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Veröffentlicht: 16.11.2012, 20:42 Uhr

Deutsche Bank Schwenk im Geschäft mit Indexfonds

Die Deutsche Bank reagiert auf die Debatte um verdeckte Risiken von Derivaten. Sie bringt nun auch physisch replizierende Indexfonds auf den Markt.

© dpa Schwenk in der ETF-Strategie: Die Deutsche Bank arbeitet bald auch mit physisch replizierenden Indexfonds

Die Deutsche Bank wird nun auch physisch replizierende Indexfonds (ETF) auf den Markt bringen. Am Montag legt die ETF-Einheit der Bank DB X-Trackers eine Reihe von ETF in Luxemburg auf, die den Verlauf des zugrundeliegenden Aktienindex nicht mit Hilfe von Swaps abbilden, sondern durch den physischen Kauf der entsprechenden Aktien an der Börse. Noch vor dem Jahresende werden die ersten dieser Produkte an der Börse gelistet sein, heißt es bei der Deutschen Bank.

Diese Entscheidung ist ein bedeutender Schwenk in der ETF-Strategie der Deutschen Bank und dürfte der Debatte über den Einsatz von Derivaten in Indexfonds eine neue Richtung geben. Bisher standen sich die Verfechter der synthetischen, swapbasierten ETF und das der physisch replizierenden ETF recht unversöhnlich gegenüber.

Bisher hatte DB X-Trackers ausschließlich ETF angeboten, die den Verlauf eines Index synthetisch über Terminmarktinstrumente nachbilden. Bei diesen individuell konstruierten Derivatgeschäften investiert der Indexfonds-Anbieter in ein beliebiges Basisportfolio, im Falle von DB X-Trackers in der Regel in ausgesuchte, hochliquide Wertpapiere. Den Kursverlauf dieses Portfolios tauscht der Indexfonds-Anbieter über entsprechende Finanzgeschäfte (Swaps) mit einer Investmentbank aus dem ETF raus und tauscht über andere Swaps den Verlauf des Index, der dem ETF zugrunde liegt, herein.

Teurer und weniger genau

Indexfonds, die auf Swaps basieren, standen in den vergangenen Jahren in der Kritik. Es steht der bisher nicht bestätigte Verdacht im Raum, dass diese Konstruktionen durch den systematischen Einsatz von Derivaten unerkannte Risiken bergen könnten, besonders für den Fall, dass die Investmentbank, mit der die Swaps abgeschlossen werden, insolvent wird. Dagegen stehen physisch replizierende ETF, bei denen der Indexverlauf dadurch abgebildet wird, dass die Aktien entsprechend ihres Gewichts im Index gekauft werden.

Diese Methode gilt allerdings als teurer und als weniger genau. Eine möglichst geringe Abweichung vom Index ist für viele professionelle Anleger jedoch ein wichtiges Kriterium bei der Auswahl eines ETF. Außerdem lassen sich nicht alle Indizes physisch nachbilden, entweder weil der Index zu viele Einzeltitel umfasst oder weil, wie häufig in Schwellenländern, nicht alle Titel frei handelbar sind.

„Wir wollen dem Anleger die Wahl lassen, für welche Art von ETF er sich entscheiden will“, sagte Torsten Michalik, Leiter von DB X-Trackers, dieser Zeitung. Diese sei keine Umstellung, sondern ein zusätzliches Angebot. Für beide Lager sieht Michalik Anhänger, derzeit mit einem Übergewicht zugunsten physisch replizierender ETF.

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Zunächst legt die Deutsche Bank physisch replizierende ETF auf den Dax, den Euro Stoxx 50, den Euro Stoxx 50 ex Financials, den FTSE 100, den S&P 500 und den Nikkei 225 auf. Für diese sollen ebenfalls hohe Transparenzstandards gelten. „Weitere physisch replizierende ETF sind auf der Aktienseite schon geplant“, sagte Michalik weiter. „Auch auf der Rentenseite werden wir mit Sicherheit etwas machen.“

„Wir sind der erste Anbieter in Europa, der für die gängigen Aktienindizes beide Methoden anbietet“, sagte Michalik weiter. Allerdings ist der Vorsprung auf den Konkurrenten Lyxor denkbar gering. Denn der Indexfondsanbieter der Société Générale hatte schon Mitte September angekündigt, das Lager der reinen Swap-ETF zu verlassen und künftig auch physisch replizierende ETF aufzulegen.

Die ersten Produkte auf Rentenindizes sollen - wie bei DB X-Trackers - ebenfalls noch vor dem Jahresende auf den Markt kommen. Andere Anbieter wie Comstage von der Commerzbank sind zwar auf synthetische ETF ausgerichtet, haben jedoch auch den einen oder anderen physisch replizierenden Indexfonds im Angebot.

Quelle: F.A.Z.

 

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