29.12.2008 · In Büchern, Gardinen oder Sofapolstern: Die D-Mark taucht an überraschenden Stellen immer wieder auf. Wann auch immer die D-Mark auftaucht, sie kann umsonst und ohne Umtauschfrist zu einer Bundesbank-Filiale gebracht und in Euro gewechselt werden.
Im Tablettenröhrchen, unterm Reserverad oder in edlen Vorhängen taucht sie plötzlich auf - die alte D-Mark. Ganze 14 Milliarden Mark (7,2 Milliarden Euro) in Scheinen oder Münzen sind noch im Umlauf. Rund 230 Millionen Mark wurden in diesem Jahr bei der Bundesbank in Euro umgetauscht, wie ein Sprecher der Zentrale in Frankfurt berichtet. „Täglich kommen 1600 bis 1800 Kunden in unsere Filialen. Meist wird das Geld beim Aufräumen, bei Wohnungsauflösungen, bei Umzügen oder in alten Reisetaschen entdeckt.“ Schlichte Vergesslichkeit sorgt oft dafür, dass die D-Mark jahrelang verschollen bleibt.
So sammelte ein Student im Ruhrgebiet ein altes Sofa ein, das illegal am Waldrand abgeladen worden war. Der Bezug war zwar ziemlich abgewetzt. Um es neu zu beziehen, nahm der junge Mann den Stoff ab - und fand darunter mehrere tausend Mark. Eine Frau wurde in Gardinen fündig. Sie wunderte sich über die arg schweren Vorhänge ihrer verstorbenen Mutter. Die Untersuchung der Stoffbahnen brachte ein erstaunliches Ergebnis: In den ganzen Vorhang waren von oben bis unten 1000-DM-Scheine eingenäht worden.
„Die D-Mark darf in jeder erdenklichen Form angeschleppt werden.“
Ein Enkel wiederum entdeckte beim Tapezieren des Wohnzimmers der verstorbenen Großeltern hinter den Bahnen Geldscheine im Wert von einigen tausend Mark. Ein Arzneimittelschrank galt einem anderen Paar lange als sicheres Versteck für das Ersparte. Zufällig öffneten die Hinterbliebenen eines der zahllosen Röhrchen und fanden darin fein säuberlich eingerollte Banknoten.
Beim Schmökern in einem seiner vielen Bücher flog einem Freiburger Bibliothekar eine 100-DM-Banknote entgegen. Dabei fiel ihm ein, dass er einst 2000 Mark in seiner Lektüre versteckt hatte. Er konnte sich bisher aber nicht daran erinnern, nach welchem System er die Scheine verteilt hatte, so die Bundesbank. Auch im Aschenfach eines alten Ofens oder unter dem Reserverad des Autos sind schon D-Mark aufgetaucht. Nicht selten wurde Bargeld über Jahrzehnte schlicht vergessen: So kam ein älteres Ehepaar mit Scheinen der früheren Bank deutscher Länder (BdL) an den Schalter. Anlässlich der goldenen Hochzeit hatten die Eheleute festgestellt, dass die einst zur Vermählung geschickten Karten noch mit Geldgeschenken gefüllt waren.
Wo auch immer und wann auch immer die D-Mark auftauche, sie könne umsonst und ohne Umtauschfrist zu einer Bundesbank-Filiale gebracht werden, sagt Albrecht Sommer, Leiter des Stabes des Präsidenten bei der Hauptverwaltung Berlin. „Die D-Mark darf in jeder erdenklichen Form angeschleppt werden.“ So kamen schon Kunden mit Kofferladungen voll oder ein Bauer mit einer Regentonne. Sie war prall gefüllt mit D-Mark-Münzen. Der Mann erzählte, er habe früher jeden Morgen, wenn er zum Markt fuhr, seine Geldbörse um die Münzen erleichtert. Die Geldbörse hätte schlicht zu stark aufgetragen.
| Name | Kurs | Prozent |
|---|---|---|
| FAZ-INDEX | 1.377,69 | −0,11% |
| Dow Jones | 12.454,80 | −0,60% |
| EUR/USD | 1,2515 | −0,14% |
| Rohöl Brent Crude | 106,90 $ | +0,14% |
| Gold | 1.569,50 $ | +0,06% |