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Folge der Verbotsdiskussion : Deutsche handeln weniger CFDs

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Bulle und Bär vor der Frankfurter Börse. Bild: Lachner, Maximilian

Die Diskussion über ein mögliches Verbot von Contracts for Difference (CFD) im letzten Jahr hat Spuren hinterlassen.

          Die Diskussion über ein mögliches Verbot von Contracts for Difference (CFD) mit Nachschusspflicht durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat sich im vergangenen Jahr negativ auf das Handelsvolumen des deutschen CFD-Marktes ausgewirkt.

          Im September 2016 hatte noch die Leiterin der neuen Abteilung Verbraucherschutz, Elisabeth Roegele, in einem Interview der Zeitung „Welt am Sonntag“ ein Verbot von CfDs nicht ausgeschlossen. Damals sagte sie, man beobachte derzeit Differenzkontrakten (CFDs) und binäre Optionen, vor denen auch die europäische Wertpapieraufsicht ESMA gewarnt habe. Die Verbotsdiskussion spiegelt sich nun in den Jahreszahlen 2016 wider:

          Handelsvolumen ging zurück

          Die Anzahl der CFD-Konten hat sich zwar in Deutschland bis Ende des vergangenen Jahres  auf 173.587 Stück erhöht. Dies entspricht im Vergleich zum Vorjahr einer Zunahme um 37 Prozent. Auf der anderen Seite gingen sowohl das Handelsvolumen als auch die Anzahl der getätigten Transaktionen zurück:

          Die aktuellen Marktzahlen des deutschen CFD-Verbandes zeigen, dass sich das im Gesamtjahr 2016 mit etwa 68,6 Millionen Transaktionen gehandelte Volumen auf 1,847 Milliarden Euro belief. Dies entspricht einem Rückgang zum Vorjahr von rund 6 Prozent. Durchschnittlich wurden pro Transaktion ein Volumen von 26.938 Euro gehandelt. Mit einem Anteil von 90 Prozent waren Aktienindizes der beliebteste Basiswert von CFDs in Deutschland.

          CFDs haben ihren Ursprung in Großbritannien und kamen früher vorwiegend im institutionellen Bereich zum Einsatz. Neue Technologien verhalfen dem flexiblen Finanzprodukt auch im Retail-Brokerage in den vergangenen Jahren zum Durchbruch.

          Was sind CFDs?

          CFDs bieten eine transparente Möglichkeit, auf steigende oder fallende Notierungen von Aktien, Aktienindizes, Wechselkursen und Rohstoffen zu spekulieren. Dabei können die Anleger mit hohen Hebeln arbeiten. Dies macht die Anlage jedoch auch sehr riskant. Das eingesetzte Kapital kann schnell verlorengehen, zudem können Nachschusspflichten entstehen.

          Ein CFD ist ein Vertrag zwischen zwei Parteien über den Ausgleich von Kursdifferenzen zwischen dem Kauf- und dem Verkaufskurs. Der Anleger erwirbt nicht das Recht auf den Kauf einer Aktie und hat auch keine Aktionärsrechte. Beim Kauf von 100 CFDs bei einem Aktienkurs von 30 Euro mit der Wette auf einen steigenden Kurs muss der Anleger nur eine bestimmte Einlage hinterlegen - zum Beispiel 300 Euro - und bestimmt damit seinen Hebel, in diesem Fall 10.

          Steigt der Kurs der Aktie um 10 Prozent auf 33 Euro, erhöht sich der Depotwert um 300 Euro. Der Einsatz des Anlegers von ebenfalls 300 Euro hat sich damit verdoppelt. Der Anleger kann anhand der Entwicklung des Aktienkurses sehr genau nachvollziehen, warum sich der Wert seiner CFDs wie ändert. Das ist bei anderen spekulativen Hebelpapieren wie Optionsscheinen nicht so ohne weiteres möglich.

          Allerdings verliert der Anleger mit Optionsscheinen im Höchstfall nur sein angelegtes Geld. Bei CFDs kann es jedoch zu Nachschusspflichten kommen. Fällt der Kurs der Aktie etwa um mehr als 10 Prozent, ist die Einlage des Anlegers aufgebraucht, und er muss weiteres Kapital nachschießen.

          Es gibt jedoch risikogeminderte CFD-Varianten ohne Nachschusspflicht. Eine Langfristanlage sind CFDs nur für die wenigsten Anleger. Oft liegt der Anlagehorizont innerhalb eines Handelstages, selten ist er länger als eine Woche. Die meisten Anleger fokussieren sich auf wenige Positionen, handeln diese jedoch sehr rege.

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