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Geldanlagen im Test : Wo gibt’s die besten Fonds?

Wer kommt höher? Bild: mauritius images

Die Deutschen haben so viel Geld in Fonds investiert wie nie. Höchste Zeit zu prüfen, ob sie auch die guten Fonds gekauft haben. Haben auch Sie auf das richtige Pferd gesetzt?

          Es gibt in der deutschen Finanzszene eine weitverbreitete Klage: Die Deutschen, so seufzen Banker und Fondsmanager gerne unisono, wollten von der Geldanlage einfach nichts wissen. Aktien und Anleihen, Fonds und Zertifikate halte der gemeine Bundesbürger für Teufelszeug, mit dem man ihn bloß nicht belästigen solle.

          Dennis Kremer

          Redakteur im Ressort „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Dieses Wehklagen mag einstmals berechtigt gewesen sein. Mittlerweile aber ist es nicht mehr ernst zu nehmen. Zwar haben die Deutschen die gewaltige Zahl von etwa 2000 Milliarden Euro vor allem auf Spar- und Tagesgeldkonten liegen. Doch je länger die Nullzinsphase in Europa dauert, umso mehr treibt auch die Menschen hierzulande die Frage aller Fragen um: Wie mache ich mehr aus meinem Geld?

          Deutsche Fondsgesellschaften höchstens mittelmäßig

          Wie die Antwort ausfällt, lässt sich aus der Statistik ablesen, die der Fondsverband BVI alle paar Monate voller Stolz präsentiert: Die Deutschen legen immer mehr Geld in Investmentfonds an. Mehr als 900 Milliarden Euro stecken hierzulande in Fonds, die sich in erster Linie an Privatanleger richten. Der Wert liegt höher als noch 2015 – und das, obwohl das vergangene Jahr einiges an Börsenturbulenzen zu bieten hatte.

          Es könnte einen einfachen Grund dafür geben, dass viele Fondsmanager die veränderte Lage bewusst ignorieren. Rein psychologisch betrachtet ist es immer einfacher, sich über andere aufzuregen, als sich an der eigenen Leistung messen zu lassen. Dies aber müssen die Fondsgesellschaften umso stärker, je mehr Geld die Deutschen ihnen anvertrauen. Leider lautet die bittere Wahrheit, dass gerade die bekanntesten deutschen Fondsgesellschaften DWS, Deka und Union Investment nicht gerade durch hervorragende Leistungen hervorstechen. Im Gegenteil: Eine exklusive Auswertung des Analysehauses Morningstar für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung zeigt, dass die deutschen Anbieter im Vergleich zu anderen großen Fondsgesellschaften bestenfalls Mittelmaß zu bieten haben (siehe Tabelle). Die Morningstar-Analysten haben die Arbeit der 40 größten Gesellschaften miteinander verglichen, deren Fonds in Deutschland erhältlich sind.

          Das für Deka und Co. wenig schmeichelhafte Ergebnis ist: Sie schaffen es in der Untersuchung nur auf die hinteren Plätze. Die Deutsche-Bank-Tochtergesellschaft DWS, die ja immerhin demnächst zu Teilen an die Börse gebracht werden soll, kommt gerade einmal auf Platz 24. Union Investment, die Fondsgesellschaft der Volks- und Raiffeisenbanken, ist nur einen Rang besser. Und für die Deka, die Fondsgesellschaft der Sparkassen, bleibt gar nur ein kümmerlicher 36.Platz. Einzig Allianz Global Investors kann sich mit Rang 13 weiter vorne plazieren. „Die deutschen Fondsgesellschaften haben ein Qualitätsproblem“, sagt Morningstar-Analyst Ali Masarwah. Unangenehmerweise besteht dieses Problem seit längerer Zeit: Schon in früheren Morningstar-Auswertungen für die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung enttäuschten die deutschen Anbieter.

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