite Risikostreuung.
Intelligente Dividendenindizes
Die meisten Indizes nehmen nicht die Dividendenrendite allein als Kriterium, sondern stellen strengere Anforderungen. Wichtig ist vor allem, dass die darin enthaltenen Titel Ausschüttungen regelmäßig und möglichst in steigender Höhe über mehrere Jahre gezahlt haben. Einen einzelnen Dividendenausfall verzeihen manche Indexanbieter, mehr aber nicht.
Intelligente Dividendenindizes berücksichtigen auch, wie eine Dividende finanziert wird. Für die Dow-Jones- und Stoxx-Indizes werden jene Firmen aussortiert, die mehr als 60 Prozent der Jahresgewinne an die Anleger ausschütten oder die Dividende sogar vollständig aus der Firmensubstanz entnehmen. Schließlich soll ein Unternehmen nur das Geld verteilen, das es vorher verdient hat.
Sondervermögen gibt Sicherheit
Wie unter allen Indexfonds gibt es auch bei den Strategiefonds viele Swap-Produkte (swap = englisch für Tausch). Sie bilden die Indexentwicklung nach, ohne dass der Fonds die Originalaktien aus dem Index enthält. Doch eins haben Swap-Fonds mit so genannten voll replizierenden Fonds gemeinsam. Auch bei ihnen steht im Hintergrund ein Sondervermögen, das eine Pleite des Fondsanbieters überstehen würde.
Wer einen Fonds klassischen Charakters haben möchte, wird von Swaps dennoch die Finger lassen. Für die Anbieter sind Swap-Fonds bequem. Der Nachbau von Indizes mit Originalaktien ist viel aufwändiger und teurer als die künstliche Nachbildung. Indexfonds mit Originalaktien haben oft eine etwas schlechtere Rendite als Swap-Fonds.
Tipps
Anleger. Dividendenindexfonds sind kein Ersatz für sichere Zinsanlagen. Anleger, die auch Verluste verschmerzen können, finden darin jedoch eine solide Aktienfondsanlage.
Basisanlage. Die Fonds auf globale oder europäische Dividendenindizes sind eine Alternative zu herkömmlichen Aktienfonds Welt oder Europa. Trotz ihrer geringeren Zahl an Einzeltiteln bieten sie genug Risikostreuung.
Kauf. Indexfonds werden vor allem über die Börse gehandelt. Am günstigsten kaufen Sie sie meist bei Direktbanken. Vor dem Kauf sollten Sie im Internet die Handelsspanne des Fonds (Spread) nachschauen.
Alternative. Auch einige gemanagte Aktienfonds arbeiten mit Dividendenstrategien. Zu den besten in monatlichen Fondstest von Finanztest gehören DJE Dividende & Substanz P und DWS Top Dividende.
Rückrechnungen
Kurt Michler (Kurt.Michler)
- 29.09.2010, 21:27 Uhr
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |