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Zertifikate und ETFs

Die Welt der Hedge-Fonds (1) Die bösen Buben der Kapitalmärkte

Über Hedge-Fonds wird viel geschrieben und geredet. Wirklich bekannt sind sie in Deutschland kaum. Eine Einführung in die Welt dieser Fonds.

© Ben Stechschulte/Redux/laif Vergrößern Robert Prince bestimmt die Anlagepolitik des Fondsbetreibers Bridgewater

Was sind Hedge-Fonds ?

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Hedge-Fonds sind Vermögensverwalter, die weitaus weniger Regulierungen unterliegen als Investmentfonds, Pensionsfonds oder Versicherungen. Sie sind in der Wahl ihrer Anlageziele frei, können alle Finanzinstrumente und -techniken an Kassa- wie Terminmärkten nutzen (darunter nicht zuletzt Leerverkäufe), und sie dürfen sich verschulden. Da das englische Wort „Hedge“ mit „Absicherung“ übersetzt werden kann, liegt die Vermutung nahe, dass Hedge-Fonds die Risiken aus ihren Anlagen durch Absicherungsgeschäfte reduzieren. Das tun auch viele Hedge-Fonds, aber dies ist nicht zwingend und hängt von der konkreten Anlagestrategie eines Fonds ab.

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Welche Strategien verfolgen Hedge-Fonds ?

Es existiert eine große Zahl verschiedener Strategien. Die sogenannten „Global Macro Fonds“ wollen aus der Prognose gesamtwirtschaftlicher Entwicklungen Gewinn ziehen und können prinzipiell in jedes Finanzprodukt rund um die Welt investieren. Andere Fonds wollen kleine Preisunterschiede an spezifischen Märkten nutzen. Ein Fonds, der beispielsweise die BMW-Aktie für unterbewertet gegenüber der Daimler-Aktie hält, wird BMW-Aktien kaufen und Daimler-Aktien (leer-)verkaufen. Den gebräuchlichsten Strategien ist ein späterer Serienbeitrag gewidmet.

Infografik / Kräftiger Wachstum der Hedge-Fonds © F.A.Z. Vergrößern

Wie sind Hedge-Fonds entstanden?

Als Schöpfer des ersten Hedge-Fonds gilt der Amerikaner Alfred Winslow Jones in der frühen Nachkriegszeit. Das große Wachstum fand aber erst in den neunziger Jahren statt. In der Baisse nach dem Platzen der Technologieblase machten sich zahlreiche traditionelle Fondsmanager selbständig, gründeten Hedge-Fonds und erzielten im großen Börsenabschwung und der späteren Rally hohe Renditen, die sie als traditionelle Fondsmanager niemals hätten erreichen können. „Hedge-Fonds sind Vehikel für Eigenbrötler und Gegendenker, für Individualisten, deren Ambitionen zu groß sind für eine Tätigkeit in einem etablierten Finanzhaus“, schreibt der Buchautor Sebastian Mallaby. Der größte Fondsbetreiber ist die amerikanische Großbank J.P. Morgan; als größter konzernunabhängiger Betreiber gilt die in Connecticut ansässige Firma Bridgewater mit einem verwalteten Vermögen von knapp 80 Milliarden Dollar. Neben Bridgewater haben auch viele andere Fonds ihren Sitz im Norden von New York.

Wer stellt den Hedge-Fonds Geld zur Verfügung?

Die wichtigsten Geldgeber der Hedge-Fonds sind andere Großanleger wie Banken, Versicherungen, Pensionsfonds, Stiftungen, Staatsfonds, Zentralbanken und bedeutende Familienvermögen. Privatanleger müssen gewöhnlich mindestens eine Million Euro mitbringen; Kleinanleger sind nicht direkt zugelassen. Die Hedge-Fonds haben in den zehn Jahren vor der Krise von der Popularität der sogenannten alternativen Investments profitiert, zu denen sie neben Private-Equity-Fonds Wagniskapital-Fonds, Immobilien und Rohstoffe zählen. Alternative Vermögensanlagen haben vor der Krise häufig überdurchschnittliche Renditen erzielt. Viele Hedge-Fonds nahmen billige Kredit auf, um ihre Renditechancen zu verbessern. Die künftige Popularität von Hedge-Fonds wird davon abhängen, ob sie auch künftig überdurchschnittliche Renditen erzielen können.

Was sind Dach-Hedge-Fonds?

Dach-Hedge-Fonds sind Hedge-Fonds, die in einzelne Hedge-Fonds investieren. Kleinanleger dürfen nicht direkt in einzelne Hedge-Fonds, wohl aber in Dach-Hedge-Fonds investieren.

Wie erklärt sich der Reichtum vieler Fondsmanager?

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Veröffentlicht: 25.09.2010, 12:16 Uhr

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